Oö: Feuerwehr ließ Totengräber im Stich
Pregarten/Linz (Oö): Vier Tage vor Allerheiligen hat sich ein Totengräber beim Grabschaufeln beide Hände in einer Baggerschaufel eingeklemmt. Schwer verletzt rief er die Feuerwehr an. Die war so lange „nicht zuständig“, bis die Rettung die Brandschützer um Bergehilfe rief.
Der Arbeitsunfall passierte am 29. Oktober 2008 um 16.30 Uhr auf dem Friedhof in Pregarten. Der Totengräber Johann Gallistl (42) geriet mit beiden Händen zwischen die Schaufel des Hydraulik-Baggers. „Ich war alleine und bekam Angst, weil es ja zu der Zeit finster wird“, sagt der Totengräber.
Mit einem Ruck konnte er seine eingeklemmte linke Hand befreien. Doch am Zeigefinger zog er sich eine massive Rissquetsch-wunde zu. „Ich habe dann mit dem Handy den Feuerwehr-Notruf 122 angerufen“, sagt Gallistl. Hilfe kam aber nicht. „Der Herr in der Leitzentrale meinte, die Feuerwehr sei nicht zuständig.“ Der Feuerwehrmann bot dem Verunglückten aber eine weitere Telefonnummer an. „Ich fragte den Mann, wie ich mir die Nummer notieren soll, wenn ich mit der rechten Hand im Bagger eingeklemmt bin und mit der linken das Handy halte. Außerdem hatte ich starke Schmerzen“, sagt der Patient. Weil keine Hilfe kam, rief Gallistl schließlich die Rettung, die prompt zur Stelle war.
Doch die Sanitäter konnten den 42-Jährigen nicht befreien. „Was haben die Sanitäter getan? Sie haben die Feuerwehr angerufen.“ Die Freiwilligen durchtrennten die Hydraulik-Kabel des Baggers und befreiten seine Hand mit einer Brechstange. Gallistl kam ins Linzer Unfallkrankenhaus.
Dort meinten die Ärzte, sie seien nicht zuständig. Denn bei dieser Verletzung sei eine mikrochirurgische Behandlung im Linzer AKH erforderlich. Doch dort winkten die Mediziner ab: „Wegen eines Fingers machen wir keine mikrochirurgische Behandlung.“ Gallistl wurde schließlich im UKH verarztet. Ob sein rechter Zeigefinger je wieder normal funktionieren wird, ist fraglich. Das Landesfeuerwehrkommando bedauert den Vorfall, sprach von einem „Verständigungsproblem“. Der Totengräber habe sich, „wahrscheinlich im Schock“, unklar ausgedrückt.
