Ö: Unwetter über Österreich forderte die Einsatzkräfte
Österreich (Ö): Die Unwetterserie im heurigen Jahr geht weiter. In der Nacht von 29. auf 30. Juli 2008 fegten heftige Unwetter über Österreich und sorgten für zahlreiche Einsätze der Feuerwehren.
Tirol:
Schwere Unwetter haben in der Nacht auf Mittwoch für hunderte Einsätze der Rettungskräfte im ganzen Land gesorgt. Schlimm getroffen hat es das Zillertal, das Außerfern, Innsbruck und den Bezirk Innsbruck-Land.
Zunächst chaotische Situation
Bäume wurden umgerissen, Keller überschwemmt. Mehrere Straßen mussten gesperrt werden, berichtet Bezirkshauptmann Herbert Hauser. Zunächst sei die Situation chaotisch gewesen, vor allem der Wind habe extreme Schäden angerichtet. Durch umgestürzte Bäume seien viele Straßen unpassierbar geworden.
Über 200 Feuerwehreinsätze in kurzer Zeit
Zwischen 20.00 und 22.00 Uhr musste die Landesleistelle über 200 Feuerwehreinsätze koordinieren. So sind im Sellrain dutzende Autofahrer von Muren und umstürzenden Bäumen eingekeilt worden, sie konnten weder vor noch zurück. Verletzt wurde niemand, heißt es am Mittwoch.
Der Sachschaden nach den Unwettern von vergangener Nacht dürfte aber enorm sein. Wegen Murenabgängen sind mehrere Straßen gesperrt worden: So die Iglerstraße, die Sellraintalstraße, die Ranggenerstraße und die Planseestraße.
ORF Tirol
Oberösterreich:
In Traunkirchen am Traunsee mussten Wasserretter kurz vor Mitternacht zu einem gefährlichen Einsatz ausrücken. Zwei junge Männer aus Linz saßen während eines Gewitters in einer Bucht am Ostufer fest.
Mit Elektroboot unterwegs
Die beiden Linzer waren am späten Nachmittag mit einem Elektroboot in die Eisenau gefahren, als sie Stunden später von einem Sturm überrascht wurden.
Alleine schafften sie es nicht mehr zurück nach Traunkirchen. Über die Feuerwehr alarmierten sie die Wasserrettung.
Gewitter am Traunsee
Alois Thalhammer von der Wasserrettung Traunkirchen spricht von einem schwierigen Einsatz: „Zu dieser Zeit gab es ein sehr schweres Gewitter am Traunsee, mit Wellen von bis zu einem halben Meter. Dort, wo sich die beiden Linzer befanden, gibt es nur einen kleinen Steg zum Anlegen und den muss man einmal in der Nacht finden.“
Linzer blieben unverletzt
Nach etwa eineinhalb Stunden war der Rettungseinsatz beendet. Die beiden Linzer konnten sich in der Bootshütte der Wasserrettung aufwärmen. Sie blieben unverletzt.
ORF Oberösterreich
Kärnten:
Gewitter mit Hagel und Starkregen haben am Dienstag in den Gebieten um Seeboden, Ferndorf, Bad Kleinkirchheim, Feldkirchen und Moosburg schwere Schäden verursacht.
Wirtschaftsgebäude nach Blitzschlag zuerstört
Die Feuerwehren in den betroffenen Gebieten verzeichneten am Dienstagabend wegen der Unwetter mehr als 40 Einsätze. In einigen Regionen gab es Hochwasseralarm, Verkehrswege waren durch umgestürzte Bäume versperrt. Ein starkes Gewitter mit Hagelschlag ging auch im Raum Pörtschach – Moosburg nieder. Viele Autofahrer verzichteten auf die Weiterfahrt, nicht wenige suchten unter Autobahnbrücken Schutz.
Im Ortszentrum von Ferndorf war durch Blitzschlag ein Wirtschaftsgebäude in Brand geraten. Der Landwirt und seine Familie hatten im Stall gearbeitet und konnten sofort Alarm schlagen. Gemeinsam mit Nachbarn und den Männern der Feuerwehr gelang es, die 70 Tiere aus dem Stall zu retten.
Die Feuerwehren aus Ferndorf, Feistritz/Drau, Stadlbach, Fresach, Mooswald, Glanz und Stockenboi standen mit knapp 200 Mann im Einsatz und konnten ein Übergreifen der Flammen auf das nur fünf Meter entfernte Wohnhaus verhindern. Der Sachschaden wird auf mindestens 350.000 Euro geschätzt. Verletzt wurde bei dem Brand niemand.
Blitz schlug in Dachstuhl ein
Kurz nach 18.00 Uhr schlug ein Blitz in den Dachstuhl eines Wohnhauses in Treffling (Gemeinde Seeboden), ein und löste einen Brand aus. Das Feuer wurde vom Hausbesitzer, einem 60-jährigen Installateurmeister aus Filderstadt/Deutschland, entdeckt.
Durch das rasche Eingreifen aller Feuerwehren der Gemeinde Seeboden mit insgesamt 110 Mann konnte ein größerer Schaden verhindert werden. Personen waren nicht gefährdet. Der Schaden wurde mit rund 30.000 Euro angegeben.
ORF Kärnten
Salzburg:
Im Lungau gab es Dienstagabend schwere Gewitter mit Hagel. Die Feuerwehren in mehreren Gemeinden waren stundenlang mit Aufräumarbeiten beschäftigt, schildert Philpipp Santner, der Katastrophenreferent der Lungauer Bezirkshauptmannschaft.
Gebirgsbäche über Ufer getreten
„Die größten Schäden sind in der Gemeinde Unternberg sowie in der Gemeinde Mauterndorf, aber auch in Zederhaus und in Muhr entstanden. Es sind vorwiegend Gebirgsbäche aus den Ufern getreten, durch Ortschaften durchgeflossen.
Es wurden Weg- und Gartenanlagen schwer beschädigt, zum Glück aber keine größeren Schäden an Gebäuden und es gab auch keine Verletzten. Die Straßenmeisterei und die Feuerwehren waren im Dauereinsatz und die blockierten Straßen konnten großteils schon am Abend wieder freigelegt werden.
In Zederhaus wurde ein Graben durch eine Mure verlegt, davon sind zwei große Wildbachsperren betroffen, die wir erst heute besichtigen werden“, sagt Philipp Santer, der Lungauer Katastrophenreferent.
ORF Salzburg
Steiermark:
In Teilen der Obersteiermark sind Dienstagabend schwere Unwetter mit Vermurungen niedergegangen. Am stärksten betroffen war die Gemeinde Ranten im Bezirk Murau.
Feuerwehren im Dauereinsatz
In der Ortschaft Ratschfeld wurden zahlreiche Keller von Einfamilienhäusern überflutet; zu Vermurungen und überfluteten Kellern kam es auch in den Bereichen Ranten und Freiberg.
Gemeindestraßen wurden verlegt, die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.
ORF Steiermark
