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Ktn: Streit Feuerwehr -> ÖBB nach Feuer im Koralm-Sondierstollen

Kärnten: Im Sondierstollen des in Bau befindlichen Koralmtunnels hat in der Nacht auf den 21. November 2008 ein Bagger zu brennen begonnen. Acht Arbeiter konnten sich in letzter Minute retten. Die Feuerwehr kritisiert die ÖBB wegen fehlender Bergegeräte.

Seit Monaten wird im Dreischichtbetrieb auf der Tunnelbaustelle Koralpe gebaut, die Teams sind bereits sechseinhalb Kilometer in den Berg vorgedrungen. Im Erkundungstunnel spielten sich gegen 2.00 Uhr dramatische Szenen ab. Bezirkskommandant Peter Hauser: „Im Erkundungsstollen, ca. fünf Kilometer im Inneren, kam es aus bisher unbekannter Ursache zum Brand eines Kleinbaggers. Acht Schichtarbeiter mussten den Bereich sofort verlassen.“

Mit Fahrzeugen Bagger zur Seite geräumt: Es begann ein Wettlauf gegen die Zeit und den starken Rauch. Die Hitze wurde nach wenigen Minuten unerträglich. Die acht Mineure waren mit Atemschutzmasken ausgestattet, sie konnten sich nach anfänglicher Flucht zu Fuß in einen Mischwagen und einen Lieferwagen retten. Der Bagger stand im Vollbrand und sperrte den Weg nach draußen ab. Mit Vollgas kamen sie mit den Fahrzeugen am brennenden Bagger vorbei in Sicherheit. Sie erlitten leichte Rauchgasvergiftungen. Im Tunnel befand sich auch Sprengstoff, es bestand daher Explosionsgefahr.

Sprengstoff wurde aus Stollen entfernt: Gegen Mittag gelangten einige Feuerwehrleute und der Bauleiter in den Sondierstollen, sie konnten den Sprengstroff nach draußen bringen, die Gefahr war gebannt. Ein Teil der Gemeinde Maria Rojach ist immer noch großräumig abgesperrt. Die Spezialisten beraten, wie bei den Bergearbeiten vorgegangen werden soll und wann die Vortriebarbeiten wieder anfangen können.

Feuerwehr: „Hätten zuschauen müssen“: Die Feuerwehr kritisiert die ÖBB, es gebe kein Bergegerät. Jakob Radl von der Feuerwehr Maria Rojach: „Wir hätten keine Möglichkeit gehabt, die Leute zu befreien. Wir haben schon mehrmals darauf hingewiesen, dass wir keine Gerätschaften haben, aber sie haben immer wieder gesagt, es wird eh nichts passieren. Wir haben aber darauf hingewiesen, dass es in der zehnjährigen Bauzeit sicher einmal der Fall sein wird. Wir können im Ernstfall, wenn Leute eingeschlossen sind, ja nicht draußen stehenbleiben und warten, bis alles vorbei ist. Das ist nicht unsere Natur. Wir möchten helfen, und sind auf Geräte für die Rettung angewiesen.“

ÖBB: „Es wurden keine Fehler gemacht“: Die Bundesbahnen sind sich keiner Schuld bewusst, sagte Andreas Kiesling, Projektleiter der ÖBB: „Für diesen Fall, der heute an dieser Baustelle stattgefunden hat, hätte die Feuerwehr gar nicht einfahren können, weil Explosionsgefahr herrschte. Daher verstehe ich diese Kritik nicht.“ Man werde aber überprüfen, ob es Fehler gegeben habe. Aus jetziger Sicht habe es keine gegeben, die Mannschaft habe richtig gehandelt.

ORF Kärnten

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