D: Gas- und Hybridfahrzeuge als Herausforderung für Feuerwehren?
Deutschland: Sie gelten als umweltfreundlich und sparsam: Autos mit alternativen Antrieben wie Hybrid oder Gas. Bei Verkehrsunfällen drohen sie allerdings, für die Feuerwehren zur Gefahr zu werden.
Hybridfahrzeuge zum Beispiel, die mit einer Kombination aus Elektro- und Benzinmotor fahren, können aufgrund der elektrischen Leitungen in Verbindung mit Löschwasser zu einer gefährlichen Mischung für Feuerwehrmänner werden.
Das Problem ist bei den Feuerwehren bekannt, „aber es handelt sich aus unserer Sicht um keine neue große Gefahr“, sagt Karl-Heinz Krütt, Leiter der Berufsfeuerwehr Kassel. In Aus- und Fortbildung setze man sich mit den neuen technischen Entwicklungen auseinander. Bei den Hybridautos gälten die gleichen Regelungen wie bei allen Elektrogefahren: „Wir müssen Abstand halten“.
Die Verhaltensregeln der Feuerwehren – egal ob Berufs- oder freiwillige Feuerwehr – seien im Grunde gleich: Zunächst werde die Lage erkundet, dann entsprechend gehandelt, erklärte Krütt. Dass die Wehren der technischen Weiterentwicklung im Autobau immer ein wenig hinterherhecheln, sieht der Feuerwehrchef natürlich auch, weist aber darauf hin, dass die Feuerwehrverbände im Dialog mit der Autoindustrie stünden, um Erfahrungen und Warnungen weiterzugeben. Allerdings müsste der Dialog früher einsetzen, wünscht sich Krütt.
Bei Autos, die mit Erd- oder Flüssiggas angetrieben werden, verhält es sich grundsätzlich nicht anders: Weil bei brennenden oder überhitzten Fahrzeugen Explosionsgefahr besteht, müssen die Feuerwehrleute kühlen, also löschen, erläuterte Karl-Heinz Krütt. Das sollte aber möglichst aus einer Deckung heraus geschehen – also ist auch hier Abstand gefragt. Einen hochproblematischen Einsatz der Kasseler Wehr vor dem Hintergrund neuer Antriebstechniken gab es noch nicht.
