Deutschland: Aufwandsentschädigungen bei Feuerwehr Seeland gestrichen
Seeland (Deutschland): Eine heftige Diskussion über die Aufwandsentschädigungen der Jugendwarte der freiwilligen Feuerwehren im Seeland ist am Mittwochabend im Stadtrat entbrannt, nachdem Rolf Deppner, Leiter der Gaterslebener Wehr, seinen Unmut ob deren Streichung äußerte.
Als Herabwürdigung des Ehrenamtes sehe der langjährige Feuerwehrmann diese für ihn nicht nachvollziehbare Entscheidung, die die Jugendwartin aus Gatersleben, Birgit Pasemann, als Einzige unmittelbar betrifft.
Denn „die anderen Jugendwehrleiter haben ihren Dienst ohne Entschädigung verrichtet“, erklärte Heidrun Meyer, Bürgermeisterin der Stadt Seeland. Nur in Gatersleben sei eine solche Entschädigung bis zur Eingemeindung ausgezahlt worden. Die Höhe belief sich auf 60 Euro im Monat.
Im Sommer wurde eine für alle Wehren im Seeland gültige Satzung beschlossen. In dieser wurde – auch in Anbetracht der Haushaltslage – vorerst ausnahmslos davon abgesehen, den Jugendwarten künftig einen Obolus für ihre ehrenamtliche Tätigkeit zu zahlen. „Ich finde es schade, ich habe das Geld nicht für mich behalten, es ist den Kindern zugute gekommen, in welcher Form auch immer“, äußerte sich Pasemann enttäuscht. Getränke und Eis für den Feuerwehrnachwuchs, Bastelmaterialien und Eintritte habe sie von ihrer Aufwandsentschädigung bestritten. „Gibt es die nicht mehr, fällt das weg“, so die Jugendwartin.
„Das Amt beinhaltet Engagement und Fleiß“, weiß auch Andreas Hampe, Stadtrat und Ortswehrleiter in Nachterstedt, der sich der Meinung der Gaterslebener anschloss und anregte, die Satzung in diesem Punkt noch einmal zu überdenken. Sich der Bedeutung der Nachwuchsförderung bewusst, ließ man sich darauf ein und verwies die Problematik zurück in den Ausschuss. Bis sie wieder auf die Tagesordnung kommt, werde man das Gespräch mit den Wehrleitern aus den Ortsteilen und nach einer für alle einvernehmlichen Lösung suchen, so Meyer.
Dieser bedarf es auch in einem anderen Fall: der Brandschutzwache. Wurden Kameraden, die in der Vergangenheit die Feuerwache auf größeren Veranstaltungen im Seeland übernommen hatten, stets entschädigt, ist dies nun nicht mehr länger der Fall. Nachdem die Stadt, die im Juli im Amtsblatt erschienene Satzung bei der Kommunalaufsicht eingereicht hatte, untersagte diese die Auszahlung. „Wir wurden aufgefordert, die Entschädigung zu streichen“, sagte die Bürgermeisterin. Ein Rückschlag, denn sie wie Hampe wissen: „Zum Nulltarif lockt man beispielsweise in der Silvesternacht niemanden hinter dem Ofen vor.“ Deshalb sei man bemüht, so Meyer, eine interne Regelung in dieser Angelegenheit zu finden.
