Deutschland: Eisrettung mit Surfbrett
Waren (Deutschland): Bei Eiseinbrüchen auf den Seen rund um die Müritz kommt künftig Hilfe mit dem Surfbrett. Den Rettungsleuten der Feuerwehren Rechlin und Waren steht dafür ein neues Gerät aus Amerika zur Verfügung, das sie am letzten Februarwochenende 2011 zum ersten Mal testeten
„Das Brett ist richtig gut“, sagt Jörg Köppke von der Wassergefahrengruppe der Warener Wehr. Es sei leicht zu transportieren, schnell und könne gut manövriert werden, sind sich die Kameraden einig.
Gut 20 Feuerwehrleute aus Rechlin und Waren sind bei der Eisrettungsübung auf dem Kölpinsee dabei. Das Eis ist dick und tragfähig, Dutzende Schlittschuhläufer und Spaziergänger sind unterwegs. Sie sind Zaungäste der Übenden, die in ihren quietschgelben Überlebensanzügen mit mehreren Rettungsmitteln versuchen, eine lebensgroße Puppe aus einem vorher ins Eis gehackten Wasserloch zu bergen. Die Feuerwehrleute haben einen übergroßen Schlitten dabei, auf dem ein Schlauchboot befestigt ist. Das Rettungsgerät sieht aus wie selbstgebastelt, stammt schon aus dem Jahr 1976, wie Reimond Kamrath von der Warener Feuerwehr sagt, der den Einsatz leitet. Die Handhabung des Schlittens ist nicht einfach, vorwärts bewegt wird er mit zwei paddelähnlichen Stangen. Langsam und vor allem immer gleichzeitig müssen die beiden Männer staken, während zwei Kameraden an Land den Schlitten mit einem Seil sichern.
Man sei zu zweit zum Opfer unterwegs, das sei ein großer Vorteil, erklärt Kamrath. „Das macht die Bergung von Verletzten einfacher.“ Aber es braucht eine gehörige Portion Muskelkraft. Nur ein Feuerwehrmann hat dagegen auf dem Surfbrett Platz, dennoch sind die Retter begeistert. Das Brett, an dem ebenfalls Kufen und mehrere Haltegriffe befestigt sind, lässt sich leicht übers Eis schieben.
„Ein großer Vorteil ist, dass das Gerät allein über die Eiskante kippt, das spart Kraft. Man muss es nicht erst aus dem Wasser aufs Eis hieven oder umgekehrt“, erklärt Köppke. Die ins Eis „eingebrochene“ Puppe lässt sich leicht auf das flache Brett ziehen, dann holen die Helfer an Land den Retter und das Opfer zurück auf festen Boden.
Die Feuerwehrleute, von denen viele ausgebildete Rettungsschwimmer sind, haben schon mehrere Noteinsätze auf den vereisten Gewässern der Umgebung erleben müssen. „Bei solchen Temperaturen muss eine Eisrettung schnell vonstatten gehen. Jede Sekunde zählt, die derzeitigen Wassertemperaturen hält man nicht lange aus. Und ist man erst einmal unter dem Eis, kommt meist jede Hilfe zu spät“, sagt Kamrath.
