Nö: Neuerlich Feuer in Waidhofen an der Thaya – Zündler gefasst

Waidhofen/Thaya (Nö): Erneuter Feueralarm in Waidhofen an der Thaya: In der Nacht auf Montag, 18. Mai 2009, stand ein Holzlager der Spielzeug-Firma Matador in Vollbrand. In den vergangenen zwei Wochen hatte es bereits mehrere Fälle von Brandstiftungen gegeben.
Nach dem jüngsten Brand wurde ein Verdächtiger ausgeforscht und festgenommen, sagte Chefinspektor Rudolf Scheidl vom Landeskriminalamt NÖ.
Bei dem Mann handelt es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter jener Baufirma, deren Name im Zusammenhang mit den Bränden auftauchte. Der Verdächtige zeigte sich laut Scheidl geständig, das jüngste Feuer gelegt zu haben. Die Befragung zu den anderen Fällen sei noch im Gang.
Nach Feuerwehrangaben erfolgte die Alarmierung um 2.21 Uhr. Zwölf Feuerwehren aus der Stadt und Region standen mit mehr als 100 Mann im Löscheinsatz. Dazu kam ein großes Polizeiaufgebot. „Bewacht“ wurde von der Feuerwehr während des Einsatzes auch das – 50 Meter Luftlinie entfernte – Feuerwehrhaus, nachdem zuletzt auch die Reifen von Feuerwehrautos aufgestochen worden waren.
Mutmaßlicher Brandstifter gefasst:
Der mutmaßliche Brandstifter von Waidhofen der Thaya könnte gefasst sein. Ein Mann wurde dabei erwischt, als er er Montagfrüh versuchte sein Haus anzuzünden, zuvor dürfte er in einer Tischlerei in der Stadt einen Brand gelegt haben. Zeugen berichteten, dass der Mann versucht haben soll, sein eigenes Haus mit Brandbeschleuniger anzuzünden. Kriminalbeamte konnten das gerade noch verhindern. Sie waren dem Verdächtigen auf den Fersen, weil er in der Nacht eine Tischlerei in Waidhofen in Brand gesteckt haben soll.
Nach Auskunft von Brandermittler Rudolf Scheidl handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen etwa 30- Jährigen aus dem Waldviertel. Er soll ein ehemaliger Mitarbeiter jener Baufirma sein, deren Name im Zusammenhang mit den Bränden immer wieder auftauchte. Der Verdächtige zeigte sich laut Scheidl geständig, das jüngste Feuer gelegt zu haben. Die Befragung zu den anderen Fällen ist noch im Gang. Die Polizei vermutet jedenfalls, dass er mit allen fünf Bränden, die in den letzten Tagen im Raum Waidhofen an der Thaya gelegt worden sind, etwas zu tun haben könnte.
Bericht der Feuerwehr Waidhofen/Thaya
Die Freiwillige Feuerwehr Waidhofen/Thaya kommt derzeit nicht zur Ruhe. Erneut wurde um 2:26 Uhr Sirenenalarm durch die Landeswarnzentrale NÖ ausgelöst. Dieses Mal brannte ein Gebäudeteil der Tischlerei Diwald in der Bahnhofstraße in Waidhofen/Thaya, wo Holz im Gebäudeinneren gelagert wurde. In der Erstphase wurden laut Alarmplan sieben Feuerwehren zum Großbrand alarmiert (B3). Aufgrund der großen Entfernung zu den Wasserentnahmenstellen, ordnete der Einsatzleiter HBI Ing. Oberbauer Karl kurz nach dem Eintreffen am Einsatzort eine Alarmstufenerhöhung auf B4 an.

Doch dieses Großaufgebot an Einsatzkräften war notwendig, um insgesamt vier Relaisleitungen von fast vier Kilometer Länge zu legen und zu betreiben. Durch den von Anfang an massiven Löschangriff mit mehreren B-Rohren, C-Rohren und Wendestrahlrohr der Drehleiter konnte ein Übergreifen der Flammen an die angebaute Halle und dadurch ein noch höherer Schaden verhindert werden. Auch mussten ständig Löscharbeiten im Inneren der Nachbarhalle mit schweren Atemschutz durchgeführt werden, damit sich der Brand nicht ausbreiten konnte.

Bei diesen Innenangriffen wurden mehr als 100 Atemluftflaschen gebraucht, welche sofort am Einsatzort mit dem Atemluftkompressor aufgefüllt wurden. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Vormittagsstunden an. Erst dann konnten die ersten Kräfte vom Einsatzort abrücken. Die Nachlöscharbeiten wurden durch einen Bagger und einen Kran unterstützt, welche die dort gelagerten Holzstapel vom Gebäudeinneren heraushoben, um diese im Freien ablöschen zu können.
