Tirol: Gefährliche Fluss- und Stadtjagd nach entlaufenen Rindern in St. Johann

St. Johann (Tirol): Zu einer langwierigen und teilweise lebensgefährliche Tierrettung, mehrerer Jungrinder aus der Fieberbrunnerache musste die FF St. Johann am Sonntag Nachmittag, dem 17. Mai 2009, ausrücken. Im Bereich „Moarbauer“ standen 6 Rinder,…
… darunter ein extrem angriffslustiger Jungstier mitten im Wasser. Dieser griff auch einen Feuerwehrmann im Wasser an, der sich wirklich in letzter Minute durch Tritte mit den Beinen auf das Tier noch retten konnte. Zwei Tiere konnten sehr rasch aus ihrer Lage befreit werden, die restlichen beschäftigten uns noch 5 Stunden lang.

Von beiden Seiten der Ache versuchten wir die Tiere aus dem Wasser zu treiben, ohne Erfolg. Weiters bauten wir mittels Leine eine Sperre über den Fluss auf, auch ohne Erfolg. Danach errichteten wir mit zwei Leinen und zusätzlich wurde ein Baum über die Ache gefällt, aber die Tiere konnten immer wieder die Sperren durchbrechen.

Ein Tier ging kurz vor dem Wasserfall aus der Ache, die restliche drei standen vor dem Abgrund. Durch einsetzen eines HD Rohres konnten die Tiere nach rund 3 Stunden auf den Achendamm getrieben werden. Aber es war noch lange nicht Schluss mit dem Spuk. Es wurde rundherum ein Zaun aufgebaut und neben einer Mauer ein Hänger mit einem Muttertier aufgestellt, wo wir versuchten sie hineinzutreiben.

Bei zwei Tieren gelang das auch, doch eines lief entlang des Dammes Richtung Bundesstraße, unter der Bahn hindurch, wieder zum Moarbauer und dort auf die Geleise der Bundesbahn. Ein aus Richtung Oberndorf kommender Zug konnte noch rechtzeitig angehalten werden, der wiederum setzte einen Notruf ab und somit konnte das Tier auf den Geleisen Richtung Fieberbrunn getrieben werden. Am nächsten Bahnübergang wurde wieder ein Hänger aufgestellt und das Tier ging dort auch hinein.

Doch größere Sorgen bereitete der Jungstier, der Richtung Dorfzentrum unterwegs war. Er lief, mit einem Narkosemittel, das ihm der anwesende Tierarzt noch mit einer Spritze versetzen konnte, durch den Hauptplatz, Speckbacherstraße wo reger Betriebwar,bis zum Bahnübergang. Dort bog er vor den Schallschutzwänden der Bahn und dem Altenwohnheim ab und setzte sich erschöpft nieder. Da konnte ihm dann ein herbeigerufener Jäger den Gnadenschuss versetzen.
