Tirol: Bildung von ätzendem Gas bei Salpetersäureaustritt in Innsbruck
Innsbruck (Tirol): Am 10. Dezember 2008 um ca. 07.40 Uhr wurde die Berufsfeuerwehr zu einem Chemieunfall in einem Industriebetrieb in Innsbruck gerufen. An der Einsatzstelle stellte sich heraus, dass zwei Glasbehälter,…
… gefüllt mit insgesamt ca. 5l Salpetersäure, zerbrochen waren und die Chemikalie ausgetreten ist und sich ein stark ätzendes Gas gebildet hat. Die Firma war bereits beim Eintreffen der Feuerwehr evakuiert. Vorangegangene Versuche von Arbeitern, den Schaden selbst zu beheben, scheiterten. Da die zwei Mitarbeiter längere Zeit dem Gas ausgesetzt waren, wurden sie dem Notarzt zur Versorgung übergeben. Zur Kontrolle wurden vom Rettungsdienst vier weitere Firmenangestellte in die Klink verbracht. Von der Berufsfeuerwehr und der Exekutive wurde das Gelände großräumig abgesperrt, und zur Unterstützung die Freiwilligen Feuerwehren Hötting und Reichenau an die Einsatzstelle alarmiert. In der Folge musste die ausgetretene Flüssigkeit mittels einem speziellen Chemikalienbindemittel gebunden – und die Räumlichkeiten soweit „gereinigt“ werden, dass keine Gefahr mehr für die Firmenmitarbeiter bestanden hat. Zusammen mit dem Arbeitsinspektorat wurden im Anschluss Messungen durchgeführt – es wurde festgestellt, dass keine gefährlichen Gase mehr vorhanden sind. Nach ca. 3h wurden die Absperrmaßnahmen wieder aufgehoben und die Räumlichkeiten wieder an die Firma übergeben.
Warum die Glasbehälter zerbrochen sind bis dato unbekannt.
Von Seiten der Feuerwehren der Stadt Innsbruck waren 30 Mann mit insgesamt zehn Fahrzeugen im Einsatz.
Einsatzleiter: Bereitschaftsoffizier Ing. Marcus Wimmer.
ORF-BERICHT:
In Innsbruck hat es Mittwochvormittag, 10. Dezember 2008, einen Unfall mit giftiger Säure gegeben. Sechs Arbeiter wurden in die Klinik gebracht. Die Feuerwehr war mit 30 Mann am Unfallort. Mittlerweile konnten fünf Arbeiter die Klinik wieder verlassen.
Fünf Liter giftige Salpetersäure flossen aus, als ein Glasbehälter brach. Die Säure wird in dem Betrieb im Innsbrucker Industriegebiet normalerweis zum Putzen benützt. In dem Werk werden Diamanten beschichtet. Zwei Arbeiter atmeten die ätzenden Dämpfe ein und mussten wegen des Verdachts auf Verletzungen an Luftröhre und Lunge in die Klinik gebracht werden. Vier weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden zur Kontrolle ebenfalls in die Klinik gebracht.
Spezielle Belüftungsgeräte im Einsatz: Berufsfeuerwehr Innsbruck und Freiwillige Feuerwehren rückten mit insgesamt 30 Mann an und versuchten die ausgeflossene Salpetersäure zu binden und die Räume zu belüften. Dafür wurden nicht nur Türen und Fenster geöffnet, sondern auch eigene Belüftungsgeräte eingesetzt. Laut Feuerwehr könnte der Glasbehälter von selbst zerbrochen sein.
