Brand

Oö: Großbrand am Dachstuhl im Linzer Ursulinenhof

Linz (Oö): Kurz vor 16.30 Uhr ist am Mittwoch, dem 3. Juni 2009, im Landeskulturzentrum Ursulinenhof auf der Linzer Landstraße Feuer ausgebrochen. Nach ersten Informationen wurde der Dachstuhl zu großen Teilen zerstört. Der Brand ist unter Kontrolle.

Aus dem Dach des Ursulinenhofes schlugen meterhohe Flammen. Die Feuerwehr war innerhalb von sechs Minuten am Brandort . Dort hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Durch den Wind wurde das Feuer immer wieder angefacht.

Ein Übergreifen auf andere Gebäude konnte verhindert werden. Bisher wurden keine Verletzten gemeldet. Ganze Straßenzüge, darunter auch die Landstraße, mussten gesperrt werden. Hunderte Schaulustige erschweren die Löscharbeiten.

Nach ersten Informationen wurden die Schaltzentrale der Klimaanlage, der Regieraum und der Festsaal, der erst im Jahr 2000 neu errichtet worden war, zerstört. Im Keller gelagerte Gasflaschen erschwerten die Löscharbeiten.

Das Gebäude wurde evakuiert. Die Einsatzkräfte hatten mit enormer Hitzeentwicklung zu kämpfen. Der beißende Geruch war noch kilometerweit wahrzunehmen.

Das Gebäude sei erst 2008 wegen des heurigen Kulturhauptstadtjahres renoviert worden. Der Ursulinenhof sei bis Jahresende für Veranstaltungen ausgebucht, so Pühringer. Morgen, Donnerstag, werde besprochen, wie der Komplex möglichst rasch saniert werden kann.

Update per 4. Juni: Gebäude teilweise einsturzgefährdet:
Im Ursulinenhof in Linz ist in der Nacht noch einmal ein Feuer aufgeflackert, es konnte aber rasch unter Kontrolle gebracht werden. Der Schaden ist beträchtlich, der Süd-Trakt sogar einsturzgefährdet.

Donnerstagfrüh, 4. Juni 2009, ist man von einem „Brand Aus“ nach dem Großbrand im Ursulinenhof auf der Linzer Landstraße noch weit entfernt, heißt es von der Berufsfeuerwehr Linz. Das Feuer wird die Einsatzkräfte noch bis Donnerstagmittag beschäftigen. Immer wieder flackern Glutnester auf.

Gegen 22.30 Uhr gab es am Mittwoch einen neuerlichen Alarm. Dieses Feuer konnte aber rasch eingedämmt werden. Für die Feuerwehr steht jetzt Nachlöschen und Aufräumen auf dem Programm. Beamte vom Landeskriminalamt und Brandermittler werden im Ursulinenhof auf Spurensuche gehen.

Der Süd-Trakt des Ursulinenhofs ist einsturzgefährdet, nach Angaben der Berufsfeuerwehr Linz ist die Statik dort nicht mehr gegeben. Der Schaden wird demnach enorm sein. Gerettet, wenn auch nur knapp, konnten hingegen alle Kunstgegenstände aus dem Kulturzentrum werden.

Der größte Feind bei der Bekämpfung des Brandes sei der Wind gewesen, heißt es von der Feuerwehr. Der Wind führte zu einem Flash-Over – einem Überspringen des Feuers – auf die Karmeliterkirche. Die Feuerwehr konnten aber Schlimmeres verhindern. Insgesamt waren 200 Helfer im Einsatz.

Als Brandursache könnten zum jetzigen Zeitpunkt Blitzschlag und Selbstentzündung ausgeschlossen werden, so Gerhard Greßlehner von der Linzer Berufsfeuerwehr. Nicht ausgeschlossen werden könne hingegen Brandstiftung – ob bewusst oder unbewusst. Die genaue Ursache soll noch am Donnerstag geklärt werden. Die Ermittlungen laufen.

URSACHE GEKLÄRT: Arbeiten mit einem Trennschleifer im Keller des Landeskulturzentrums dürften die Ursache für den Großbrand am Mittwochnachmittag gewesen sein. Funkenflug durch einen Lüftungsschacht soll den Dachstuhl entzündet haben. Im Interview mit dem ORF Radio Oberösterreich sagte Sicherheitsdirektor Alois Lißl: „Es dürften im Keller genehmigte Arbeiten an einem Lüftungssystem durchgeführt worden sein. Dieses System musste geöffnet werden und bei diesem Anschneiden ist es offensichtlich zu Funkenflug gekommen, der durch das überdimensionierte Lüftungsrohr sofort diese Funken in den Dachbereich getragen hat.“

Die Bauarbeiter seien am Vormittag befragt worden und hätten auch an einem Lokalaugenschein mit der Brandverhütungsstelle teilgenommen, berichtete Lißl. Dabei habe sich der Ablauf geklärt. „Der Dachbereich ist aus Holz ausgeführt und es hat ein kleiner Funke genügt, dass sofort das Feuer übergesprungen ist und daher auch diese rasante Ausbreitung über die gesamte Dachfläche“, so der Sicherheitsdirektor.

Der Arbeiter verständigte zwar sofort die Feuerwehr, das half aber nichts mehr. Laut Lißl wurden „sofort Erstmaßnahmen eingeleitet, weil sofort Rauch sichtbar war. Es war offensichtlich in Sekundenschnelle am Dach und nicht mehr zu löschen“.

Landeshauptmann dankt nach U-Hof Brand:
Feuerwehren haben größeren Schaden vermieden

„Für das Land ist das wirklich eine Katastrophe!“ zeigt sich Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer von der Brandkatastrophe beim Landeskulturzentrum Ursulinenhof betroffen. „Seit dem Jahr 2000 haben wir den kompletten Ursulinenhof, vor allem auch den großen Saal um fünf Millionen Euro restauriert, nun haben die Flammen fast 25 % des Landeskulturzentrums vernichtet. „Weiteren Schaden haben die Feuerwehren, allen voran die Linzer Berufsfeuerwehr, aber auch die Feuerwehren Ebelsberg, Magdalena, Pöstlingberg, Pichling, Traun und Leonding abwenden können und vor allem die unermesslich wertvollen Kunstwerke gerettet.“

„Ich bedanke mich bei Ihnen ganz besonders. Sie haben ausgezeichnete Arbeit geleistet!“ Beim gestrigen Großbrand waren 70 Mann direkt bei der Brandbekämpfung im Einsatz. Dabei wurden pro Minute 15 m³ Wasser eingesetzt. Der im Erdgeschoss bei Flexarbeiten ausgebrochenen Brand war um 16:18 Uhr gemeldet worden und hatte rasend schnell durch Kamine auf das Dach übergegriffen.
Die Sichtung und Räumung wird vorerst bis Mitte Juni, die Sofortmaßnahmen am Dach und die Trocknung bis Herbst 2010 dauern. Neun Bedienstete, drei im Pressezentrum und sechs in Kultureinrichtungen müssen Ersatzarbeitsplätze erhalten. „Selbstverständlich verliert niemand seinen Arbeitsplatz!“ versichert der Landeshauptmann. Allerdings müssen bis Herbst 2010 800 Veranstaltungen abgesagt oder verlegt werden.
Das Pressezentrum zur Europawahl wird am Sonntag, 7. Juni 2009 ab 14:00 Uhr in den Steinernen Saal des Linzer Landhauses verlegt.
Der Höhenrausch soll ab Freitag, 5. Juni 2009, das Kellertheater ab Montag, 8. Juni 2009 wieder normal ihren Betrieb aufnehmen.
Landeshauptmann Dr. Pühringer bedankt sich nochmals und ausdrücklich bei allem Feuerwehren. Sie haben größeren Schaden von der Stadt und vom Land abhalten können.

ORF Oberösterreich
Pressefotograf Martin Bäunard
Picturenews
Ursulinenhof Linz

Weitere Fotolinks:
Fotos Florian Kollmann
Kerschi Fotos

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