Deutschland: Neue Alarmierungssoftware im Bodenseekreis installiert
Deutschland: Die meisten Menschen im Bodenseekreis werden am Samstag, 12.2.2011, nicht bemerkt haben, dass bei den Feuerwehren erhöhte Alarmbereitschaft geherrscht hat:
Von Sipplingen bis Neukirch und Immenstaad bis Heiligenberg opferten 350 ehrenamtliche Einsatzkräfte ihren freien Samstag, um in den Gerätehäusern Dienst zu schieben. Grund hierfür war die Umstellung der Alarmierungssoftware in der integrierten Leitstelle im Landratsamt sowie die Neuprogrammierung der digitalen Funkmeldeempfänger der Einsatzkräfte im gesamten Landkreis, teilt die Kreisfeuerwehr mit.
„Ziel der Umstellung ist die differenziertere Alarmierung benötigter Kräfte sowie die Zuführung von Spezialfahrzeugen schon während der Erstalarmierung“ erläuterte Jürgen Ehninger, Leiter der integrierten Leitstelle, Sinn und Zweck der aufwendigen Aktion. In Eigenregie hatten er und die beiden Disponenten Bernhard Wolf und Tilman Süßmuth in den vergangenen eineinhalb Jahren in Sonderschichten rund 10000 Alarmpläne in die Software des Einsatzleitrechners eingepflegt. Standen bislang jeder Wehr 34 Alarmstichworte zur Verfügung, sind ab sofort 76 Szenarien vorprogrammiert und für jede Wehr individuell mit benötigten Mannschaften, Fahrzeugen und Ressourcen hinterlegt.
Kreisbrandmeister Henning Nöh, der die einzelnen Feuerwehren bei der Umsetzung beraten hatte und den Tag generalstabsmäßig geplant hatte, zeigte sich schon am Samstagmittag zufrieden: „Es klappt alles wie am Schnürchen“. Um die Einsatzbereitschaft im gesamten Landkreis während der Umstellung sicherzustellen, hatte Nöh in Absprache mit den Feuerwehren abhängig von der Gemeindegröße Bereitschaftsstärken festgelegt. So mussten etwa kleine Gemeinden eine Mindestbesatzung von neun Mann stellen, um ein Löschgruppenfahrzeug besetzt zu halten, während größere Wehren jeweils einen kompletten Löschzug in Bereitschaft hielten und auch die Leitstelle ihr Personal von der üblichen Zweifachbesetzung auf fünf Mann aufgestockt hatte.
Dass die „Sitzwachen“ eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme waren, zeigte sich schon gut eine Stunde nach Beginn des Bereitschaftsdienstes: Die Überlinger Feuerwehr wurde kurz nach 9 Uhr in den Teilort Nesselwangen gerufen. Wegen der Präsenz in der Wache sei nicht nur die Alarmierung über Telefon unkompliziert, sondern auch die Zeit, bis die Wehr eingreifen konnte, in diesem Fall besonders kurz. Größere Einsätze blieben während der Umstellung aber aus, wenngleich man auch auf solche Fälle vorbereitet gewesen wäre: in Überlingen hatten die EDV-Experten der Wehr beispielsweise eigens Handylisten der Mannschaften programmiert, um bei Einsätzen, für die die vorhandene Wachbereitschaft nicht ausgereicht hätte, per Handy-SMS zusätzliche Kräfte zu verständigen.
Und am Ende des Tages teilte Jürgen Ehninger schließlich mit: „Die neue Alarmierung ist jetzt scharf gestellt, alles hat gut funktioniert.“
