Nö: Großeinsatz nach Unwetterwelle im Bezirk Mödling
Bezirk Mödling (Nö): Gleich drei Tage hintereinander waren die Feuerwehren des Bezirkes Mödling vom 3. bis 5. Juni 2008 nach schweren Unwettern im Dauereinsatz.
3. Juni: Am Nachmittag des 3. Juni 2008 gingen sinnflutartige Regenfälle über den Bezirk Mödling nieder. Schwer getroffen wurde die Gemeinde Gumpoldskirchen. Um 14.12 Uhr alarmierte die Bezirksalarmzentrale Mödling die Freiwillige Feuerwehr Gumpoldskirchen zu Auspumparbeiten. Am Parkplatz in der Badener Straße schoss das Regenwasser von den Weinbergen hinunter und überflutete den Parkplatz sowie die Straße. Binnen kürzester Zeit stand die Weinbergstraße ca. 50 cm unter Wasser.
Sofort begann die Feuerwehr Gumpoldskirchen mit mehreren Unterwasserpumpen gleichzeitig die überfluteten Keller auszupumpen. Zeitgleich zu den Pumparbeiten inspizierte Einsatzleiter Bezirksfeuerwehrkommandant-Stv. BR Ing. Richard Feischl die Retentionsbecken in den Weinbergen.
Mit großen erschrecken stellte BR Ing. Richard Feischl fest, dass die Becken komplett mit Wasser gefüllt sind. Die Retentionsbecken dienen dem Hochwasserrückhalt bzw. soll die Geschwindigkeit des Wasser gedrosselt werden. Da mit weiteren Niederschlägen zu rechnen ist und die Becken kein Wasser mehr aufnehmen können, besteht die akute Gefahr des Hochwassers und von weiteren Überflutungen. Nach bereits über 6 Stunden Dauereinsatz der Freiwilligen Feuerwehr Gumpoldskirchen wurden in den Abendstunden händisch Sandsäcke am Bauhof der Marktgemeinde Gumpoldskirchen gefüllt und verladen.
Am besagten Parkplatz in der Badener Straße wurden rund 200 Sandsäcke auf einer Länge von ca. 20 m zur Sicherung und zum Wohle der Bevölkerung aufgelegt um die bevorstehenden Wassermassen zurück zu halten. Gegen 22.45 Uhr und somit 8 ½ stündigen Einsatz konnten die 29 Mann mit ihren 4 Fahrzeugen wieder ins Feuerwehrhaus einrücken.

4. Juni
Nach den gestrigen Einsätzen kam der Bezirk Mödling auch am 4. Juni 2008 nicht zur Ruhe. Abermals sorgte ein gewaltiges Gewitter für zahlreiche Einsätze. Noch während des heftigen Gewitters musste die Feuerwehr Brunn am Gebirge um 16:17 Uhr zu einem vermutlichen Dachstuhlbrand in die Fürst Johannes-Straße 21 ausrücken. Glücklicherweise erwies sich dieser Einsatz als Fehleinschätzung des Anzeigers. Auch am heutigem Tage lag das Hauptaugenmerk des Unwetters in Gumpoldskirchen. Am Golfplatz beim Richardshof waren durch die Wassermassen die drei Beregnungsteiche übergegangen. Durch den aufgeweichten Boden und dem enormen Druck des vielen Wassers, drohte der mittlere Teich zu brechen.
Einsatzleiter BR Ing. Richard Feischl alarmierte die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Brunn am Gebirge zur Unterstützung. Mit der Hochleistungspumpe für Katastrophenfälle des Landes NÖ, die im Feuerwehrhaus Brunn stationiert ist, wurde das Wasser aus dem Teich gepumpt.
Nach dem Verlegen von einer Doppelleitung mit A-Druckschläuchen auf einer Länge von ca. 200 m wurde die Hochleistungspumpe beim mittleren Teich in Stellung gebracht. Ebenfalls mit einer Doppelleitung A-Saugschläuchen wurden 19.000 l pro Minute aus dem Beregnungsbecken gepumpt. Der Einsatz der Hochleistungspumpe zeigte Erfolg und der Teich konnte gegen das Abrutschen gesichert werden. Insgesamt wurden ca. 2 Mio. Liter Wasser ausgepumpt. Bezirksfeuerwehrkommandant LFR Franz Koternetz machte sich persönlich ein Bild von der Lage am Richardshof.
Gleichzeitig zum Einsatz am Richardshof waren die Kameraden der Feuerwehr Gumpoldskirchen entlang der Weinbergstraße im Einsatz. Die Wassermassen aus den Weinbergen suchten sich ihren Weg über die Weinbergstraße und überfluteten teilweise die Straße. Die Fahrspur Richtung Baden musste gesperrt werden. Das zweite Hauptaugenmerk des Mittwoch Nachmittags galt der Stadt Mödling. Über 30 Einsätze musste die Feuerwehr Mödling bis in die Abendstunden abarbeiten. Besonders betroffen war die Fa. Herold in der Gumpoldskirchner Straße 105.
Der gesamte Keller der Firma war überflutet. Durch die vielen Einsätze im Stadtgebiet wurden die Feuerwehren Ma. Enzersdorf und Brunn am Gebirge zur Unterstützung alarmiert. Mit mehreren Unterwasserpumpen wurde der Keller der Firma bis in die Abendstunden ausgepumpt. Das dritte Hauptaugenmerk lag in der Gemeinde Laab im Walde. Auch hier mussten mehrere Auspumparbeiten durchgeführt werden. Weiters bildeten sich Verklausungen im Laaber Bach. Hierfür wurde die Feuerwehr Breitenfurt zur Unterstützung alarmiert. Gemeinsam entfernten die beiden Feuerwehren die Verklausung damit keine weitere Gefahr mehr besteht.
Die Bezirksalarmzentrale Mödling war im Zeitraum der Einsätze mit insgesamt 4 Disponenten unter der Leitung von BR Gerald Stöhr besetzt. 77 Einsätze mit einer Mannschaft von 171 Mann und 46 Fahrzeugen mussten koordiniert werden. Aufgrund des hohen Einsatzaufkommens in der Stadt Mödling wurde eine eigene Einsatzleitung und Lageführung unter dem Kommando von ABI Peter Lichtenöcker eingerichtet.

5. Juni:
Tag 3 der Unwetterserie hält die Feuerwehren weiter auf Trab. Jedoch ist Entspannung am Nachmittag in Sicht. Nachdem es während der Nachtstunden unaufhörlich regnete, begann der Einsatztag der Feuerwehren des Bezirkes Mödling am 5. Juni 2008 sehr zeitig.
Abermals war der Schwerpunkt der Einsätze auf das Stadtgebiet von Mödling sowie der Gemeinde Gumpoldskirchen konzentriert. Für die Freiwillige Feuerwehr Mödling galt es erneut 15 Einsätze am Vormittag zu bewältigen. Besonders betroffen war ein Keller in der Gumpoldskirchner Straße 42.
Über das Kellerfenster drang das Wasser vom Berghang ein und überflutete den gesamten Keller teilweise 1 m Hoch. Mit Unterwasserpumpen wurde das Wasser aus dem Keller gepumpt. Die restlichen Regenmassen wurde mit einem WAP-Sauger aus dem Haus befördert.
In Gumpoldskirchen war einmal mehr die Beregnungsanlage des Golfplatzes am Richardshof betroffen. Diesmal jedoch der 3. und 4. Teich. Bei der Lagebesprechung mit Einsatzleiter BR Ing. Richard Feischl, einem Vertreter der BH-Mödling sowie einem Vertreter der Landeregierung NÖ wurde von der BH-Mödling angeordnet, dass die beiden betroffenen Teich ebenfalls ausgepumpt werden müssen.
Neben der stationierten Hochleistungspumpe bei der Feuerwehr Brunn wurde auch die Pumpe Achau zum Einsatzort alarmiert. Die Kameraden der Feuerwehr Brunn am Gebirge brachten die Hochleistungspumpe beim 3. Teich und die Kameraden der Feuerwehr Achau die Pumpe beim 4. Teich in Stellung.

Mit einer insgesamten Fördermenge von 8.000 l pro Minute wurden den beiden Beregnungsanlagen über 1 Mio. Liter Wasser entzogen. So konnte Sichergestellt werden, dass die Teiche nicht zu bersten beginnen.
In Laxenburg mussten ebenfalls mehrere Auspumparbeiten geleistet werden. Besonders langwierig zeigte sich der Einsatz beim Waldbad bzw. am Parkplatz beim Restaurant „Flieger & Flieger“. Aus einem defekten Regenwasserkanal strömten ca. 250.000 l Wasser und überfluteten den Parkplatz. Mit Unterwasserpumpen wurde über 3 Stunden lang die Wassermassen vom Parkplatz gepumpt.
Besonders hervorzuheben sei die Leistung der Bezirksalarmzentral Mödling, die während der letzten drei Tage alle Einsätze hervorragend koordinierte und leitete.
