Medien / Fotografen

Großbritannien: Privatjet stürzte in Wohnsiedlung -> 5 Tote

London (Großbritannien): Ein Alptraum ist Sonntagnachmitag, dem 30. März 2008, in einem dicht besiedelten Wohngebiet am Südrand von London wahr geworden: Mit „einem grauenhaften Vibrieren der Motoren“ stürzte ein Kleinflugzeug mit fünf Menschen an Bord mitten über einer Siedlung ab.

Der Jet traf zwei Häuser, eines davon brannte völlig aus. „Viele Leute schrien vor Angst um ihre Kinder, die draußen spielten“, berichtete eine Augenzeugin.

Mitten über einem Wohngebiet in Südengland ist am Sonntag ein Kleinflugzeug abgestürzt. Wie die Polizei mitteilte, verunglückte die Maschine am Südrand von Greater London. Nach Informationen des Fernsehsenders Sky News waren fünf oder sechs Menschen an Bord der Privatmaschine vom Typ Cessna. TV-Bilder zeigten Fotos von brennenden Häusern in dichtem Rauch am Unglücksort. Mehrere Hubschrauber und Feuerwehrfahrzeuge waren vor Ort.

Mehrere Tote befürchtet: Nach Angaben von Rettungskräften wurde befürchtet, dass bei dem Flugzeugabsturz nahe London mehrere Menschen ums Leben kamen. Augenzeugen berichteten, die Maschine sei beim Aufprall in der Siedlung Broadwater Gardens explodiert – einem Gebiet mit einfachen Einfamilien- und Reihenhäusern. Es liegt in der Ortschaft Farnborough, die zur Grafschaft Kent sowie zu Greater London gehört.

Glück für Hausbesitzer: Die Maschine prallte beim Absturz gegen zwei Gebäude. Ein Wohnhaus brannte trotz des raschen Einsatzes von Feuerwehren weitgehend aus. Die Bewohner seien nicht zu Hause gewesen, sagte ein Nachbar. „Die Besitzer haben Riesenglück gehabt, sie sind noch im Urlaub“, sagte eine Nachbarin.
Nach Angaben des Senders Sky News handelte es sich bei der Maschine um ein zweistrahliges Geschäftsflugzeug vom Typ Cessna Citation mit acht Sitzen. Die Maschine gehöre einer örtlichen Chartergesellschaft.

Pilot meldete Notfall: Der Pilot eines anderen Kleinflugzeugs berichtete, er habe den Funkverkehr zwischen dem nahe gelegenen Privatflugplatz Biggin Hill und dem Mann am Steuer der Unglücksmaschine gehört. Dieser habe einen Maschinenschaden gemeldet und um Erlaubnis für eine Notlandung gebeten. „Er hat gemeldet, fünf Passagiere an Bord zu haben.“ Die Landeerlaubnis sei umgehend erteilt worden, aber die Maschine sei dann abgestürzt.

„Großer Feuerball“: Augenzeugen in der Siedlung sagten, das Flugzeug sei ins Trudeln gekommen, und sprachen von möglichen Motorproblemen. „Die Maschinen vibrierten furchtbar“, sagte Anrainer John Waite. „Die Explosion beim Aufprall war das Lauteste, was ich je gehört habe.“ Ein anderer Anrainer sagte: „Sie kam in der Nähe meines Hauses herunter. Ich dachte, sie schlägt bei uns ein.“ Er habe einen „großen Feuerball und Rauch“ aus dem getroffenen Haus aufsteigen sehen.
„Viele Leute schrien vor Angst um ihre Kinder, die draußen spielten“, sagte eine andere Augenzeugin. „Es war furchtbar.“

„Dicht über Dächer geflogen“: Mehrere Einwohner berichteten, das Unglücksflugzeug sei getrudelt und „gefährlich dicht über die Dächer geflogen“. Viele klagten, dass der Flugplatz Biggin Hill wegen seiner Nähe zu der Siedlung schon seit Jahren als „erheblicher Gefahrenherd“ gelte. „Wir haben uns immer wieder beschwert und gesagt, früher oder später stürzt so ein Flugzeug auf eines unserer Häuser.“

ORF-News
Video auf ORF-IPTV

Bericht der Neuen Züricher Zeitung:
Beim Absturz eines Kleinflugzeugs in ein Wohngebiet südlich von London sind am Sonntag alle fünf Insassen an Bord ums Leben gekommen. Die Feuerwehr teilte mit, sie habe keine Überlebenden in dem brennenden Wrack an der Absturzstelle gefunden. Unter den Bewohnern in Farnborough, rund 20 Kilometer südlich von London, gab es mehrere Leichtverletzte.
Die Maschine vom Typ Cessna Citation war nach einem Bericht des Fernsehsenders Sky News unterwegs Richtung Frankreich. Die Maschine stürzte in ein Haus. Das Gebäude wurde völlig zerstört.
Anwohner berichteten, sie hätten eine sehr niedrig fliegende Maschine gehört und dann eine Explosion. Ein Flieger sagte dem Sender, er habe einen Funkspruch gehört, in dem der Pilot der Unglücksmaschine einen Motorschaden gemeldet habe. Der Absturzort liegt in der Nähe des kleinen Flughafens Biggin Hill, der häufig von Geschäftsreisenden benutzt wird.

Neue Züricher Zeitung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert