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Österreich: Brandschutz: Nachholbedarf in vielen Tunnel

Österreich: Am 11. November 2000 sind im Tunnel der Kitzsteinhornbahn in Kaprun 155 Menschen gestorben. Zehn Jahre nach dem Brandinferno orten Brandschutzexperten immer noch bei vielen alten Tunnelsystemen Nachholbedarf.

„Riesenschritt in Richtung Sicherheit“: Zweiröhrige Tunnelanlagen und verbesserte Belüftungssysteme sind für den Brandschutzexperten Rudolf Schober aus Mürzzuschlag die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen. Der Bezirksfeuerwehrkommandant leitet auch den Arbeitskreis Tunnel, wo Verkehrs- und Brandschutzexperten regelmäßig über Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen in den etwa 20 Eisenbahntunnel- und 31 Straßentunnelröhren in der Steiermark diskutieren. „Es hat in den letzten zehn Jahren einen Riesenschritt in Richtung Sicherheit gegeben. Die Semmeringtunnelkette etwa ist komplett zweiröhrig ausgebaut und hier ist ein ganz hoher Sicherheitsstandard“, so Schober.

Größte Gefahr im Gleinalmtunnel: Das größte Gefahrenpotenzial in der Steiermark lauert laut Schober im einröhrigen Gleinalmtunnel.

Straßentunnel besser ausgebaut: Generell seien Straßentunnel im Vergleich zu Eisenbahntunnel brandschutztechnisch besser ausgebaut, vor allem was Lüftungsanlagen und Fluchtwege betrifft, so der Experte. Laut ÖBB-Sprecher Walter Mocnik werden jährlich Millionen in die Sicherheit der steirischen Tunnelanlagen investiert.

„Nicht sparen bei Löschsystemen“: Schober bemängelt aber vor allem alte Straßentunnelanlagen: Im Gegensatz zu den neugebauten Anlagen gebe es in den alten keine fix angebrachten Schläuche – die Feuerwehrmänner müssen sie mühsam zum Einsatzort in den Tunnel hineinbringen. „Hier sollte nicht gespart werden. Man sollte diese Löschsysteme auch hier deponieren – es ist ein geringer Kostenaufwand, erhöht die Sicherheit aber um ein Vielfaches“, so der Experte.
Laut ASFINAG-Sprecher Volker Höferl sollen diese Schläuche ab dem nächsten Jahr bei jeder Tunnelsanierung angebracht werden.

ORF Steiermark
Katastrophe von Kaprun am 10.11.2000

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