Singapur: Notlandung mit Riesenairbus nach Explosion
Singapur: Ein australischer Riesenairbus A380 mit 459 Menschen an Bord ist Donnerstagfrüh, den 04. November 2010, nach einer Explosion in der Luft in Singapur notgelandet.
Das bestätigte eine Sprecherin der Zivilluftfahrtbehörde von Singapur der Nachrichtenagentur dpa. „Die Maschine landete um 11.47 Uhr“, sagte die Sprecherin. Das war 4.47 Uhr MEZ. Verletzt wurde dabei nach ersten Angaben offenbar niemand.
Rauch ausgeströmt
Der Flug QF32 der Fluggesellschaft Qantas war um 9.56 Uhr Ortszeit in Singapur in Richtung Sydney gestartet. Nach Angaben von Qantas gab es ein Problem am Triebwerk. „Wie in diesen Fällen üblich hat sich der Pilot um eine schnelle Landeerlaubnis für die Rückkehr nach Singapur bemüht“, teilte die Fluggesellschaft mit. Die Maschine sei dort sicher gelandet.
Während der Notlandung strömte an der Unterseite des Flugzeugs Rauch aus. Eines der Triebwerke an der linken Tragfläche sah aus, als sei es explodiert. Sechs Feuerwehrwagen eilten nach der Landung zu dem Flugzeug.
„Laute Explosion“
Erste Berichte über ein in Not geratenes Flugzeug kamen von der indonesischen Insel Batam unweit von Singapur. „Wir haben eine laute Explosion gehört und dann am Flügel dicken, schwarzen Rauch gesehen“, sagte ein Augenzeuge namens Reinhard dem Fernsehsender Metro TV. „Ich hörte eine gewaltige Explosion gegen 9.15 Uhr und sah ein niedrig fliegendes Passagierflugzeug mit Rauch an einer Tragfläche“, sagte der Augenzeuge Rusdi dem Fernsehsender. „Trümmer fielen auf mein Haus.“
Die Einwohner von Bantam fanden bis zu ein Meter lange Trümmerstücke auf dem Boden, auf denen das rote Qantas-Logo eindeutig zu erkennen war. Nach Angaben der indonesischen Flugsicherheitsbehörde ließ die Maschine vor der Notlandung über Indonesien Flugbenzin ab.
Qantas stoppt A380-Flüge
Nach der schweren Panne setzte Qantas vorerst alle Flüge mit dem Airbus A380 aus. Das Unternehmen werde die Flugzeuge auf dem Boden lassen, bis alle nötigen Informationen vorlägen, sagte Qantas-Chef Alan Joyce in Sydney. „Das ist wahrscheinlich der schwerwiegendste Zwischenfall mit einem A380 seit dem Beginn der Inbetriebnahme für den kommerziellen Verkehr“, sagte Flugfahrtexperte Tom Ballantyne.
Die deutsche Fluglinie Lufthansa lässt ihre A380-Maschinen dagegen weiterfliegen. Von den drei A380 der Lufthansa seien derzeit zwei in der Luft, sagte ein Sprecher der Fluglinie der Nachrichtenagentur AFP. Der Flugbetrieb mit den drei Maschinen werde normal aufrechterhalten.
