Stmk: Muranabgänge und Überschwemmungen in Fohnsdorf –> Feuerwehr-Großeinsatz

Fohnsdorf (Stmk): Nach einem heftigen Gewitter am Vorabend zog am Nachmittag des 22.08.2009 erneut eine Kaltfront mit schweren Regenfällen über Fohnsdorf. Um 17:26 Uhr ging telefonisch der erste Notruf im Rüsthaus der FF Fohnsdorf ein.
Zu diesem Zeitpunkt waren viele Kameraden noch im Rüsthaus Fohnsdorf anwesend, da gerade die Siegerehrung des 3. FF-Triathlon mit anschließendem Grillnachmittag stattfand. So konnte ein Teil der Mannschaft in kürzester Zeit in Richtung Judenburgerstraße / Bahnüberführung ausrücken. Am Einsatzort bot sich folgende Lage. Großflächige Überschwemmung der Wohnanlage und des Gleisbereiches der Bahnstrecke Fohnsdorf – Pöls.

Vorerst galt es für die Einsatzkräfte in diesem Bereich die Wassernassen umzuleiten, damit die Keller der Wohnanlage nicht überflutet werden. Zusätzlich wurde aus Sicherheitsgründen die ÖBB verständigt und die Bahnstrecke gesperrt. Gleichzeitigt trat der Winterbach im Bereich Gstättnerweg über die Ufer und überschwemmte zahlreiche Straße sowie den Ortskern von Fohnsdorf mit Schlamm und Geröll. Mehrere Meldungen über Murenabgänge in Allerheiligen (L503), in der Bachstraße, in der Grabenstraße und im Bereich Dinsendorf erschwerten die Lage für die Einsatzkräfte, daher wurde in Fohnsdorf umgehend Sirenenalarm ausgelöst und vom Einsatzleiter die Feuerwehren Wasendorf, Aichdorf, Rattenberg und Hetzendorf zur Unterstützung angefordert.

Um die zahlreichen Einstätze bzw. Mannschaften koordinieren zu können, wurde im Rüsthaus Fohnsdorf eine Einsatzleitung eingerichtet. Nach Rücksprache mit der Polizeiinspektion Fohnsdorf wurde, um ein ungehindertes Arbeiten der Feuerwehren zu gewährleisten, der betroffene Bereich für den öffentlichen Verkehr großräumig gesperrt.
Im Zuge der Lagebesprechung mit dem Leiter des Bauamtes wurden zusätzlich vom Wirtschaftshof Fohnsdorf sowie vom Bauunternehmen Kaltenegger Gerätschaften (Bagger, LKW´s mit Kräne, Schneepflug, Kehrmaschine….) zur Unterstützung angefordert.

Bürgermeister Johann Straner unterbrach kurzfristig seinen Urlaub und machte sich am Abend selbst ein Bild von der Situation in Fohnsdorf. Brenzlig wurde die Situation in Allerheiligen als ein Strommast durch eine Mure unterspült wurde und umstürzen zu drohte. Zusammen mit Mitarbeitern der STEWAG wurde der Mast von der Feuerwehr gegen Umkippen gesichert. 1 Zivilperson stürzte im Bereich der Siedlerstraße und zog sich Verletzungen zu, sodass diese vom Roten Kreuz versorgt werden musste. Bis kurz vor Mitternacht kämpften mehr als 70 Mann der Feuerwehr, 7 Mann des Wirtschaftshofes, 6 Mann der Fa. Kaltenegger sowie Rotes Kreuz und Exekutive gegen die Wasser- und Geröllmassen und versuchten die Hauptverkehrsverbindungen so schnell als möglich vom Schlamm zu befreien. Nach einer ausreichenden Stärkung, zubereitet von den anwesenden Frauen der Feuerwehrmänner und „Postwirt – Erwin Windhaber“, wurde vereinbart, die Aufräumungsarbeiten am Sonntag um 08.00 Uhr fortzusetzten.

AUFRÄUMUNGSARBEITEN NACH DEM UNWETTER
Erst das Tageslicht brachte alle Schäden im Gemeindegebiet zum Vorschein. Nach einer kurzen Lagebesprechung der Einsatzleitung starteten am Sonntag, den 23.08.2009 pünktlich um 08.00 Uhr die Aufräumungsarbeiten.
Primäres Ziel der Feuerwehrmänner war es, die Straßen, Parkplätze und Gehwege mit der zur Verfügung stehenden Ausrüstung so weit als möglich von den Schlamm- und Geröllmassen zu befreien, damit ein ungehindertes Befahren und Begehen möglich ist. Am Vormittag machten sich Bürgermeister Johann Straner, LA Gabi Kolar und Bezirksfeuerwehrkommandant, OBR Friedrich Quinz, ein Bild von den gestrigen Naturgewalten.

Mit einer kraftaufwendigen Arbeitsleistung schafften es die Einsatzkräfte bis 13.00 Uhr sämtliche Spuren der Unwetterkatstrophe bestmöglich zu beseitigen bzw. alle Sicherungsarbeiten durchzuführen! Um 14.30 Uhr konnte nach einer Grobreinigung der Rüsthäuser sowie der Fahrzeuge und der Gerätschaften die Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehren an Florian Judenburg rückgemeldet werden.
Abschließend genossen die erschöpften Feuerwehrmänner eine wohlverdienteStärkung im Lorenzihof !
