Oö: Katastrophen-Großübung im Chemiepark Linz

Linz (Oö): Bereits vor zehn Jahren haben das Land Oberösterreich, die Landeshauptstadt Linz, die Anrainer-Stadtgemeinde Steyregg sowie die beteiligten Firmen im Chemiepark Linz (CPL) bisher österreichweit einzigartige Verträge über die Zusammenarbeit bei Schadensereignissen erstellt.
„Mit dieser Sondervereinbarung zum Katastrophenschutz im Chemiepark Linz tragen die Industrieunternehmen und die Verwaltungsbehörden der Sensibilität in der Bevölkerung besonders Rechnung“, sagt Feuerwehr-Landesrat Dr. Josef Stockinger als zuständiges Landesregierungsmitglied für Katastrophenschutz.
Die Notfallpläne im Chemiepark Linz regeln den reibungslosen Ablauf zwischen Einsatzorganisationen, Unternehmen und Verwaltungsbehörden. In den vergangenen zehn Jahren wurden diese Notfallpläne ständig aktualisiert. Sie regeln präzise die vorbeugenden Katastrophenschutzplanung, die Alarmierung im Notfall, die Organisation der Hilfsmaßnahmen sowie die öffentliche Information.

Die Großübung am Chemiepark Linz am 10. Juni 2009 fand unter Beteiligung der maßgeblichen Einsatzorganisationen (insbesondere Betriebsfeuerwehr CPL, Berufsfeuerwehr Linz, Polizei, Rotes Kreuz), der Unternehmen am Standort sowie der zuständigen Behörden statt.
Übungsannahme: Nach einer Explosion in einer Versuchsanlage im Unternehmensbereich vom Borealis treten Flüssigkeiten aus. Durch Folgebrände kommt es zu Verwüstungen bei Anlagenteilen. In der Übungsannahme besteht auch ernste Gefahr durch eine nahe Gasstation, sowie die mögliche Beschädigung einer Rohrbrücke im Nahbereich der B3.

„Solche Großübungen ermöglichen es allen Beteiligten, im Ernstfall schnell und richtig zu handeln“, sagt der Kommandant der Betriebsfeuerwehr Chemiepark Linz Oberbrandrat Ing. Gerhard Czejka. Alle Übungen haben das Ziel, dass bei Eintritt eines Schadensereignisses am Chemiepark Linz durch gegenseitige bestmögliche Unterstützung der genannten beteiligten Partner und durch effiziente Koordination erforderlicher Gefahrenabwehrmaßnahmen eine weitgehende Minimierung negativer Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt gewährleistet wird.

Um dieses Ziel zu erreichen beziehungsweise dieser Verantwortung gerecht zu werden, sieht die Vereinbarung auch die jährliche Abhaltung gemeinsamer Übungen vor. Darüber hinaus stellt ein eingerichteter Lenkungsausschuss unter Vorsitz von Landesrat Dr. Stockinger die reibungslose Zusammenarbeit der an der Vereinbarung beteiligten Partner sicher.

„Katastrophenschutz und Katastrophenvorsorge nehmen alle Beteiligen sehr ernst. Derartige Großübungen haben eindeutig ihre Berechtigung, wie das die Gefahrenbewältigung und die Einsätze der Vergangenheit auch immer wieder bestätigen. Organisatorisch, inhaltlich und rechtlich ist Oberösterreich mit dem neuen Katastrophenschutzgesetz am modernsten Stand bei Vorsorge und Notfallplänen“, betont Landesrat Dr. Stockinger.

