Oö: Schweres Juni-Unwetter: Brände, abgedeckte Dächer und mehr
Oberösterreich: Ein Unwetter ist am Samstag, dem 12. Juni 2010, über Oberösterreich gezogen und hat teilweise schwere Schäden verursacht. Aus vielen Bezirken wurden abgedeckte Dächer gemeldet, in Gutau stand ein Haus in Flammen.
Update: 11.58 Uhr (FF St. Florian)
„Höllische Zustände“: Im Bezirk Linz-Land und Bezirk Freistadt gab es zahlreiche Stromausfälle, generell wurden aus allen Bezirken „höllische Zustände“ gemeldet, so das Landesfeuerwehrkommando. Insgesamt waren in der Nacht auf Sonntag 141 Feuerwehren im Einsatz.

Kommunikationsprobleme: Schwierigkeiten gab es bei der Alarmierung der Einsatzkräfte. Diese wird normalerweise über Handys durchgeführt. Offenbar kam es wegen des heftigen Unwetters zu Kommunikationsproblemen. Einige Feuerwehrleute verständigten sich dann sozusagen untereinander im Schneeballsystem, dass ein Brandeinsatz ansteht.
Überflutete Keller und blockierte Straßen: Die Gewitterfront sorgte in vielen Bezirken Oberösterreichs für Probleme: Zahlreiche Keller wurden überflutet, umgefallene Bäume blockierten Straßen, Dächer wurden abgedeckt und es kam zu Stromausfällen.

Brand in Gutau: In Gutau (Bezirk Freistadt) war die Feuerwehr im Großeinsatz, dort stand der Dachstuhl eines Wohnhauses in Flammen. Das Feuer wurde vermutlich durch Blitzschläge ausgelöst. 120 Feuerwehrleute bekämpften das Feuer. Die Löscharbeiten wurden durch die Sturmböen zu einem schwierigen Einsatz für die Feuerwehr.

Dauereinsatz auch in Linz: In der Linzer Innenstadt flogen etwa Sonnenschirme über die Landstraße. Die Linzer Feuerwehr musste weit über 50 Mal ausrücken. Es galt vor allem vom Sturm abgerissene Äste von Autos und Straßen zu räumen.
Autofahrer vom Regen überrascht: Auch Verkehrsunfälle wurden gemeldet, etwa aus dem Bezirk Steyr-Land, wo Autofahrer von den Niederschlagsmengen überrascht wurden und von der Straße abkamen. Über Verletzte war vorerst nichts bekannt.
Fernsehprogramme fielen aus: Vom Unwetter war auch der ORF betroffen. Zwischen 20.15 und 20.45 Uhr waren durch Probleme mit der Satellitenverbindung ORF 1 und ORF 2 nicht zu empfangen.
ORF Oberösterreich
Foto Kerschi
BERICHT FF KREMSMÜNSTER:
Die Feuerwehr Kremsmünster stand von 18:28 bis ca. 22 Uhr im Einsatz um verschiedene Sturmschäden, vor allem umgestürzte Bäume zu beseitigen. Ausgelöst durch den vorangegangenen Starkregen und die ungewöhnlich starken Windböen konnten viele Bäume nicht mehr Standhalten und stürzten um. Die Folge waren blockierte Verkehrswege, so zum Beispiel die B122 Höhe Eurohalle, der Mühlberg, die Linzerstraße, Kirchberg und die Alte Greiner-Straße.

Die größte Herausforderung war jedoch ein ca. 60 Jahre alter Nussbaum, der das Nebengebäude eines Wohnhauses unter sich begrub. Im Einsatz befanden sich 24 Mann mit Kommando-, Pumpen,- Tanklösch-, Rüst- und Lastfahrzeug.
Unwetter über St. Florian – 15 Einsätze
Kurz vor 19 Uhr am Abend des 12. Juni, erreichte St. Florian ein starkes Unwetter die Marktgemeinde St. Florian. Neben heftigen Wind und dem starken Niederschlag, fiel auch der Strom in einigen Haushalten aus. Am Schlimmsten waren die Bezirke Kirchdorf, Freistadt und Linz Land betroffen.
Als erste Alarmierungen erreichten uns Überflutungen in der Ziegeleistraße. Dort wurden mehrere Keller durch den lang anhaltenden Regen überschwemmt. Die weiteren Einsätze gliedern sich in Sturmschäden, Straßenvermurrungen, freimachen von Verkehrswegen und Blitzeinschläge im gesamten Gemeindegebiet.

Insgesamt wurden 15 Einsätze bewältigt, die nach ca. 2,5 Stunden beendet werden konnten. Auf dem unteren Bild erkennt man wo wegen dem Unwetter Feuerwehren im Einsatz standen. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass St. Florian noch mit einem blauen Auge davon gekommen ist. Dieses Unwetter hätte sicherlich noch verheerende Schäden in St. Florian anrichten können. Insgesamt standen 34 Mann mit sechs Fahrzeugen (KDO, KRF-A, TLF-A, LF-A, DL 25, Last) im Einsatz.
