Deutschland: Ein Puppenhaus gegen Feuer
Untertürkheim (Deutschland): Die Untertürkheimer ist die einzige Feuerwehr in Stuttgart, die so etwas hat: ein Modellrauchhaus. In dem selbst gebauten Häuschen…
… kann es auf Knopfdruck rauchen und so wollen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Kindergärten den Kleinsten klar machen, wie Feuer sich in einem Haus ausbreitet und was man dann tun muss.
200 Arbeitsstunden von zehn Kameraden stecken in dem 1,30 mal 0,70 Meter großen Haus. Die Männer bauten die Fassade, tapezierten die Zimmer, richteten mit Puppenmöbeln Küche, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Kinderzimmer, Bad ein. Es gibt ein Treppenhaus, um auch dort die Feuerausbreitung darstellen zu können, einen Balkon und eine Loggia. Kleinen Kindern dürfte das Herz aufgehen, wenn sie dieses Puppenhaus sehen.
Dem Kommandanten der Feuerwehr Untertürkheim Holger Kamm ist der Stolz auf die Leistung seiner Männer deutlich anzusehen. „Die Idee hatten wir vor zwei Jahren“, erzählt er. Im Zuge der Präventionserziehung in punkto Brandschutz ziehen die Feuerwehrmänner seit längerem ehrenamtlich durch Kindergärten. Dort spielen sie mit den Kindern durch, wie man die Feuerwehr anruft und was man da sagen muss. Sie erklären, dass man krabbeln soll, wenn Rauch auftritt, weil am Boden weniger Qualm ist. Sie zeigen, wie man ein Streichholz richtig anzündet – vom Körper weg – und dann dürfen die Kinder auch noch in die Wache kommen und Feuerwehrautos beklettern. Doch irgendwas fehlte noch, um den Kleinen möglichst realistisch zu zeigen, wie sich Feuer in einem Haus ausbreitet. Dafür gibt es nun das Modellrauchhaus. Über eine Leitungsanlage kann in den einzelnen Zimmern des Hauses Rauch auftreten.
„Das ist der gleiche Stoff wie in Discos“, erklärt Kamm. „Völlig ungefährlich.“ Der Rauch kann aus dem Mülleimer in der Küche kommen, von der Zigarre am Bett, aus dem Kamin oder durch die Kerze auftreten. Durch Öffnen und Schließen der Türen lässt sich zeigen, wie Durchzug und damit ein Ausbreiten von Rauch entsteht.
Bezirksvorsteher Klaus Eggert zeigte sich bei der Präsentation begeistert: „Das Haus ist toll und die Arbeit in den Kindergärten enorm wichtig.“ Der Bezirksbeirat sei gleich überzeugt gewesen, als die Feuerwehr die Rauchhaus-Idee vorgestellt hatte und gab 700 Euro für Material dazu. Selbst brachte die Feuerwehr noch etwa 1000 Euro auf.
Der erste Einsatz des Hauses ist wahrscheinlich erst im kommenden Jahr. Kamm: „Leider ist die Nachfrage der Kindergärten – und wir kommen ja nur auf Anforderung – nicht besonders groß. Da könnte mehr kommen.“
