Wien: Gebäude-Evakuierung nach neuerlichem Baugrubeneinsturz im 14. Bezirk
Wien (14. Bezirk): Erst kürzlich war die Berufsfeuerwehr Wien bei einer Baustelle in der Ulmenstraße bei Sicherungsarbeiten im Einsatz. Am Abend des 28. April 2008 wurden die Kräfte neuerlich dorthin alarmiert.
An diesem Tag wurde von der vor Ort tätigen Baufirma die beim letzten Einsatz errichtete Pölzung der teilweise 6 m hohen und ca. 2O m langen Baugrubenwand zum Grundstück Elsbeergasse entfernt, ohne adäquate Ersatzmaßnahmen zu treffen. Vermutlich auf Grund des noch immer von den Regenfällen der letzten Tage durchweichten Erdreichs und der entfernten Pölzung war die Baugrubenkante auf einer Länge von ca. 15 m abgerissen und zum Teil mitsamt der Pölzung in die Baugrube gestürzt.
Weiters hatte sich das gesamte Erdreich auf einer Länge von 10 m um 1 m von der Fundamentplatte des Hauses Elsbeergasse 1 gelöst und war in Richtung Baugrube gerutscht. Dabei hatte sich unter anderem ein ca. 2 m tiefer Erdspalt gebildet. In der Folge war auch die angrenzende Baugrubenwand zum Grundstück Elsbeergasse 3 auf einer Länge von 8 m abgerissen und mitsamt der vorhandenen Pölzung in die Baugrube gestürzt.
Seitens der Hausbewohner der Nachbargrundstücke war auf Grund des bereits vorige Woche durchgeführten Einsatzes der Baugrubenabriss abermals beobachtet und sofort die Feuerwehr verständigt worden. Von den Einsatzkräften wurde der unmittelbare Gefahrenbereich gesperrt und das Gebäude
Elsbeergasse 1 evakuiert. Seitens der Baufirma wurden 4 Stück an der Baugrubenkante befindliche Tujen mittels Motorkettensäge entfernt. In der Folge wurden die Bauarbeiten auf Weisung der Feuerwehr eingestellt.
Im Einvernehmen mit dem angeforderten Perm. Ing. wurde die noch vorhandene Baugrubenpölzung durch den Einbau von 6 Stück Dreigurtstützen mit einer Länge von jeweils 5 m gepölzt. Die zum Teil eingestürzte bzw. weggedrückte Baugrubenpölzung im Eckbereich zur Baugrubenwand Elsbeergasse 3 wurde mittels Pfostenbelag und 2 Stück Dreigurtstutzen (6 m Länge) notgepölzt. Der restliche ca. 2m lange eingestürzte Teil der Baugrubenwand Elsbeergasse 1 sowie die Baugrubenwand Elsbeergasse 3 können auf Grund des eingestürzten Zustandes zur Zeit mit den Mitteln der Feuerwehr nicht abgestützt werden. Für das Gebäude Elsbeergasse 1 wurde seitens des Perm. Ing. bis am 29. April ein Benützungsverbot ausgesprochen. Die Hausbesitzer kamen über Nacht bei den Nachbarn unter. Weiters wurde der Zugangsbereich des Gartens zur Baugrube hin mittels feuerwehreigenem Trassenband abgesperrt. Der direkt an die Baugrube angrenzende Garten der Liegenschaft Elsbeergasse 3 wurde ebenfalls mittels Trassenband abgesperrt und dem Besitzer der Zutritt untersagt.
Am 29. April wird das gesamte Baugrubenobjekt von der Baupolizei und einem Statiker begutachtet und entsprechende weiterere Sicherungsmaßnahmen veranlasst werden. Für die Dauer des Einsatzes war die Ulmenstrasse für den Verkehr gesperrt.
Einsatzzeit: 19.09 Uhr bis 23.14 Uhr.
