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Österreich: Tunnel erhalten ein „Sehr Gut“

Österreich: 26 Röhren in 13 europäischen Ländern getestet: Frankreich hat den besten, Island den gefährlichsten.

Europas Straßentunnel werden immer sicherer. Für den aktuellen Tunneltest wurden 26 Röhren in 13 Ländern überprüft. Den besten Tunnel hat Frankreich (Duplex) auf der A86 bei Paris, den gefährlichsten beheimatet Island (Hvalfjörour) auf dem Highway No.1 bei Akranes. Die drei österreichischen Kandidaten wurden mit „sehr gut“ beurteilt.

16 Mal wurde die Note „sehr gut“ vergeben, viermal „gut“, zweimal „ausreichend“, dreimal „bedenklich“ und einmal sogar „mangelhaft“. Die heimischen Testobjekte Katschberg, Tanzenberg und Kreuzenstein Tunnel wurden nach teilweise schlechten Benotungen in früheren Jahren nun saniert und sicherheitstechnisch auf Vordermann gebracht.

Nicht barrierefrei
Einziges Manko: In einigen heimischen Tunneln sind Rollstuhlfahrer auf fremde Hilfe angewiesen. Etwa im Meistbefahrenen, dem Kaisermühlen Tunnel der Donauufer Autobahn (A22): Dort erreichen Rollstuhlfahrer wegen der Randsteine weder den Fluchtwege noch kommen sie an Notrufeinrichtungen heran. „Das muss dringend geändert werden“, betonte ÖAMTC-Tunnelexperte Willy Matzke. Im Test war der Kaisermühlen Tunnel nicht vertreten.

Island: Kein Brandmeldesystem
Der isländische Testverlierer wies bei der Überprüfung eine lange Liste an Mängeln auf. Er ist nur lückenhaft per Video überwacht, auch die Notrufe sind weit verstreut und ein automatisches Brandmeldesystem fehlt, sodass die Tunnelsperre und die Alarmierung der Feuerwehr manuell durchgeführt werden müssen. Eine Orientierung bei Feuer würde durch die schwache Beleuchtung zusätzlich erschwert.

Frankreich: Hohes Sicherheitsniveau
Viel Lob gab es für den französischen Sieger im Test: „Der Duplex ist ein Beispiel für innovativen Tunnelbau und Sicherheit“, sagte Matzke. Er verfügt etwa über Fluchtwege im Abstand von 200 Metern, hat alle 1.000 Meter Rettungsschächte ins Freie und besonders kurze Anfahrtswege für Feuerwehren.
Tunnelbauer haben aus vielen alten Fehlern gelernt, „einige Mängel ziehen sich aber weiterhin wie ein roter Faden durch die Tests“, kritisierte Matzke. So gab es bei mehr als einem Viertel keine Hydranten an den Portalen, bei knapp einem weiteren Viertel fehlten Schranken zur Tunnelsperrung. Bei jeweils vier Tunnel war der Abstand zwischen den Notrufen zu groß, es gab keine Löschwasserversorgung im Tunnel oder die Überfahrtmöglichkeit für Einsatzfahrzeuge an den Portalen fehlte.

Der Standard

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