Deutschland: Streit ums Feuerwehrhaus Müllingen/Wirringen ist beendet
Müllingen (Deutschland): Ende der Querelen: Die überarbeiteten Pläne für ein gemeinsames Feuerwehrhaus stoßen bei den Ortsbrandmeistern von Müllingen und Wirringen auf Zustimmung.
Jeweils zwei getrennte Lagerräume, Umkleiden und Büros, ein teilbarer Schulungsraum und eine gemeinsame Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen, eine gemeinsame Teeküche und ein Jugendraum: So sieht die Raumaufteilung für das neue Feuerwehrhaus aus, in dem die Ortsfeuerwehren Müllingen und Wirringen ein gemeinsames Domizil finden sollen. Der Entwurf für das rund 720. 000 Euro teure Projekt, den der Ausschuss für Stadtentwicklung, Feuerwehr und Umwelt bereits gebilligt hat, wird von den beiden Ortsbrandmeistern sowie von Stadtbrandmeister Jochen Köpfer begrüßt. „Das ist ein Kompromiss, mit dem alle zufrieden sind“, sagt Köpfer. Damit scheint nun ein Schlusspunkt hinter den lang andauernden Zoff um Standort und Art des Gebäudes gesetzt zu sein.
„Wir sind mit dem, was wir erreicht haben, zufrieden und verbessern uns auf jeden Fall“, sagt Wirringens Ortsbrandmeister Frank Donatz. Nachdem die Ortsfeuerwehr Wirringen den ersten Entwurf für das Gebäude noch im Januar abgelehnt hatte, sieht Donatz in dem neuen Raumkonzept den richtigen Weg: „Das wird Erfolg haben.“ Die Ortsfeuerwehr sehe ein, dass die Stadt sparen müsse. Deshalb habe sie auch auf getrennte Damen- und Herrenumkleiden verzichtet.
„Etwas mehr Platz hätten wir zwar gern gehabt, aber uns ist bewusst, dass die Kommune nicht so viel Geld hat. Mit dieser zweckentsprechenden Lösung können wir gut leben“, sagt auch Müllingens Ortsbrandmeister Thomas Grun. Er habe auch keine Bedenken wegen der künftigen Arbeit unter einem Dach. „Das wird klappen. Die Kameraden spielen ja auch gemeinsam Fußball und sind im Schützenverein zusammen.“
In einem Bereich funktioniert die Zusammenarbeit der beiden Ortsfeuerwehren mit einer jeweils mehr als 100-jährigen Geschichte ohnedies seit Jahrzehnten gut: in der Jugendfeuerwehr, die im neuen Haus auch mit einem einzigen Raum auskommt. „Sie wurde 1963 zwar von der Müllinger Ortsfeuerwehr gegründet, doch waren immer schon Wirringer Kinder dabei“, sagt Grun. Der Nachwuchs trete später meistens der Ortsfeuerwehr seines Heimatorts bei, aber nicht zwingend. So habe sich einein junger Wirringer schon der Müllinger Ortsfeuerwehr angeschlossen, weil alle seine Freunde dort waren, erinnert sich Grun.
Grun hatte sich von 2002 bis 2007 als Jugendwart um die Jugendfeuerwehr gekümmert – als Nachfolger seines heutigen Amtskollegen Frank Donatz von der Wirringer Ortsfeuerwehr, der zuvor jahrelang den Nachwuchs betreut hatte. Zurzeit gehören der Ortsfeuerwehr 15 Kinder aus beiden Orten an.
Ein lachendes, ein weinendes Auge: Zu der Sichtweise gibt der nicht alltägliche Grundriss für das neue Feuerwehrhaus allen Anlass. Zwei separate Lagerräume, zwei Büros, zwei Umkleiden nebeneinander (dafür aber nicht für Herren und Damen getrennt) spiegeln den erbitterten Kampf vor allem der Wirringer Ortsfeuerwehr um den Erhalt der Eigenständigkeit wider. Doch unter dem Strich überwiegt die positive Botschaft: Endlich herrscht Burgfrieden bei den Brandbekämpfern. So wie die Jugendfeuerwehr die Ortsgrenzen sprengt, sollten das künftig auch die Erwachsenen tun. Gebündelte Kräfte kommen allen zugute.
