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Deutschland: Loveparade: Mindestens 19 Tote bei Massenpanik!

Duisburg (DE): Bei einer Massenpanik während der Loveparade in Duisburg sind nach Angaben der Polizei am 24. Juli 2010 mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen.

Das Unglück habe sich in einer Unterführung auf dem Weg zum Veranstaltungsgelände ereignet, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Im Verlauf der Panik seien „Menschen überrannt“ worden.

Unter den Todesopfern sind laut Polizei neuen Frauen und sechs Männer. Außerdem soll es laut Medienberichten mehr als 40 Schwerverletzte geben, „etliche“ wurden laut Polizei reanimiert.

Wegen Überfüllung geschlossen
Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, der Veranstaltungsort sei wegen Überfüllung geschlossen worden. An der Loveparade nahmen nach Angaben der Organisatoren über den gesamten Tag verteilt 1,4 Millionen Menschen teil. 1.400 Polizisten waren im Einsatz.

Autobahn für Rettung gesperrt
Nach der Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg wird die Autobahn offensichtlich als Rettungsweg benutzt. Die A59 sei für den Verkehr gesperrt worden, berichtete der Sender WDR. Auf Bildern, die der Sender von dem Partygelände übertrug, war zu sehen, wie ein Hubschrauber versuchte zu landen. Neun Rettungshubschrauber und dutzenden Ambulanzen waren im Einsatz.

Die Einsatzkräfte hätten wegen der Menschenmassen auf den Straßen Probleme, an den Unglücksort zu kommen, sagte ein Feuerwehrmann aus Duisburg.

Party nicht gestoppt
Gleichzeitig lief die Party aber weiter, laute Musik war auf dem Gelände noch lange nach dem Unglück zu hören. Es gab aber teils schon Durchsagen von dem Unglück. Der Krisenstab der Stadt Duisburg entschied sich laut dem Sender n-tv, die Party nicht zu stoppen, um nicht eine weitere Panik zu provozieren.

Augenzeuge: Haben Polizei gewarnt
Mehr als eine halbe Stunde vor der tödlichen Massenpanik warnten Augenzeugen laut eigenen Aussagen die Polizei vor der Gefahr. „Wir standen mittendrin. Es hatten immer mehr Menschen noch versucht, zum Gelände zu kommen“, sagte der 21-jährige Raver Fabio der Nachrichtenagentur dpa.

„Wir waren schon durch den Tunnel durch und standen auf dem kurzen Stück vor dem Eingang. Dort ging es aber nicht weiter.“ Einige seien über Zäune und eine Leiter geklettert.

„Kaum mehr Luft“
„Wir sind danach durch den Tunnel zurück. Meine Freundin und ich haben schon kaum mehr Luft mehr bekommen und haben die Ellbogen ausgefahren, um noch wegzukommen. Anschließend haben wir die Polizei alarmiert und gesagt, dass es im Tunnel gleich zur Massenpanik kommen wird.“ Passiert sei aber erst einmal nichts. „Das war etwa eine Dreiviertelstunde vor dem Unglück gewesen. Da waren aber schon Leute reihenweise zusammengeklappt.“

Bahn sperrt Hauptbahnhof
Aus Sicherheitsgründen sperrte die Deutsche Bahn den Hauptbahnhof von Duisburg. Durch die Panik seien viele Leute auf die Gleise in der Nähe des Loveparade-Geländes ausgewichen. „Sämtliche Gleise sind jetzt gesperrt“, erklärte der Deutsche-Bahn-Sprecher Udo Kampschulte.

Zugverkehr in Richtung Süden gebe es seit kurz nach 18.00 Uhr nicht mehr. Mittlerweile würden sich die Menschen vor dem Hauptbahnhof stauen. „Wir wollen versuchen, die Leute in Richtung Norden rauszubekommen“. Neben der Bahnsicherheit sei auch die Bundespolizei im Einsatz.

Hinweise auf betroffene Österreicher gibt es laut Auskunft des Außenministeriums in Wien bisher nicht.

NRW-Innenminister „entsetzt“
Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) zeigte sich „entsetzt und traurig, dass Menschen, die unbeschwert feiern wollten, gestorben sind. Mein ganzes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen und Freunden“, sagte Jäger in Duisburg.

Update Sonntag, 25. Juli 2010, 7:50 Uhr

Die Polizei Duisburg hat in der Nacht auf Sonntag neue, noch dramatischere, Zahlen zum Unglück bei der Loveparade 2010 veröffentlicht: Mittlerweile ist von 19 Toten und mehr als 349 Verletzten die Rede. Zunächst war man von 15, dann von 18 und zuletzt von 19 getöteten Jugendlichen ausgegangen.

Auslöser für die Massenpanik soll laut Duisburger Poizei der Sturz mehrerer Jugendlicher von einer Treppe gewesen sein. Besucher hätten versucht, sich über eine gesperrte Stiege Zutritt zum Gelände zu verschaffen. Einige der Kletterer seien auf die Massen abgestürzt und hätten so Panik ausgelöst, sagte ein Polizeisprecher in einem Interview mit Medienvertretern in Duisburg.

In einer Sondersendung des deutschen Senders WDR in den Nachtstunden gaben mehrere geschockte Besucher des Festivals an, versucht zu haben, den Unglücksort blitzartig zu verlassen. Aufgrund zahlreicher Zugverspätungen und -ausfälle am Duisburger Bahnhof, war dies nur erschwert möglich. Laut Angaben eines Polizeisprechers musste der Zugverkehr zeitweilig eingestellt werden, da sich Besucher beim Verlassen des Geländes immer wieder auf Gleise verirrt hatten.

Mittlerweile hat die Stadt Duisburg ein Infotelefon für Angehörige eingerichtet: 0203 – 94000

-AR-

Westdeutscher Rundfunk
ORF IPtv Videobeitrag

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