Brand

Bayern: Fünf Brände in München in der Nacht auf den 25. Jänner 2009

München (Bayern): Sehr feuerreich gestaltete sich die Nacht vom 24. auf den 25. Jänner 2009 für die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr München. Sie mussten zu nicht weniger als fünf Bränden ausrücken.

1. Feurige Geburtstagsfeier – Samstag, 24. Januar 2009; 20.11 Uhr; Säbener Platz: Eine Feier zum 18. Geburtstag nahm am Abend eine ungewollte Wende. Im Verlauf der Feierlichkeiten bemerkte die 52-jährige Mutter Flammenschein aus dem Gartenhäuschen, in dem eine Sauna eingebaut war. Noch während der Notruf abgesetzt wurde, unternahm die Mutter mit einem Gartenschlauch eigene Löschversuche. Dabei zog sie sich eine leichte Rauchgasvergiftung zu. Beim Eintreffen der Feuerwehr waren die Flammen bereits weithin sichtbar.

Nur der zeitgleiche Einsatz von zwei Löschrohren und mehreren Trupps unter schwerem Atemschutz konnten eine weitere Ausbreitung des Brandes verhindern. Die umfangreichen Löscharbeiten gestalteten sich durch die enge Bebauung und die vielen zu kontrollierende Bereiche, wie Keller und Spitzboden, als äußerst schwierig. Aufgrund der starken Beanspruchung der Bausubstanz durch den Brand wurden mehrere Stützen in das Gebäude eingebracht, um die Standsicherheit zu bewahren. Die Frau mit Rauchgasvergiftung wurde von Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr versorgt und zur weiteren Behandlung in eine Münchner Klinik transportiert.
Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf 50.000 Euro.

2. Schwerverletzter bei Zimmerbrand – Samstag, 24. Januar 2009; 22.58 Uhr; Freischützstraße: Ein im 3. Obergeschoss gelegenes Apartment wurde bei einem Brand vollkommen zerstört. Die ersten in das Gebäude vorgehenden Einsatzkräfte fanden im Treppenraum eine Frau vor, die sich aufgrund der Rauchentwicklung eine leichte Rauchgasvergiftung zugezogen hatte. Sie wurde von den Feuerwehrleuten Polizeibeamten übergeben, die sie in Sicherheit brachten und dem Rettungsdienst übergaben. Beim weiteren Vorgehen der Feuerwehr wurde eine bewusstlose männliche Person vor der geöffneten Eingangstüre der Brandwohnung gefunden. Unverzüglich wurde diese ins Freie gebracht. Das Feuer in dem ca. 40 m² großen Apartment wurde über den Treppenraum und über eine Drehleiter bekämpft. Durch die offen stehende Wohnungseingangstüre konnte sich der Brandrauch ungehindert im Flur des 3. Obergeschosses ausbreiten.

Parallel zur Brandbekämpfung setzten daher auch die Belüftungsmaßnahmen durch die Feuerwehr ein. In den darüber liegenden Etagen kontrollierten die Einsatzkräfte mehrere Wohnungen und führten Messungen durch. Der schwer verletzte, ca. 45-jährige Mann wurde durch den Rettungsdienst und ein Notarztteam der Berufsfeuerwehr behandelt und auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht. Die im Treppenraum vorgefundene Frau kam ebenfalls mit dem Rettungsdienst in eine Klinik. An den Arbeiten an der Einsatzstelle waren neben zahlreichen Kräften verschiedener Berufsfeuerwehrwachen auch die Freiwillige Feuerwehr, Abteilung Oberföhring, beteiligt. Der Brandschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen durch den Einsatzleiter auf ca. 40.000 Euro.

3. Verkaufsstand durch Feuer zerstört – Sonntag, 25. Januar 2009; 2.26 Uhr; Lilienthalallee: Aus einem ca. 5 x 10 m großen Gebäudeanbau bemerkten die Einsatzkräfte der Feuerwache Milbertshofen bei ihrer Ankunft eine starke Rauchentwicklung. Nach dem gewaltsamen Eindringen in die Räumlichkeiten konnte ein in Brand geratener Verkaufsstand für Obst und Gemüse als Brandherd lokalisiert werden, der in der Folge schnell gelöscht werden konnte. Bei der weiteren Absuche des Gebäudes wurde eine Propangasflasche aufgefunden und aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich in Sicherheit gebracht. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Der Schaden beläuft sich auf ca. 5.000 Euro.

4. Drei Wohnungen durch Brand unbewohnbar, Sonntag, 25. Januar 2009; 7.02 Uhr, Lachmannstraße: Rund 100.000 Euro Sachschaden entstanden beim Brand in einer ca. 50 m² großen Wohnung in Neuhausen. Bei der Ankunft der Einsatzkräfte der Feuerwache Westend schlugen aus einem Fenster im 1. Stock des viergeschossigen Wohnhauses meterhohe Flammen und drohten auf eine Wohnung darüber überzugreifen.

Dort waren die Fensterläden bereits in Brand. Durch das schnelle Eingreifen konnte hier eine Brandausbreitung in letzter Sekunde verhindert werden. Der Brand in der Wohnung war von sehr großer Intensität. Durch die abgebrannte Wohnungseingangstüre breitete sich der Brandrauch ungehindert im gesamten Treppenraum aus. Im 3. Stock machten sich zwei Personen bemerkbar, denen durch den extrem stark verrauchten Treppenraum der Fluchtweg abgeschnitten war. Sie wurden über eine Drehleiter in Sicherheit gebracht. Beide, ein Mann und eine Frau, zogen sich leichte Rauchgasvergiftungen zu und mussten durch den Rettungsdienst in eine Klinik transportiert werden. Die restlichen Hausbewohner flüchteten gerade noch rechtzeitig vor dem Durchbrand der Wohnungstüre ins Freie. Auch der 67 Jahre alte Wohnungsinhaber der Brandwohnung war darunter, der ebenfalls eine Rauchgasvergiftung erlitten hatte.
Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr und eine Notarztteam versorgten ihn und brachten ihn zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.

Beim Vordringen in die Wohnung fanden die Einsatzkräfte den Jagdhund des 67 Jährigen. Sie retteten das Tier. Der Hund wurde bis zum Eintreffen der von der Integrierten Leitstelle verständigten Tierrettung von Feuerwehrleuten betreut und mit Sauerstoff versorgt. Die betroffene Wohnung wurde durch das Feuer total zerstört. Zwei im 2. Stock gelegene Wohnung sind ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die unmittelbar darüber liegende Wohnung wurde durch Brandrauch, der durch die Fehlbodendecke drang, so stark geschädigt, dass sie nicht mehr bewohnbar ist. Bei einer weiteren Wohnung im 2. Obergeschoss konnte der Rauch durch eine bei der Flucht offen gelassen Wohnungstüre ebenfalls eindringen.

Auch sie ist momentan nicht mehr bewohnbar. Die Bewohner dieser Räumlichkeiten sorgen für ihren weiteren Verbleib selbst. Bei den aufwendigen Nachlöscharbeiten wurde die Fehlbodendecke auf der Suche nach versteckten Glutnestern geöffnet.

5. Brandmeldeanlage verhindert Schlimmeres, Sonntag, 25. Januar 2009; 7.03 Uhr, St.-Veit-Straße: In der Integrierten Leistelle der Berufsfeuerwehr München lief kurz nach 7 Uhr morgens ein Alarm der automatische Brandmeldeanlage eines Geschäftsanwesens in der St.-Veit Straße ein. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte der Feuerwache Ramersdorf fest, dass eine Brandmelderschleife im Untergeschosses ausgelöst hatte. Bei der Nachsicht in den entsprechenden Räumlichkeiten bemerkten die Feuerwehrbeamten eine Rauchentwicklung. Ursache dafür war eine in Brand geratene Wärmepumpe, die vermutlich aufgrund eines technischen Defektes Feuer gefangen hatte. Der Brand konnte dank der schnellen Alarmierung über die Brandmeldeanlage rasch gelöscht werden. Aufwändig gestaltete sich die Belüftung des Untergeschosses. Der Brandrauch hatte sich über einen gesamten Brandabschnitt ausgebreitet, der zum Teil auch als Lager für Textilien verwendet wird. Der Schaden am Gebäude und an der Pumpe beläuft sich auf etwa 20.000 Euro. Ob Schaden durch Brandrauch an dem im Keller eingelagerten Warenbestand entstand bzw. über dessen Höhe kann durch die Feuerwehr nicht abgeschätzt werden. Verletzt wurde niemand.

Berufsfeuerwehr München

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