D: Großfeuer in Reifenhandelsbetrieb fordert Materialschlacht

Elsdorf-Westermühlen (Deutschland): Sieben Feuerwehren, 150 Einsatzkräfte und eine Materialschlacht: Ein Großfeuer in einem Reifenhandel in Elsdorf-Westermühlen forderte am Montagabend, dem 17. November 2008, die Einsatzkräfte.
Kurz vor 19 Uhr wurde der Brand in einem Reifenhandel in der Hauptstrasse in Elsdorf-Westermühlen entdeckt. Die Freiwillige Feuerwehr Elsdorf-Westermühlen forderte umgehend die Kameraden aus Hohn nach. Deren Wehrführer Olaf Brumm berichtete: „Der Dachstuhl brannte bereits lichterloh. Wir ließen daraufhin sofort die Wehren aus Rendsburg, Fockbek, Hamdorf und Bargstall nachalarmieren.“ Menschen waren nicht in Gefahr, so dass sich die Feuerwehren sofort auf die Brandbekämpfung und das Schützen der Nachbargebäude konzentrieren konnten.

Mit einem Wasserwerfer konnte das Wohnhaus vom Brandobjekt geschützt werden. Auch ein weiteres Wohnhaus in der Nach-barschaft, das in Windrichtung lag und dem enormen Funkenflug ausgesetzt war, konnte erfolgreich geschützt werden. Der gesamte Dachboden des rund 40 Meter breiten ehemali-gen landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäudes diente als Lager für tausende von Auto- und Motorradreifen und Felgen. Diese brannten wie eine Fackel. Daher wurde der Löschzug Ge-fahrgut (LZ-G) des Kreises Rendsburg-Eckernförde alarmiert und mit Schadstoffmessungen rund um Elsdorf-Westermühlen betraut.
LZ-G-Zugführer Martin Schuldt konnte nach einiger zeit Entwarnung geben: „Durch die enorme Hitze und Thermik haben sich giftige Schadstoffe schnell verflüchtigt, bzw. sind verbrannt. Im späteren Verlauf des Einsatzes haben wir zwar Verbrennungsprodukte in der Luft nachweisen können, die aber allesamt unter den Grenzwerten lagen“, so Schuldt. Die Feuerwehr Rendsburg setzte eine Drehleiter und ihren Teleskopmast ein, um das Flammenmeer von oben zu bekämpfen. Diese Maßnahme zeigte jedoch erst Wirkung, nachdem dem Löschwasser Schaummittel zugesetzt wurde. Gegen 22 Uhr konnten die ersten Wehren wieder in ihre Standorte entlassen werden. Die Kameraden aus Elsdorf-Westermühlen waren noch die ganze Nacht mit Nachlöscharbeiten beschäftigt.

Eine Bilanz der Materialschlacht liegt derzeit noch nicht vor. Die Kripo nahm noch während der Löscharbeiten die Ermittlungen auf, konnte zur Brandursache jedoch keine Angaben machen. Den Schaden bezifferten Feuerwehr und Kripo auf mindestens 500.000 Euro. In dem Gebäudekomplex aus den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts hatten neben dem Reifenhandel auch eine Firma für alternative Energien und eine so genannte „Schrauberwerkstatt“ für Bastler Räumlichkeiten gemietet. Wie hoch deren Schaden durch den Brand und Löschwasser ist, ist noch völlig unklar.
