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ESEPA -> Aufruf zur Mithilfe und Unterstützung für „Griechenland-Feuerwehr“

Liebe Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr und der Rettungsdienste, ich möchte Euch herzlich um Eure Mithilfe bei der Suche nach Einsatzfahrzeugen und feuerwehrtechnischer Ausrüstung für das internationale E.S.E.P.A.-Waldbrandeinsatzcamp in Rizomata / Griechenland…

… und die neu gegründeten freiwilligen Feuerwehr-Stützpunkte der E.S.E.P.A. bitten.

Mein Name ist Peter Röck. Ich bin Mitglied des E.S.E.P.A. und der FF Steyr.

Die E.S.E.P.A. (Körperschaft der griechischen Freiwilligen Feuerwehr und Aufforstung) wurde 1999 von Nikos Sachinidis mit dem Ziel gegründet, die bis dahin in Griechenland fast unbekannte Idee der Freiwilligen Feuerwehr nach Österreichischen Vorbild zu verbreiten und Stützpunkte von Freiwilligen Feuerwehren zu gründen. In Griechenland kennt man fast ausschließlich Berufsfeuerwehren. Die kleinen Gemeinden und Dörfer, vor allem auf den Inseln, aber auch in den ländlichen Gebieten im Landesinneren, haben oftmals überhaupt keine organisierten Feuerwehren. Die Bevölkerung ist hier den regelmäßig auftretenden Buschfeuern weitestgehend hilflos ausgeliefert bis überörtliche Hilfe eintrifft. Diese Hilfe ist zudem oftmals nur der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. Und auch bei ganz alltäglichen Einsätzen wie Wohnhausbränden, Verkehrsunfällen und medizinischen Notfällen ist häufig nicht mehr viel zu retten, wenn die überörtliche Hilfe eintrifft.

Um einerseits den Aufbau der Freiwilligen Feuerwehren in Griechenland voranzutreiben, auch und vor allem, was die Ausbildung örtlicher Helfer anbelangt, und andererseits eine dringend benötigte regionale Eingreiftruppe für Waldbrände und andere größere Notfälle (z.B. Überschwemmungen, Erdbeben) zur Verfügung zu stellen, führt die E.S.E.P.A. in den Sommermonaten während der Hauptwaldbrandsaison ein Waldbrandeinsatzcamp in Nordgriechenland durch, das in diesem Jahr zum bereits 10 Mal stattfinden wird. An unserem Waldbrandeinsatzcamp nehmen freiwillige Helferinnen und Helfer (ausgebildete Feuerwehrleute und Rettungsdienstpersonal) aus vielen Ländern Europas teil. So konnten wir in den vergangenen Jahren ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus Griechenland, der Schweiz, Deutschland, Luxemburg, Liechtenstein, Holland, Südtirol, Belgien und natürlich aus Österreich begrüßen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer leisten ihren Einsatz während ihres Urlaubs und tragen die Reisekosten aus eigener Tasche.

Standort des Camps ist die Ortschaft Rizomata, ca. 25 km nördlich des Olymp und zwei Fahrtstunden von Thessaloniki entfernt in den Bergen gelegen. Während des Campbetriebes wird Ausbildung betrieben, die Infrastruktur des Camps und der Stützpunkte wird weiter ausgebaut, und es werden Arbeiten an den Fahrzeugen und der Ausrüstung geleistet. Aber natürlich werden vor allem Einsätze gefahren, sowohl auf lokaler Ebene („normale“ Feuerwehreinsätze, technische Rettung, medizinischer Rettungsdienst), als auch auf regionaler und überregionaler Ebene (Waldbrände oder andere Großschadenslagen). Die Campbesatzung rückt bei größeren Einsätzen bis zu einem Radius von 400 km um unser Camp aus, bei Bedarf auch über weitere Strecken. Die Abwicklung der Einsatzanforderung erfolgt über die Dienststellen der Berufsfeuerwehr oder direkt über die Leitstelle des Katastrophenschutzes in Athen. Die E.S.E.P.A. ist eine der größten freiwilligen Hilfsorganisationen Griechenlands und agiert staatlich voll anerkannt (aber leider finanziell kaum unterstützt) unter dem Dach des griechischen Zivilschutzes „Politiki Prostasia“.

2009 konnten wir sehr große Fortschritte erzielen, vor allem bei der Ausbildung einheimischer Helferinnen und Helfer und der Einrichtung neuer freiwilliger Stützpunkte der E.S.E.P.A. in den Regionen Komotini, Pylion und Karpathos. Die Eingreifzeit der griechischen Berufsfeuerwehr in den ländlichen Gemeinden in der Region Komotini lag bisher bei deutlich über einer Stunde, in Einzelfällen betrug sie über eineinhalb Stunden.

Trotz dieser Fortschritte, die wir unter großen Mühen erzielen konnten, sehen wir uns nach wie vor großen Problemen bei der Ausrüstung gegenüber: Unsere Einsatzfahrzeuge sind im Schnitt ca. 35 Jahre alt, und es stehen vor allem zu wenige Einsatzfahrzeuge zur Verfügung. Diese Situation wird noch dadurch verschärft, daß im Zuge der Gründung der neuen freiwilligen Feuerwehrstützpunkte Fahrzeuge dauerhaft für diese Stützpunkte abgestellt werden mußten, die nun nicht mehr für das Waldbrandeinsatzcamp zur Verfügung stehen werden.

Ich möchte Euch alle daher um Eure tätige Mithilfe bitten: Wenn Ihr von einem alten Fahrzeug bei Eurer Wehr / Eurem Ortsverband oder einer Nachbarwehr / einem Nachbar-Ortsverband wißt, das in der kommenden Zeit ausgemustert wird, und das eventuell als Spende an die E.S.E.P.A. abgegeben werden kann, so setzt Euch bitte mit mir in Verbindung. Wir verfügen leider über fast keine Finanzmittel für Fahrzeugbeschaffungen und sind daher bis auf weiteres rein auf Spendenfahrzeuge oder zu Freundschaftspreise Gekaufte Fahrzeuge angewiesen.

Die folgenden Fahrzeugtypen werden benötigt:
TLF,RLF,ULF,KLF,LF,BLF aber auch Rot Kreuz-Fahrzeuge aller Art.
• Die Fahrzeuge sollten nach Möglichkeit voll fahrbereit und zumindest bedingt einsatzbereit sein, zivile geländegängige Fahrzeuge aller Art, z.B. Geländewagen, Unimogs aus Kommunalbeständen. Hintergrund: Wir haben ein ganzes Heer von genialen Bastlern in unseren Reihen, die beim Umbau von Fahrzeugen bereits mehr als einmal echte „Mc-Gyver-Qualitäten“ bewiesen haben.

Außerhalb unseres Campbetriebes kommen die Fahrzeuge des Waldbrandeinsatzcamps bei Freiwilligen Feuerwehrstützpunkten der E.S.E.P.A. zum Einsatz – nicht nur bei Waldbränden, sondern auch bei „normalen“ Feuerwehreinsätzen und bei Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Erdbeben, von denen Griechenland leider immer wieder heimgesucht wird.

Wir suchen auch ständig nach feuerwehrtechnischer Ausrüstung aller Art. Vor allem benötigen wir die folgenden Dinge:
• Alte, aber noch einsatztaugliche FeuerwehrHelme
• Uniformen
• Alte, aber funktionstüchtige Sondersignalanlagen, gerne auch einzelne Bauelemente wie Folgetonschalter, einzelne Hörner, um zivile Spendenfahrzeuge umrüsten zu können.
• Tragkraftspritzen aller Größen.
• Notstromaggregate aller Arten und Größen
• Schlauchmaterial und Armaturen aller Größen.
• Technisches Rettungsgerät aller Art, wie Rettungssätze, Büffelwinden und Greifsätze
• Beleuchtungsgerät aller Art
• Dringend benötigt wird auch notfallmedizinische Ausrüstung aller Art, wie Schaufeltrage, Vakuummatratze, EKG/Defi, Oxylog, Verbrauchsmaterial für Infusion und Intubation, alte Notfallkoffer etc.
• Hydraulische Rettungssätze.
Einfach alles was man für einen Feuerwehreinsatz braucht.

Da unsere Finanzlage eine alles andere als rosige ist – wir sind eine reine Freiwilligenorganisation -, sind wir bei Fahrzeugen und Ausrüstung leider rein auf Spenden angewiesen. Dafür ist aber gewährleistet, dass Euer altes Fahrzeug bei einem international einmaligen Feuerwehrhilfsprojekt zum Einsatz käme, das von einer ausgesprochenen Nachhaltigkeit geprägt ist. Schon wenige zusätzliche Tanklöschfahrzeuge kämen für die E.S.E.P.A. einem wirklichen Quantensprung bei unserem Fuhrpark gleich.

Ihr würdet uns internationale Helfer damit in die Lage versetzen, deutlich schneller, besser und professioneller helfen zu können, als dies bisher der Fall ist.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr bzw. Eure Gemeinde eine Möglichkeit sehen würdet, das ehrenamtliche Engagement von uns Österreichischen E.S.E.P.A.-Mitgliedern zu unterstützen, und mit mir alle internationalen E.S.E.P.A.-Kameradinnen und -Kameraden. Nichts ist schlimmer für uns ausgebildete Helfer, als eine Person nicht retten zu können, weil Rettungsgerät, das bei unseren Österreichischen Feuerwehren selbstverständlich ist, vor Ort nicht zur Verfügung steht oder mitzuerleben, wie ein Olivenhain, der die Lebensgrundlage für ein ganzes Dorf darstellt, verbrennt, derweil man mit nichts als einer Hacke und einer Schaufel in der Hand versucht, das Schlimmste abzuwenden, Tränen der Hilflosigkeit in den Augen. Dies habe ich selber im Einsatz bei einem riesigen Waldbrand am Peloponnes im Sommer 2006 erlebt.

Bitte helft uns zu helfen!
Selbstverständlich läge die Abwicklung einer Fahrzeugüberführung nach Griechenland in den Händen der E.S.E.P.A., so dass Eurer Feuerwehr / Eurer Gemeinde hieraus keinerlei weiterer Aufwand entstehen würde. Wir haben exzellente Kontakte zu den griechischen Fährgesellschaften Minoan und ANEK, die unsere Fahrzeugüberführungen in der Vergangenheit großzügig unterstützt haben. Ich selber habe in den vergangenen Jahren bereits etliche alte Feuerwehrfahrzeuge auf eigener Achse nach Griechenland überführt.

Die E.S.E.P.A. arbeitet vor Ort in Griechenland mit mehreren Fachwerkstätten zusammen und legt großen Wert auf die Erhaltung ihrer alten Einsatzfahrzeuge. Es wäre also gewährleistet, dass Euer Fahrzeug noch viele lange Jahre zum Schutz der griechischen Bevölkerung und der wunderschönen Natur Griechenlands eingesetzt werden könnte, anstatt an einem anderen Ort lieblos heruntergerissen zu werden.

Wir wären selbstverständlich gerne dazu bereit, uns für eine Unterstützung durch Eure Feuerwehr oder Gemeinde in Form von Werbung zu bedanken – zum Beispiel in Form von Aufklebern auf dem Fahrzeug, ausführliche Berichterstattung in Eurer Lokalpresse, Schaltung eines Links auf unserer Website, etc.

Ausführliche Informationen zur E.S.E.P.A. und zum E.S.E.P.A.-Waldbrandeinsatzcamp findet Ihr hier auf der Website unter „Erfahrungsberichte“. In unserer Picture Gallery findet Ihre viele, viele Bilder vom Camp, von den Übungen und Einsätzen und der Ausbildung der örtlichen Feuerwehrleute. Nähere Infos zum Camp findet Ihr unter „Fragen und Antworten“.

Ich freue mich auf jeden Hinweis zu geeigneten alten Fahrzeugen und Spendenausrüstung. Bitte zögert nicht, mich zu kontaktieren, wenn Ihr von einem Fahrzeug wisst, das ausgemustert wird und eventuell als Spende an die E.S.E.P.A. abgegeben werden könnte.

Mit kameradschaftlichem Gruß,
Peter Röck
.E.S.E.P.A Orga-Team Österreich

Email: austria@esepa.net
Internet:
http://www.esepa.net

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