Technisch

Wien: Hackschnitzeltransporter bei Unterführung gekippt, statt abgesenkt

Wien (22. Bezirk): Technischer Einsatz für die Berufsfeuerwehr Wien ab 20.07 Uhr des 18. Februar 2008 in der Breitenleerstraße. Um durch die Unterführung der Breitenleerstraße auf Höhe der Ponyseen zu kommen, hielt ein Lkw-Lenker…

… vor der Unterführung an, um den Lkw mit Anhänger durch Senken der Federung auf eine Höhe von unter 3,80 m – die Durchfahrtshöhe der Unterführung – abzusenken. Dabei kam es zu einer ungeklärten Fehlbedienung, woraufhin sich der Kastenaufbau, der mit (laut Angaben des Fahrers) 46 m3 Hackschnitzel (laut Angaben der anwesenden Polizei 24t) beladen war nach links kippte. Da die Bordwand geschlossen war und somit die Ladung nicht an Masse verlor, verlagerte sich der Schwerpunkt immer weiter nach links, bis das Zugfahrzeug auf die linke Seite kippte. Der Anhänger blieb mit eingelenkter Vorderachse und am Fahrzeug befestigter Deichsel stehen, die die Ladung abdeckende Plane riss an der Oberseite zu ca. 50% auf und ein Teil der Hackschnitzel ergoss sich auf den Fahrbahnrand.

Bei Ankunft der Feuerwehr wurde zunächst ausfließendes Hydrauliköl mittels l2 kg Absodan gebunden und die Überlaufleitung des Ausgleichsbehälters etwas später durch einen Zweig verschlossen, nachdem beobachtet wurde, dass entgegen den Erwartungen das Öl nicht zu fließen aufhörte. Durch das RLFZIDo, BLF/BI und zeitweise RLFl/Do wurde der Lkw händisch mittels Schaufeln entladen, die ausgeräumten Hackschnitzel wurden durch den Kommandanten der FF B1 mit seinem privaten Traktor, den er auf Ersuchen geholt hatte, mittels Schaufel auf die neben der Fahrbahn gelegenen Baustellentraße weiter befördert.

Der Lkw wurde mit den zwei Winden des ASQLs am Rahmen unter dem Führerhaus und Motor angeschlagen, um ihn langsam aufrollen zu können. Um ein weiteres Aufkippen des Aufbaus zu verhindern wurde dieser mittels Lastkette arn Rahmen des Fahrzeuges fixiert. Beim ersten Hebeversuch gab der Teil des Rahmens, an dem die Kette angeschlagen worden war nach, weshalb der Schwerpunkt weiterhin außerhalb des Fahrgestells blieb und der Lkw in seitlicher Lage gehoben wurde aber nicht aufkippte.
Nach erneutem Absenken wurde der Aufbau am oberen Rand mittels Hebekissen und Südbahnwinde gehoben, um ihn knapper am Fahrgestell fixieren zu können. Nachdem der Abstand nicht ausreichend verringert werden konnte, um über die Kippgrenze zu gelangen, wurde zur Unterstützung die Winde des RLF2/Do über eine an einem auf der Baustelle befindlichen Baum fixierte Umlenkrolle am oberen Rand des Aufbaus mittels C-Haken angeschlagen. In dieser Kombination wurde der Lkw aufgerichtet, wobei es zu geringfügigen Blechschäden im Bereich des Fahrerhauses kam und eine Rundschlinge derart unter das Blech rutschte, dass ihre Ummantelung auf eine Länge von etwa 1 m aufgescheuert wurde.

Nach dem Aufrichten des Lkw senkte der Fahrer den Kippaufbau durch Ablassen der Hydraulik wieder in eine voll aufliegende Position und senkte Lkw und Anhänger auf eine entsprechende Höhe ab, so dass er aus eigenem Antrieb unter der UnterfUhrung passieren konnte.
In Absprache mit der Polizei wurde der Lkw-Zug an einen Platz zum gesicherten Abstellen gelotst, da der sicherheitstechnische Zustand des Fahrzeuges nicht beurteilt werden kann. Nach Entfernen des Lastwagens wurde die Straße durch die mittlerweile eingetroffene Kehrmaschine der MA 48 gereinigt.

Als Gegenleistung für den Einsatz des Traktors samt Schaufel sollte dem Besitzer zumindest eine Tankfüllung Diesel erstattet werden. Einsatzende: 23.28 Uhr.

Berufsfeuerwehr Wien

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