Sbg: Freiwillige Feuerwehren werden für EURO-Einsatz entschädigt
Salzburg: Nachdem Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) mit den Worten „Freiwillig heißt freiwillig“ die Freiwillige Feuerwehr zur Gratis-Truppe für die Euro 2008 degradieren wollte, gab es am am 7. März 2008 ein klärendes Gespräch zwischen dem Branddirektor und dem Magistratsdirektor.
Das Ergebnis der Besprechung laut einer Aussendung von Bürgermeister-Stellvertreter Harry Preuner (ÖVP):
• Keine Abstriche beim Feuerwehrplan – auch nicht bei der Freiwilligen Feuerwehr
• Abrechnung in Echtzeit gemäß dem Richtsatz von 84 Euro am Tag
• Essensverpflegung der Freiwilligen Feuerwehr (für die Freiwillige Feuerwehr wird ein Essen zur Verfügung gestellt)
Preuner: „Auftraggeber-Prinzip ist anzuwenden“
Preuner zeigte sich erleichtert: „Die Freiwillige Feuerwehr leistet jährlich rund 35.000 Stunden Einsatz für unsere Sicherheit. Wenn es brennt, kommt sie ohne zu fragen, wie spät es ist und ohne danach etwas zu verlangen. Wenn es aber um Unterstützung bei Veranstaltungen geht, ist das Auftraggeber-Prinzip anzuwenden. Die Freiwillige Feuerwehr verdient nicht die Geringschätzung einer Gratis-Truppe, die der Stadt hilft Kosten einzusparen.“ Durch diese Lösung würde eine Kostenreduktion, die nicht zu Lasten der Sicherheit oder auf Kosten der Freiwilligen Feuerwehr geht, erreicht, so Preuner.
DIE VORGESCHICHTE:
Aufregung um Gratiseinsatz
Bei den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Salzburg rumort es. Sie sollen bei der EURO arbeiten, ohne dafür auch nur einen Euro zu sehen.
Es ist das Gesprächsthema bei den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt Salzburg. Bei der Sitzung der Stadtregierung dachte Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) laut darüber nach, dass die Florianijünger bei der Fußball-EM gratis arbeiten sollten.
Normalerweise werden den Feuerwehren pro Mann oder Frau 84 Euro pro Tag als Entschädigung bezahlt, zusätzlich gibt es zehn Euro als Essenspauschale. Gezahlt wird, wenn die Feuerwehren nicht als Brandbekämpfer oder bei einem Unfall im Einsatz sind. Wie bei der Fußball-EM 2008, bei der sie als Ordnungshüter arbeiten sollen.
Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) hat allerdings keine Freude damit, dass er mehr als 40.000 Euro für den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren zahlen soll. „Freiwillig heißt freiwillig. Die Stadt tut auch viel für die Feuerwehren. Jetzt wird etwa der Neubau der Feuerwache Itzling fällig“, sagt Schaden. Außerdem stiegen gerade die Sicherheitskosten für die Fußball-EM massiv an. „Hier wird schon übertrieben. Manche tun ja, als ob die Hunnen auf Salzburg losstürmen würden. Jetzt wird sogar schon der Schutz der Festung diskutiert und das eine Antikontaminierungseinheit im Einsatz sein soll“, sagt der Bürgermeister. So werde den Bürgern ja schon vor Beginn die Freude auf ein Fußballfest genommen. Er sei aber trotzdem froh, wenn es Einsparungspotenziale gebe und er hoffe, dass man sich mit den Feuerwehren einigen könne.
Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehren, Walter Kittl, sagte, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. Am Freitag würden die Einsatzpläne vorgelegt, dann wisse man auch wie viel Personal benötigt werde. Und er sei sicher, dass es dann auch zu einer Lösung des Problems kommen werde. Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP), der politisch für die Feuerwehren zuständig ist, übt heftige Kritik an der Vorgehensweise von Schaden. Er sagte, dass man bei der Sicherheit auf Kosten der Freiwilligen Feuerwehr nicht sparen dürfe, außerdem sei es eine Geringschätzung der Arbeit der Feuerwehr. Es wäre sinnvoller, für die EM-Jubelplakate, die Schaden in Auftrag gegeben habe, weniger Geld auszugeben.
