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Vbg: Überflutungen und Muren nach Rekord-Mengen-Regen

Vorarlberg: In der Nacht auf Freitag, 6. August 2010, sind heftige Regenfälle auf Vorarlberg niedergegangen. Die Feuerwehren waren im Großeinsatz. Keller wurden überflutet, Straßen wegen Muren und Überflutungen gesperrt. Es kam zu starken Verkehrsbehinderungen.

Autobahn war wegen Überflutung gesperrt:
Die A 14 wurde bei Dornbirn Richtung Deutschland zwischen Dornbirn-Süd und Lauterach wegen Überflutung gesperrt. Sie wurde um 10.00 Uhr wieder freigegeben. Um ca. 2.00 Uhr sei nur die Überholspur überflutet gewesen, so Gerald Gröger von der Autobahnstraßenmeisterei. Gegen 6.00 Uhr sei das Wasser auf der Normalspur innerhalb von 30 Minuten um ca. 40 Zentimeter gestiegen. Im Bereich Dornbirn-Nord gibt es seine Senke. Ebenso gesperrt war die Ausweichstrecke L190. Auch sie ist inzwischen wieder passierbar. Die Pfänderstraße musste oberhalb des Haggens aufgrund einer neuerlichen Hangrutschung wieder für den Verkehr gesperrt werden. Die Straßensperren führten zu kilometern langen Staus.

Muren im Vorderwald und Montafon: Bei Alberschwende gingen mehrere Muren nieder. Im Bereich Achrain Schwarzachtobel gingen allein auf die Schwarzachtobelstraße drei Muren ab. Eine Mure verlegte die L200. Die Straße wurde vorübergehend gesperrt. Zu Hangrutschungen kam es auch bei Müselbach und in der Parzelle Zoll. Zwischen Schruns und Silbertal verlegte in der Nacht ein Felssturz die L95. Die Straße wurde gesperrt, ist aber wieder frei.

Rund 300 Einsätze: Bis 11.00 Uhr gingen bei der Rettungs- und Feuerwehrleistelle Meldungen über 300 Einsätze ein. Der Regen hat aber mittlerweile nachgelassen. Die Zahl der neuen Alarmierungen gehe deutlich zurück, sagt Einsatzleiter Dietmar Pfanner von der RFL. Es gebe keine akuten Gefahrengebiete mehr, die Situation entspanne sich. Die meisten Straßen sind wieder befahrbar – wenn auch teilweise erschwert, die Flusspegel sind rückläufig. 36 Feuerwehren waren mit etwa 1000 Feuerwehrleuten und über 100 Fahrzeugen im Einsatz. Bei den meisten Feuerwehreinsätzen ging es darum, Wasser aus Kellern und Tiefgaragen herauszupumpen.

Region Dornbirn besonders betroffen: Nachdem in der letzten Woche das Leiblachtal am stärksten betroffen war, traf es diesmal besonders die Region Dornbirn, Wolfurt, Schwarzach und Bregenzerwald. In der Region Dornbirn-Wolfurt-Schwarzach traten mehrere Bäche über die Ufer. Die Schwarzach führte mit 80 Kubikmeter pro Sekunde so viel Wasser wie im Schnitt nur alle dreißig Jahre. Das Firmengelände von Doppelmayr in Wolfurt wurde in Mitleidenschaft gezogen. In Bildstein verlegte eine Mure in Farnach die Gemeindestraße. Es sind keine Personen zu Schaden gekommen. Zudem mussten keine Häuser geräumt oder Personen in Sicherheit gebracht werden. Für das Wochenende wird Wetterbesserung vorhergesagt.

Straßensperre missachtet – Mann gerettet: Auf der Zellgasse bei Lustenau musste die Feuerwehr in der Nacht auf Freitag, 6.8.2010, einen 39-jährigen Höchster aus einer misslichen Lage befreien. Der Höchster fuhr trotz Straßensperre auf die bis zu einem halben Meter hoch überflutete Senderstraße und blieb hängen. Draufhin traute sich der 39-jährige nicht mehr, das Auto zu verlassen. Erst die Feuerwehr konnte ihn aus seinem Fahrzeug retten. Er wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht.

VKW senkt Stromtarif für Starkregen-Opfer: Die Wassermassen haben auch an einigen Stellen Gasleitungen freigelegt. Laut VEG sind aber alle Leitungen dicht. Auch auf das Stromnetz hatten die Überschwemmungen keine Auswirkungen. Neben den direkten Wasserschäden müssen die Regenopfer auch mit hohen Stromrechnungen kämpfen. Die Vorarlberger Kraftwerke (VKW) und VKW-Ökostrom GmbH liefern daher allen Opfern, die seit 24. Juli vom Starkregen betroffen waren, den Strom für Pumpen- und Entfeuchtungsanlagen zu ermäßigten Preisen. Diese Aktion gilt auch für die Betroffenen des heutigen Starkregens im Raum Dornbirn. Bei den Gemeinden kann das nötige Formular abgeholt werden.

Niederschlagsmengen ereichen Rekorde: Die Niederschlagsmengen der vergangenen 24 Stunden verzeichneten Rekordwerte: Laut Hydrografischem Dienst wurden am Bödele 166 Liter pro Quadratmeter gemessen, die Messstation in Bregenz meldet 125 Liter. Weitere Messstationen (Hard, Dornbirn, Schönenbach) verzeichneten jeweils über 100 Liter. Laut ZAMG Innsbruck sind in den vergangenen 15 Tagen im Raum Bregenz insgesamt 500 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen worden.

ORF Vorarlberg

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