Deutschland: Bobstädter Grundschüler lernen richtiges Verhalten im Ernstfall
Bobstadt (Deutschland): Je jünger ein Mensch ist, desto besser kann er sich im Notfall an wichtige Dinge erinnern. Ein Umstand, den die Feuerwehr bei ihrer Brandschutzerziehung nutzt.
Am Montag und Dienstag, 8. und 9. November 2010, veranstalteten die Bobstädter Floriansjünger mit den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule den theoretischen Teil der Brandschutzerziehung.
Am Montag standen die Entstehung des Feuers und das Löschen eines Brandes an oberster Stelle. Unter der Fragestellung „Wie entsteht ein Feuer und warum kann es brennen?“ wurden den Schülern erklärt, dass Sauerstoff eine wichtige Zutat für die Flammen ist. Auf der Basis dieser Informationen wurde schließlich das Löschen erklärt. Ein weiterer Teil der Brandschutzerziehung waren die Fluchtwege im Schulhaus. In einer Gefahrensituation ist es besonders wichtig, dass die Kinder darüber informiert sind, wie sie sich verhalten müssen, erklärte Günter Dinges, der zusammen mit Rupert Getrost eine Gruppe übernommen hatte.
Am Dienstag wurde ihnen schließlich dann das konkrete Verhalten in Notfallsituationen beigebracht. Vor allem der Notruf und die fünf W-Fragen standen im Mittelpunkt der Erklärungen: Wer meldet das Ereignis? Wo geschah es? Was ist geschehen? Wie viele Verletzte oder Betroffene? Das fünfte W steht für das Warten auf Rückfragen.
Nach der Theorie durften die Kinder auch die Praxis proben. Mittels einer Handyimitation wurde das Notfallgespräch geübt, und jeder Schüler hatte die Gelegenheit, selbst einen Notruf abzusetzen. Dass die Leitstelle am Lehrerpult stand, sorgte schließlich für einiges Gelächter.
Neben den Erklärungen erhielten die Kinder viele ergänzende Informationen zum Thema. Die Feuerbekämpfer klärten darüber auf, dass es strafbar ist, einen Notruf ohne Notfall auszulösen. Und auch die Vorgänge innerhalb der Leitstellen wurden kurz angesprochen.
„Es muss niemand Angst haben, einen Notruf abzusetzen“, erklärte Getrost. Wenn der Verdacht auf einen Brand bestehe, sei er sogar dringend notwendig – auch wenn später festgestellt werde, dass es kein richtiger Brand war.
Abschließend wurden die Inhalte nochmals in die Praxis umgesetzt. Pünktlich um 11 Uhr wurde ein Probealarm ausgelöst. Dass die Grundschüler die Inhalte verstanden hatten, war daran zu bemerken, dass sie nur wenige Minuten brauchten, um das Gebäude zu verlassen. Vor der Schule gingen sie sehr schnell auf die richtige Position.
Die nächste Brandschutzerziehung werden die Feuerwehrleute erst in zwei Jahren wieder an der Schule durchführen. Im kommenden Jahr wird die Unterweisung im Bobstädter Kindergarten durchgeführt. „Wir wechseln immer im zweijährigen Rhythmus ab“, wie Dinges erklärte. Der Unterricht in den Schulen baue zum Teil auf den Inhalten im Kindergarten auf. Ein Unterschied zwischen den beiden Einrichtungen sei in der Methodik zu sehen. Während in der Kindertagesstätte das Spielerische im Vordergrund stehe, wird in der Schule eine Methodik verwendet, die an den normalen Unterricht erinnere.
