Kalifornien: Feuerwehr hält Waldbrände in Schach
Kalifornien (USA): Die gigantische Feuerwalze nördlich der Millionenmetropole Los Angeles ist am 3. September 2009 gestoppt worden. Tausende Anwohner, die vor den Flammen auf der Flucht waren, durften wieder in ihre Häuser zurückkehren.
64 Hausbesitzer fanden von ihrem Heim allerdings nur noch verkohlte Reste vor. Für zwei Feuerwehrleute hatte der Großbrand tödliche Folgen, weil ihr Fahrzeug auf einer Bergstraße einen steilen Abhang hinunterstürzte. Aktuell wird untersucht, ob die Großfeuer durch Brandstiftung gelegt worden sind.
Vorangehender Beitrag:
Dank günstigerem Wetter hat die Feuerwehr im Kampf gegen die riesigen Waldbrände in Kalifornien Fortschritte verzeichnet. Für eine Entwarnung war es aber noch zu früh.
Bei einem für Mittwoch, 2. September 2009, vorhergesagten Auffrischen des Windes könnten auch die Flammen wieder unkontrolliert auflodern. Und auch die von Meteorologen angekündigten Gewitter machten der Einsatzleitung Sorgen. Blitzschlag könnte zu neuen Brandherden führen, hieß es. Den Ermittlungen zufolge gehen die verheerenden Brände auf menschliches Verhalten zurück.
Blitschlag als zweite Möglichkeit werde als Ursache ausgeschlossen, hieß es am Mittwoch. Unklar war zunächst aber, ob Brandstiftung oder fahrlässiges Verhalten für das Flammenmeer verantwortlich war. Am Dienstagabend (Ortszeit) war nach Angaben von Einsatzleiter Mike Dietrich dank der günstigen Umstände ein Fünftel des Feuers eingedämmt. «Wenn wir bei einem Boxkampf wären, würde ich sagen, wir liegen heute gleichauf», sagte er. Das Feuer hat seit dem 26. August nach einer vorläufigen Bilanz 567 Quadratkilometer Wald und Buschland erfasst, zwei Feuerwehrleute das Leben gekostet, 62 Häuser zerstört und 12.000 Menschen in die Flucht getrieben.
Unter den gefährdeten Gebäuden war auch ein Haus in Tujunga Canyon, wo Szenen des Kinofilms «E.T.» gedreht wurden. Rauchschwaden wurden bis ins Hunderte Kilometer östlich gelegene Colorado getrieben. Experten wiesen darauf hin, dass die Waldbrandsaison gerade erst begonnen hat. Die schlimmsten Brände gibt es normalerweise erst im Oktober, wenn die gefürchteten Santa-Ana-Winde die Flammen anfachen. «Wenn man sieht, wie dieser Brand schon ohne Santa-Ana-Winde lodert, können wir uns vorstellen, wie viel schlimmer und intensiver es mit den Winden wäre», sagte der Feuerwehrkommandeur von Los Angeles, Mark Whaling. Hinzu kommt, dass sich die Region inmitten einer seit drei Jahren andauernden Dürre befindet, so dass Wald und Buschwerk wie Zunder brennen.
Die jüngsten Waldbrände kommen Kalifornien bereits teuer zu stehen. Schon jetzt, erst zwei Monate nach Beginn des neuen Haushaltjahres, hat der Staat bereits 106 Millionen von insgesamt 182 Millionen Dollar (128 Millionen Euro) ausgegeben, die im entsprechenden Etatposten vorgesehen sind. Der Betrag war für dieses Jahr trotz der akuten Haushaltskrise in Kalifornien kräftig angehoben worden, im Vorjahr lag er noch bei 69 Millionen Dollar. Für den Löwenanteil der Kosten zur Bekämpfung von Großbränden erhält Kalifornien allerdings Unterstützung aus Bundesmitteln. Der Brand bedroht unterdessen auch den Tierpark des früheren Hollywoodstars Tippi Hedren. Mehr als 60 Löwen, Tiger und andere Großkatzen leben im Wildpark «Shambala». Die Flammen haben sich dem Gelände inzwischen bis auf 1,6 Kilometer genähert. Hedren, die durch den Filmklassiker «Die Vögel» von Alfred Hitchcock weltberühmt wurde, war bereits vor mehreren Tagen von den Behörden aufgefordert worden, ihr Anwesen zu verlassen. Doch die Schauspielerin, die in ihren Filmen meisterlich die kühle Blondine verkörperte, wollte den Flammen vorerst nicht weichen, wie sie am Dienstag der Nachrichtenagentur AP sagte. Die Behörden hätten die Situation überprüft. Den Wildkatzen gehe es gut. «Ich klopfe auf Holz», sagte die 79-Jährige. «Wir haben schon Überschwemmungen, Feuer und andere unglaubliche Dinge überstanden, vor die Mutter Natur uns gestellt hat.» «Shambala» liegt rund zehn Kilometer östlich der Stadt Acton.
