Deutschland: Großeinsatz an Schule nach Stromschlag-Alarm in Düsseldorf
Düsseldorf (Deutschland): Neun verstörte Kinder berichteten den Ärzten von einem mächtigen Kribbeln in Fingern und Händen. Der Feuerwehr Düsseldorf waren Verletzte durch Stromschläge gemeldet worden. Vermutlich aber löste Farbe bei den Schülern allergische Reaktionen aus.
Um 10.56 Uhr ging die Alarmmeldung am Mittwoch, dem 6. Oktober 2010, in der Leitstelle der Feuerwehr Düsseldorf ein: Zehn Kinder durch Stromschläge verletzt! Die Retter rückten mit einem Großaufgebot zur Georg-Schulhoff-Realschule aus – und standen vor einem Rätsel, das sich erst am Nachmittag aufklären sollte.
Auf dem Pausenhof befindet sich am hinteren Ende einer Wiese ein 1,50 Meter hoher Stromkasten, der die benachbarte Sporthalle mit Energie versorgt. Neun Jungen im Alter von zehn und elf Jahren, die den Trafo kurz hintereinander berührt hatten, verspürten ein mächtiges Kribbeln in Fingern und Händen.
Schulleitung verständigte sofort Feuerwehr: Mehrere Notärzte kümmerten sich um die verstörten Kinder, untersuchten sie, konnten aber nichts feststellen. Weder gab es Hinweise auf Stromschläge noch auf sonstige, schwerwiegende Erkrankungen. Lediglich wurden bei einigen Schülern leichte Rötungen an den Unterarmen diagnostiziert.
Mittlerweile waren auch Vertreter des Gesundheitsamtes vor Ort. Die ließen die Kinder vorsichtshalber in einem Bus in die Uniklinik fahren, um sie dort weiter zu untersuchen. Es wurde veranlasst, die Eltern zu informieren.
Derweil waren auch Techniker der Stadtwerke im Einsatzwagen mit Blaulicht zum Schulhof ausgerückt. Sie kappten erst einmal die Stromversorgung und machten umfangreiche Messungen an dem Verteilerkasten selbst und im weiteren Umfeld. Ergebnis: Es waren keinerlei Störungen festzustellen, der Trafo funktionierte einwandfrei.
Schüler durften Uni-Klinik am Nachmittag wieder verlassen
Jetzt schickte die Stadt Mitarbeiter des Gebäudemanagements, das für die Technik und Sicherheit an Schulen verantwortlich ist, nach Vennhausen. Die sahen sich den mit Graffiti besprühten Stromkasten näher an und berührten ihn auch. Anschließend verspürten auch sie ein heftiges Kribbeln in den Händen. Gut möglich, dass dies eine allergische Reaktion auf die Graffiti-Farbe war.
„Das ist die wahrscheinlichste Lösung des Rätsels“, meint auch Stadtsprecher Manfred Blasczyk. Das Gebäudemanagement ließ den Stromkasten erst einmal einzäunen. Das Gesundheitsamt ließ Farbproben von den Graffiti nehmen, um sie zu untersuchen. Jetzt soll der Stromkasten gründlich gereinigt werden. Die neun Jungen durften die Uniklinik am Nachmittag wieder verlassen.
