Oö: Feuerwehr löschte Sonnenwendfeuer des Oldtimer-Feuerwehr-Vereins
Leonding (Oö): Kurioses aus dem Feuerwehrtagebuch, in Leonding rückt am 23. Juni 2008 eine Feuerwehr aus und löscht einer anderen Feuerwehr einfach das Sonnwendfeuer. Gegen halb neun am Abend beginnt das feurige Spektakel ganz friedlich, der Leondinger Oldtimer Feuerwehr-Verein entzündet am Gaumberg ein Sonnwendfeuer, doch Freude haben die Vereinsmitglieder nur kurz.
Bald heult die Sirene, 30 Mann der Feuerwehr Leonding rücken mit zwei Löschfahrzeugen an und beginnen – vor den Augen der feiernden Gesellschaft – das Sonnwendfeuer zu löschen, schreiben die Oberösterreichischen Nachrichten. Beim Oldtimer – Feuerwehr – Verein ist man entrüstet, es könne sich nur um einen Bosheitsakt handeln, vermutet man dort. Bei der Leondinger Feuerwehr dagegen winkt man ab. Es seien Notrufe wegen dem Sonnwendfeuer eingegangen, die Anrufer hätten einen Böschungbrand befürchtet und so habe man eben gelöscht, man wolle sich auf nichts einlassen. Übrigens ist der Verein trotz des Löscheinsatzes doch noch zu seinem Sonnwendfeuer gekommen, Glutnester haben die Flammen wieder entfacht – die Feuerwehr rückte nochmals an.
Bericht der Oö. Nachrichten:
Leondinger Feuerwehr löschte Sonnwendfeuer
LEONDING. Seit 32 Jahren entzündet der Leondinger Oldtimer-Feuerwehr-Verein zur Sommersonnenwende ein Feuer. Am Montag ging dieses unerwartet schnell aus: Kollegen der Leondinger Feuerwehr löschten nämlich das Feuer kurzerhand.
Dabei war alles gut vorbereitet: Polizei und Feuerwehr waren vom Sonnwendfeuer am Leondinger Gaumberg informiert worden. „Alles war in Ordnung und dann das“, sagt Martha Reisenberger, auf deren Grundstück die etwa 25 Mitglieder des Feuerwehr-Oldtimer-Vereins gegen 20.30 Uhr das Feuer entzündeten. Schon eine Stunde später wurde das romantische Spektakel von einem weiteren, unerwarteten abgelöst. Kurz nachdem die Sirene zu heulen begonnen hatte, traf die Feuerwehr Leonding mit zwei Löschfahrzeugen und rund 30 Mann ein und begann das Feuer nach kurzer Diskussion zu löschen.
Sturm oder nicht Sturm: „Die haben nur gesagt, es sei ein Sturm im Anzug und deshalb muss das Feuer gelöscht werden. Es soll eine Sturmwarnung der Flugwetterwarte Hörsching gegeben haben“, sagt Martha Reisenberger und unterstellt den Florianijüngern aus der Nachbarschaft mit dem plötzlichen Löschangriff einen Bosheitsakt. „Von Sturm kann keine Rede sein und ein Sturm wurde von Hörsching aus nie gemeldet. Ich habe dort nachgefragt.“
Kommandant: „Nicht aufregen“: Franz Bäck, Kommandant der Leondinger Wehr zum kuriosen Einsatz bei Kollegen: „Beim Landesfeuerwehrkommando sind mehrere Notrufe eingegangen. Die Anrufer befürchteten einen Böschungsbrand. Ich habe angeordnet, dass das Feuer zu löschen ist, ich lasse mich da auf nichts ein. Schließlich gibt es in dieser Gegend auch Häuser. Entscheiden tu’ immer noch ich. Die sollen sich nicht aufregen wegen dem Feuerl!“
Feuer entzündete sich wieder: Die Angelegenheit hatte für die Veranstalter dennoch ein Happy-End, sagt Martha Reisenberger: „Die Leondinger Wehr ist, nachdem sie den Brand gelöscht hat, wieder abgezogen, ohne – wie es vorgeschrieben wäre – eine Brandwacht zu halten.“ Fazit: Glutnester entfachten das Feuer wieder und die Oldtimer-Feuerwehrler genossen bis in die Morgenstunden ungestört die heimelige Atmosphäre an ihrem Feuer…
