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Deutschland: Schwieriger Brand und Tieropfer auf Vogelschutzinsel Mellum

Mellum (Deutschland): Ein verheerendes Feuer hat Teile der unbewohnten Vogelschutzinsel Mellum im niedersächsischen Wattenmeer bei Wilhelmshaven zerstört. Der Brand war am Mittwochnachmittag, 18. Juni 2009 aus unbekannter Ursache ausgebrochen und hatte sich über die Insel ausgebreitet.

Nach ersten Löschversuchen wurde Mellum am Abend geräumt. Das Feuer sollte kontrolliert abbrennen, die Brandherde flammten in der Nacht jedoch wieder auf. Am Donnerstag wollten 30 Feuerwehrleute die Flammen erneut mit Patschen wieder ausschlagen. Über den Einsatz eines Löschhubschraubers gab es noch keine Entscheidung. Die Bekämpfung des Brandes ist nach Angaben der Feuerwehr schwierig. Die Insel ist vom Wattenmeer umgeben und im flachen Wasser nur schwierig zu erreichen. Löschwasser gibt es dort nicht: Die bis zu vier Kilometer weite Entfernung bis zum Wasser sei für Schlauchleitungen mit Pumpen zu groß. Mehrere Feuerwehrleute und Vogelschutzexperten mussten am Donnerstag zur Begutachtung der Schäden und weiterer Löscharbeiten mit einem Seenotrettungskreuzer und einem Landungsfahrzeug anrücken. «Es ist überall dichter Qualm», berichteten Augenzeugen.

Die Situation sei für zahlreiche Vögel auf der Insel verheerend, sagte Thomas Schumacher vom Mellumrat. «Es ist Aufzuchtzeit, und die Küken können nicht vor den Flammen wegfliegen.» Die aufgeschreckten Vögel würden zudem durch Hubschrauber verwirrt, die über der Insel kreisten. Die Naturschutz- und Forschungsgemeinschaft Mellumrat betreut seit 1925 im Auftrag des Landes Niedersachsen die Insel. Wie viele Jungvögel im Feuer umgekommen sind, lässt sich derzeit noch nicht endgültig sagen. «Es ist aber ein Brutgebiet einer kompletten Silbermöwenkolonie verbrannt», sagte Schumacher. Auch einige Brutplätze der Austernfischer seien zerstört.

Daneben fürchten die Vogelschützer um ihre Schutzhütte. Die Unterkunft dient als Schlaf- und Arbeitsplatz für bis zu zehn Vogelbeobachter. Bisher sei ein Sachschaden von 14 000 Euro entstanden. Unter anderem sei die Arbeits- und Aussichtsplattform völlig abgebrannt.

Polizeimeldung per 18. Juni 2009:Am gestrigen Nachmittag ist auf der 3 qkm großen Vogelinsel Mellum ein Flächenbrand aus ungeklärter Ursache ausgebrochen. Die beiden Naturschutzwärterinnen ( Studentinnen ) alarmierten umgehend die Feuerwehr. Insgesamt 20 Feuerwehrleute sollten von Booten der Wasserschutzpolizei und DGzRS zur Insel gebracht werden. Ein direktes Anlegen war jedoch wegen des niedrigen Wasserstandes nicht möglich, so dass die Rettungskräfte ein erhebliches Stück zu Fuß durch den Nordseeschlick laufen mussten. Die Brandbekämpfung musste wegen Wassermangels mit so genannten Brandpatschen durchgeführt werden. Das Wohnhaus der beiden Naturschutzwärtinnen geriet dabei zeitweise in Gefahr, nachdem der Wind gedreht hatte, konnte Entwarnung gegeben werden. In der Vogelwelt hat der Brand jedoch großen Schaden angerichtet. Eine ganze Kolonie Silbermöwenküken kam bei dem Brand ums Leben. Wie hoch die genaue Anzahl der getöteten Seevögel ist, kann nicht gesagt werden. Den Rettungskräften gelang es gerstern nicht vollständig, das Feuer zu löschen. Am heutigen Vormittag nahm die Polizei die Brandursachenermittlung auf Mellum auf. Ein Experte flog mit einem Polizeihubschrauber zur Insel.

Dort standen die Feuerwehrleute buchstäblich auf dem Trockenen, es stand kein Löschwasser zur Verfügung. Der Brand war mittlerweile durch den Wind wieder angefacht worden und breitete sich in nördlicher Richtung aus. Dabei finden die Flammen immer wieder Nahrung in den sehr trockenen Gräsern. Da der Brandort wegen der Flammen und der starken Rauchentwicklung nicht begehbar war, bleibt die Ursache bis zum erfolgreichen Ende der Löschversuche ungeklärt. Mittlerweile ist bekannt geworden, dass auf der Insel in der Vergangenheit Phosphor-u.Blendgranaten geborgen wurden. Aus diesem Grunde ist ein Team des Kampfmittelräumdienstes mit einem Polizeihubschrauber zur Insel aufgebrochen. Den erhöhten Löschanforderungen trägt die Feuerwehrleitung mit zusätzlichen 8 Feuerwehrleuten Rechnung. Insgesamt sind nun 28 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie erhalten Verpflegung durch die anfliegenden Kampfmittelräumer. Die Größe des Feuers wird mit 5000 – 6000 qm geschätzt. Zusätzlich werden die Bodenkräfte mit einem Löschhubschrauber der Bundeswehr verstärkt. Wenn das Feuer gelöscht und die eventuellen anderen Gefahren lokalisiert bzw. beseitigt sind, wird ein neuer Versuch unternommen, die Ursache des Feuers zu ermitteln.

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Mellum (Wikipedia)

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