Israel: Waldbrandkatastrophe -> Feuerwehr kämpft um Häuser und Ortschaften
Israel: Bei dem katastrophalen Brand in den Wäldern des Carmel-Gebirges in Israel sind bisher mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen. Feuerwehr und Polizei müssen immer wieder Bewohner retten, die sich weigern, ihre gefährdeten Häuser zu verlassen. 4000 Hektar Wald sind bereits zerstört.
Die israelische Feuerwehr bemüht sich, das Übergreifen der Flammen auf Ortschaften im Karmel-Gebirge zu verhindern. Joram Levi, Sprecher der Feuerwehr, sagte, die Arbeit seiner Mannschaften werde vor allem durch den starken Wind erschwert. Einige Täler und Berge seien für sie kaum zu erreichen. Levis Antwort auf die Frage, ob das Feuer unter Kontrolle sei: „Wir haben es nicht unter Kontrolle, aber wir beherrschen die Lage. Wir beherrschen die Lage.“
Bewohner kehren immer wieder in Häuser zurück:
Gemeinsam mit Polizei und Armee versuchen 3000 Feuerwehrleute, die Orte Nir Etzion, Osfije und Ein Hod zu retten. In Ein Hod sind schon mehrere Häuser in Flammen aufgegangen. Einige Bewohner des Ortes hatten sich geweigert, ihre Häuser zu verlassen. Wenig später wurden sie von den Flammen eingeschlossen. Wie der Armee-Rundfunk berichtet, rettete die Feuerwehr sieben der Bewohner.
Viele Einwohner in den Ortschaften des Karmel wollen den Rettungskräften beim Löschen helfen. Polizeisprecher Roni Atia forderte sie auf, den Anweisungen zu folgen: „Die Polizisten sind viel zu sehr damit beschäftigt, Bürger wieder aus ihren Orten zu holen, die ohne Erlaubnis nach Hause zurückgekehrt sind. Wir werden im Laufe des Tages die bereits evakuierten Orte überprüfen, und wenn es möglich ist, die Erlaubnis erteilen, wieder zurückzukehren. Wir bitten die Einwohner, die keine Erlaubnis haben, nicht in ihre Häuser zurückzukehren.“
Die israelischen Rettungskräfte verhinderten, dass der Süden der Stadt Haifa in Brand geriet. Auch die Universität Haifa am Rande der Stadt ist nicht mehr in Gefahr.
Ausländische Löschflugzeuge im Dauereinsatz
Die Türkei, Griechenland, Großbritannien, Zypern und Russland schickten Löschflugzeuge nach Israel. Sie sind seit den Morgenstunden des 4. Dezember 2010 wieder ununterbrochen im Einsatz. Der Staat Israel ist dringend auf internationale Hilfe angewiesen, weil er selbst über keine Löschflugzeuge verfügt. Besonders hoffen die Menschen in Israel auf eine Iljuschin 76 aus Russland, die 42.000 Liter Wasser aufnehmen kann. Sie traf inzwischen im Krisengebiet ein. Die Flugzeuge tanken im Meer auf und werfen das Wasser über dem brennenden Wald des Karmel-Gebirges ab.
Zugleich kämpfen die israelischen Rettungskräfte am Boden gegen die Brände. Polizeisprecher Atia: „Unser Hauptziel heute ist es, uns auf problematische Regionen zu konzentrieren, und wir werden im Verlaufe des Tages in diese Regionen selber hineingehen.“
Nach neuesten Angaben der israelischen Behörden sind mindestens 43 Menschen durch den Waldbrand getötet worden. 17.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Schon jetzt sind 4000 Hektar Wald zerstört, der mühsam im Laufe von Jahrzehnten aufgeforstet worden war.
