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Australien: Buschbrände -> Mindestens 200 Todesopfer bestätigt

Teil 2 der Berichterstattung über die Buschbrandkatastrophe in Australien 2009.

Letztes Update: 17. Februar 2009, 13.50 Uhr

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Update per 11.2.2009, 08.40 Uhr:

Neue Fälle von Brandstiftung in Australien: Neue Fälle von Brandstiftung erschweren den Kampf gegen die verheerenden Buschfeuer in Australien. Der Premierminister des Bundesstaates Victoria, John Brumby, sagte am 11. Februar 2009, es gebe „kaum Zweifel“, dass über Nacht neue Brände gelegt worden seien. Der australische TV-Sender ABC berichtete von zwei Fällen, in denen die Feuerwehr allerdings rechtszeitig vor Ort gewesen sei. Nach Polizeiangaben sind in den betroffenen Gebieten außerdem zunehmend Plünderer aktiv. Tausende Feuerwehrleute waren heute weiter im Einsatz, um im Südosten des Landes gegen insgesamt 23 Brandherde zu kämpfen.

Bei den Feuern kamen amtlichen Angaben zufolge bislang mindestens 181 Menschen ums Leben. Nach Angaben des australischen Regierungschefs Kevin Rudd wurden mindestens 500 weitere durch die Flammen verletzt und fast 1.000 Häuser zerstört, 5.000 Menschen wurden obdachlos. Eine Fläche von 365.000 Hektar fiel den Flammen zum Opfer.

 

 


Update per 11.2.2009, 12.35 Uhr:


Australier kehren nach Buschbränden zurück

Nach den verheerenden Buschbränden im Südosten Australiens sind am Mittwoch, dem 11. Februar 2009, die ersten Bewohner in die zerstörten Ortschaften zurückgekehrt. Viele stehen buchstäblich vor dem Nichts. Von ihren Häusern und ihrem Hab und Gut ist nur ein Haufen Asche übriggeblieben.

„Wo fängt man an? Wo fängt man an?“ sagte Peter Denson vor den Ruinen seines Hauses in Kinglake. Die Ortschaft wurde vom Feuer völlig ausgelöscht, mindestens 39 Menschen kamen hier in den Flammen ums Leben.

Die Behörden hatten betroffene Orte wie Kinglake zunächst gesperrt, weil zuerst noch die Leichen aus den zerstörten Häusern geborgen und die Ermittlungen abgeschlossen werden sollten. Der Regierungschef des Staates Victoria, John Brumby, zeigte sich besorgt über die möglichen emotionalen Reaktionen der Rückkehrer auf die Zerstörung. Mehr als 1.000 Häuser wurden ein Raub der Flammen, rund 5.000 Menschen waren obdachlos.

Die Polizei teilte am Mittwoch mit, dass Brandspezialisten erste Untersuchungen abgeschlossen und sechs Brandherde zu den Feuern vom Samstag entdeckt hätten. In einem Fall, in der Nähe der Stadt Churchill, sei Brandstiftung festgestellt worden. Nach einem Verdächtigen werde gefahndet, hieß es. Die Zahl der bestätigten Toten durch die Waldbrände lag am Mittwoch bei 181, es wurde aber mit mehr als 200 Opfern gerechnet.

Tausende meist freiwillige Helfer kämpften noch weiter gegen mehr als ein Dutzend Brände. Das Wetter war zwar kühl, böige Winde erschwerten aber die Löscharbeiten. Die Meteorologen erwarten für das Wochenende wieder höhere Temperaturen.

 

 


Update per 11.2.2009, 15.30 Uhr:

 

Geretteter Koalabär erobert australische Herzen

Ein aus den australischen Buschfeuern geretteter durstiger Koalabär erwärmt die Herzen der Australier. Der Feuerwehrmann Dave Tree stieß auf das weibliche Beuteltier, als er im Bundesstaat Victoria gegen die Buschbrände kämpfte. Verblüfft schaute er zu, wie die offenbar vollkommen ausgetrocknete Koaladame gierig zwei Flaschen Wasser leerte.

Leidensfähig. „Manche überleben die Buschbrände… geht’s Dir gut, Kumpel?“, fragte Tree, während er das Tier streichelte und ein anderer Feuerwehrmann die Szene mit seiner Handy-Kamera filmte. „Das ist erstaunlich – wie viel kann ein Koala ertragen?“

Tapferes Mädchen. Der Film über den Koala, der umgehend auf den Spitznamen Sam getauft wurde, entwickelte sich bei YouTube zum Publikumsmagneten und wurde im Handumdrehen mehr als 51.000 Mal aufgerufen. Laut der Zeitung „Herald Sun“ trug Sam bei den Buschbränden Brandverletzungen an den Pfoten davon und ertrug tapfer starke Schmerzen.Sie werde inzwischen in einer Wildschutzstation aufgepäppelt und sei auf dem Wege der Besserung.

 

 


Update per 12.2.2009, 07.40 Uhr:

Brandstifter verhaftet:

In Australien sind nach den verheerenden Buschbränden bei Melbourne am vergangenen Wochenende zwei mutmaßliche Brandstifter festgenommen worden. Die beiden seien nach Hinweisen aus der Bevölkerung zum Verhör gebracht worden, sagte heute die Polizeichefin des Bundesstaates Victoria, Christine Nixon. Der Verdacht liege nahe, dass etwa der Brand in der Ortschaft Marysville mit möglicherweise 100 Todesopfern absichtlich gelegt worden sei. Die Behörden haben bislang 181 Todesopfer bestätigt, doch fürchten sie, dass die Opferzahl auf weit über 200 steigt. Es waren die verheerendsten Brände, die Australien je erlebt hat. Insgesamt wurden 5.000 Menschen obdachlos, 1.200 Häuser zerstört und mehr als 450.000 Hektar Land niedergebrannt. Nach Angaben der Polizeichefin waren auch nach den verheerenden Bränden vom Wochenende wieder Brandstifter aktiv. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren.


Update per 12.2.2009, 14.35 Uhr:

Australien intensiviert Suche nach Brandstiftern & Atempause für die Feuerwehrleute:

Auf der Suche nach Brandstiftern der verheerenden Buschbrände hat die australische Polizei am Donnerstag zwei Verdächtige vorübergehend festgenommen. Behördenangaben zufolge hatten sich die beiden „verdächtig“ im Zusammenhang mit den Bränden mit mehr als 180 Toten verhalten. Die Verdächtigen wurden nach Medienberichten später wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Ermittler haben nach eigenen Angaben Beweise, dass mindestens eines der Feuer durch Brandstiftung ausgelöst wurde. „Wir sind uns sicher, dass das Feuer in Churchill absichtlich gelegt wurde“, sagte die Polizeichefin des am stärksten betroffenen Bundesstaats Victoria über einen Brand mit 21 Toten. Auch das Feuer in Marysville mit mindestens 15 Todesopfern erscheine „verdächtig“. Die Behörden befürchteten, dass die Zahl der Opfer dort noch auf bis zu 100 steigen könnte.

Die Polizei hatte zu Beginn der Woche die umfangreichsten Brandermittlungen in der Geschichte des Landes gestartet und warnte, dass bei Brandstiftung mit Todesfolge eine Haftstrafe von 25 Jahren wegen Mordes drohe. Unterdessen verschafften kühlere Temperaturen und abflauende Winde den Brandbekämpfern eine Atempause. Befürchtungen, wonach sich in der Region Gippsland östlich von Melbourne zwei große Brände zu einem gigantischen Feuer zusammenschließen könnten, bewahrheiteten sich nicht. „Wir müssen auf der Hut bleiben“, warnte Australiens Premierminister Kevin Rudd jedoch vor dem Parlament. Am Donnerstag, dem 12. Februar 2009, wüteten noch immer 30 Brände. Unterdessen wurden Rufe nach einem landesweiten Alarmsystem immer lauter. Kompetenzgerangel und Bedenken sollten von Datenschützern nicht länger ein Hindernis für den Aufbau eines solchen Systems sein.


Update per 13.2.2009, 21.10 Uhr:

Feuerwehr profitiert von günstigeren Wetterbedingungen:
Im Zusammenhang mit dem tödlichen Buschbränden hat die Polizei in Australien zwei Männer festgenommen. Die beiden seien durch verdächtiges Verhalten nahe der Stadt Yea nördlich von Melbourne aufgefallen, erklärten die Ermittler.

Ob sie der Brandstiftung verdächtigt werden, war zunächst allerdings nicht klar. Die Regierung bemühte sich um die Einrichtung eines landesweiten Feuer-Alarmsystems über Telefon. Regelungen zum Datenschutz und ein Streit über die Finanzierung verzögerten solche Pläne seit Jahren, wie die Zeitung «The Australian» berichtete. Generalstaatsanwalt Robert McLelland sprach sich für automatische Kurznachrichten in von Bränden betroffenen Gebieten aus.

Nach Behördenangaben wurden mindestens zwei der Brände im Staat Victoria am vergangenen Wochenende – 7. und 8. Februar 2009 – absichtlich gelegt. Generalstaatsanwalt McLelland betonte, jeder, der einen tödlichen Brand zu verantworten habe, müsse mit einer lebenslangen Haftstrafe rechnen.

Bessere Wetterbedingungen: Im Kampf gegen die Buschbrände sind den Feuerwehrleuten günstigere Wetterbedingungen zu Hilfe gekommen. Es habe abgekühlt, und es liege etwas Feuchtigkeit in der Luft, außerdem sei der Wind schwächer. Das helfe der Feuerwehr beim Kampf gegen die Flammen, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Auch in den kommenden Tagen würden vergleichsweise günstige Wetterverhältnisse erwartet, sagte er der australischen Nachrichtenagentur AAP. Damit könne jetzt «gute Arbeit» geleistet werden.

21 Brände wüten weiter: Dennoch wüteten nach Behördenangaben 21 Brände in der Region weiter. Die Zahl der Toten wurde mit mindestens 181 angegeben. 5000 Menschen wurden obdachlos, 1200 Häuser zerstört und mehr als 450’000 Hektaren Land niedergebrannt. Behörden befürchten, dass die Zahl der Todesopfer auf 300 steigen könnte. «Wir gehen auf der Suche nach Leichen von Haus zu Haus und von Strasse zu Strasse», sagte Christine Nixon von der Polizei Victoria: «Wir haben Grund davon auszugehen, dass noch mehr Menschen durch diese Brände umgekommen sind.» Der Premierminister des betroffenen Bundesstaates Victoria Fehler räumte erstmals Fehler der Regierung ein. Viele Menschen seien nicht früh genug vor der herannahenden Feuerwalze gewarnt worden, weil die Telefone überlastet waren, sagte John Brumby.

 

 


Update per 15.2.2009, 12.00 Uhr:


Trauerfeier für Opfer der Buschbrände und Lob für die Feuerwehrleute:

In einer Trauerfeier hat Australiens Premierminister Kevin Rudd am 15. Februar 2009 der mehr als 180 Opfer der verheerenden Buschbrände gedacht. Anlässlich der Andacht unter freiem Himmel in dem Ort Wandong im Bundesstaat Victoria zeigte sich Rudd zuversichtlich, dass die Menschen die Kraft finden würden, ihre niedergebrannten Gemeinden wieder aufzubauen. Respekt zollte er dem Einsatz der freiwilligen Feuerwehrleute aus der Region: „Ihr habt euch hintangestellt und eure Gemeinde voran“, sagte Rudd.

Zahlreiche erschöpfte Feuerwehrleute in ihren orangefarbenen Schutzanzügen hatten sich zu der Andacht eingefunden und lauschten den Worten des Premierministers teils mit rußverschmierten Gesichtern. Nach seiner Rede setzte Rudd als Zeichen des Gedenkens und der Erneuerung Eukalyptusblätter in eine Schale mit Wasser. Die Region um den Ort Wandong, etwa 50 Kilometer nördlich von Victorias Hauptstadt Melbourne, zählt zu den am stärksten von den Buschbränden betroffenen Gebieten.

Auch in Melbourne folgten die Menschen den Aufrufen zu Andachtsfeiern in Kirchen und zogen im Anschluss in einem Solidaritätsmarsch aus verschiedenen Richtungen zum zentralen Stadtpark Fitzroy Gardens. In Sydney versammelten sich etwa 100 Mitglieder eines Chors zu einer spontanen Vorstellung auf den Stufen des berühmten Opernhauses der Stadt.

 

 


Update per 17.2.2009, 13.00 Uhr:


Mindestens 200 Todesopfer bestätigt:

Die Zahl der Opfer der Buschbrandkatastrophe in Australien ist am Dienstag, dem 17. Feber 2009, nach der Identifizierung von weiteren menschlichen Überresten auf mindestens 200 gestiegen. Die Polizei im Staat Victoria erklärte am Dienstag, die elf neu bestätigten Opfer seien bei einem Brand in der Umgebung der Ortschaft Kinglake ums Leben gekommen.

Es sei zu erwarten, dass die Zahl der Opfer weiter steigen werde. In einigen Fällen sei von den Toten nur Asche geblieben, was die Identifizierung erschwere oder unmöglich mache. Bei den verheerenden Bränden Anfang Februar gingen fast 2.000 Häuser in Flammen auf, 3.900 Quadratkilometer Land wurden verwüstet. Wegen des Verdachts der Brandstiftung leitete die australische Justiz bisher ein Verfahren gegen einen 39-jährigen Mann ein. Er wurde in Schutzhaft genommen, um möglichen Racheakten aus der Bevölkerung vorzubeugen.

ORF News

Neue Züricher Zeitung

Kleine Zeitung

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