Bgld: Ammoniak-Austritt bei der Kunsteisbahn in Pinkafeld
Pinkafeld (Bgld): Am späten Abend des 23.03.2010 nahmen Passanten und Anrainer einen stechenden, scharfen Geruch im Bereich zwischen der Kunsteisbahn und dem Betriebsgelände der KELAG (Fernheizwerk) war und verständigten die Gemeinde.
Zwei Bedienstete der Kunsteisbahn kontrollierten daraufhin die Fläche (Eisfläche) der Bahn und stellten ein Ammoniakleck fest. Sofort wurde begonnen, den Druck in der Anlage durch Rücksaugen des Ammoniaks in den Ausgleichstank zu senken. Außerdem wurde um 22:30 Uhr die FF Pinkafeld zur Unterstützung alarmiert. Die FF Pinkafeld rückte mit einem ULF (Universallöschfahrzeug), einem KSF (Körperschutzfahrzeug) und zwölf Mann zur Kunsteisbahn aus. Der Einsatzleiter der Feuerwehr wurde von den Bediensteten der Bahn über die Lage informiert.

Sofort wurde ein Brandschutz aufgebaut und Messungen (DRÄGER Prüfröhrchen) im Bereich der Austrittsstelle durchgeführt. Zur Sicherheit wurde im angrenzenden Allwetterbad die Lüftungsanlage abgeschaltet, da der stechende Geruch des Ammoniaks auch dort deutlich wahrnehmbar war. Die Punktuellen Messungen an und rund um die Austrittsstelle ergaben Werte zwischen 5- und 50 ppm (parts per million). Mit Hilfe der Gefahrgutdatenbank wurde festgestellt, dass der Mak- Wert (Maximale Arbeitsplatz- Konzentration) bei 20 ppm liegt. Da in diesem Fall nieemand ständig der Ammoniakwolke ausgesetzt ist, konnte der Mak- Wert x 4 gerechnet werden (80 ppm). Für Mensch und Umwelt konnte also Entwarnung gegeben werden.

Um das Ammoniak, dass gasförmig unsichtbar ist sichtbar zu machen und die Austrittsstelle somit besser lokalisieren zu können, wendete Bezirksgefahrgutreferent HBI Ulreich M. einen Trick an. Er spürte konzentrierte Salzsäure an der vermuteten Austrittsstelle (Ammoniak reagiert mit Salzsäure und bildet Ammoniumchlorid). Bei dieser Reaktion wird die Ammoniakwolke in Form von weißem Nebel sichtbar. Mit dieser Methode konnte noch eine zweite größere Austrittsstelle außerhalb der Bahn an einer Dehnfuge lokalisiert werden. Dach das Rücksaugen abgeschlossen war und der Druck in der Anlage auf Null war, war auch der Austritt gestoppt. Es wurden noch Punktuelle Messungen um die Austrittsstellen und am Betriebsgeländer der KELAG durchgeführt, aber das Gas verflüchtigte sich schnell.
Die FF Pinkafeld möchte betonen und kann durch Messungen belegen, obwohl das Gas in der näheren Umgebung der Kunsteisbahn deutlich zu riechen war zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Mensch und Umwelt bestanden hat. Ein großes Lob gilt auch den beiden Bediensteten der Bahn, die hervorragend reagiert und somit größeres Schaden verhindert haben. Um halb zwei Uhr morgens konnte die Mannschaft der FF Pinkafeld wieder ins Feuerwehrhaus einrücken.
