Nö: 800-Tonnen-Frachtschiff bei Melk auf der Donau auf Grund gelaufen

Melk (Nö): Ein mit Stahl beladenes rumänisches Frachtschiff ist am Freitagabend, dem 2. Jänner 2009, auf der Donau bei Melk auf Grund gelaufen. Verletzt wurde niemand, auch Schäden an der Umwelt gibt es nicht. Feuerwehrtaucher konnten das Leck im Schiffsrumpf abdichten.
Stundenlang waren die Taucher in der Nacht auf Samstag im eiskalten Wasser der Donau im Einsatz und dichteten das Leck im Schiffsrumpf zumindest provisorisch ab. Die Pumpen laufen auf Hochtouren, um das eingedrungene Wasser aus dem rumänischen Frachter zu bringen und ihn über Wasser zu halten.

Der Frachter hat etwa 800 Tonnen Stahl geladen, die Ladung soll im Laufe des Tages auf ein anderes Schiff umgeladen werden. Die Unfallursache war nach Angaben von Karl Denk, dem Einsatzleiter der Feuerwehr, möglicherweise eine Felsplatte, die sich im Flussbett aufgestellt haben dürfte. Diese soll dann den Schiffsrumpf aufgeschlitzt haben. Die Schifffahrt auf der Donau ist durch diesen Unfall nicht beeinträchtigt.

Fiwo-Update per 3.1., ca. 14.00 Uhr: Derzeit werden die Pumpen und Schläuche von der Feuerwehr aus dem Schiff geräumt. Mit einem 100 Tonnen Schiffs-Bagger soll in der Folge das Schiff entladen werden.
FEUERWEHR MELK: Pressemeldung 2. Teil vom 3.01.2009, 16:00 Uhr:
Aktuell werden Stahlblechrollen mithilfe des hinzugezogenen Baggers der Firma Meister auf ein beigestelltes Ersatzschiff entladen. Da keine unmittelbare Gefahr vom Schiff ausgeht werden die Arbeiten aus Sicherheitsgründen mit Einbruch der Dunkelheit abgebrochen. In den Nachtstunden wird das Schiff durch Auspumparbeiten der Feuerwehr stabilisiert.

Sonntag, 4.1.2009, ist geplant die verbleibende Ladung, die für eine Entnahme am offenen Wasser zu schwer ist, optimal im Laderaum zu verteilen. Danach ist vorgesehen, falls das Schiff manövrierfähig ist, die Schiffswerft in Linz anzufahren. Die Donauschifffahrt ist durch die Havarie nicht beeinträchtigt.
Eingesetzte Kräfte:
• Schifffahrtsaufsicht: 3 Mann mit Einsatzboot „Melk“
• Einsatzkräfte der Feuerwehr:
Aktuell konnte der Mannschaftsstand auf rund 20 Mann reduziert werden.
• Feuerwehr Gossam: 1 Arbeitsboot
• Feuerwehr Emmersdorf
• Feuerwehr Melk: 2 Arbeitsboote und Feuerwehrmotorschiff „Gabriele“
• Feuerwehr Amstetten: Schwerlastgehänge

FEUERWEHR MELK: Pressemeldung 1. Teil vom 3.01.2009, 11:00 Uhr:
Am 2.01.2009 um ca. 19.45h fuhr der stromaufwärts fahrende Frachtkahn „Canal Services 7“ mit rund 800t Stahl beladen unter rumänischer Flagge Höhe Schönbühel. Aus unbekannter Ursache schlug das Schiff leck und kam oberhalb von Schönbühel rund 50m vom linken Donauufer zum Stehen.
Um 19.50 wurden von der Bezirksalarmzentrale Melk die Feuerwehren Gossam, Emmersdorf, Willendorf und Melk sowie die Tauchdienstgruppe Nord alarmiert.

Die Erstmaßnahme der Feuerwehr war die Lokalisierung des Lecks durch Abpumpen der eingetretenen Wassermassen. Danach dichteten die Feuerwehrtaucher das Leck provisorisch mit Holzkeilen vom Schiff aus ab. Aktuell befindet sich das Schiff in leichter Schräglage, wobei der Bug leicht unter Wasser steht. Die Lage ist aber aufgrund der Pumparbeiten mit rund 10 Tauchpumpen stabil. In Kürze wird ein Baggerschiff erwartet mit dessen Bagger die Ladung (Stahlblechrollen und Stahlplatten) des Frachtkahns auf ein anderes Schiff umgeladen werden soll. Nach der Entladung wird entschieden, ob das Schiff selbständig die Schiffswerft in Linz anfahren kann.
