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Stmk: Freiwillige Feuerwehr als Notfall

Graz (Stmk): Freiwillige Feuerwehr: Was als Politikum begann, war wiederholt von Querelen dominiert. Doch nun ist mehr denn je Feuer am Dach.

Nicht nur Papier, auch eine Internet-Seite ist geduldig. Und so wird auf der Homepage der Grazer Freiwilligen Feuerwehr das Ziel der Institution verdeutlicht: Es gehe darum, „die Grazer Berufsfeuerwehr zu unterstützen und gemeinsam die steirische Landeshauptstadt noch sicherer zu machen“. Das trifft zweifellos zu. Doch zugleich wird die gesamte Arbeit der Florianis in Misskredit gebracht. Weil die Freiwilligen regelmäßig dank interner Streitereien, ideologischer Grabenkämpfe mit den hauptamtlichen Kollegen und schließlich dank zahlreicher Abgänge von sich reden machten. In diesen Tagen ist mehr denn je Feuer am Dach – und als „Brandstifter“ wird von vielen Helmut Nestler ausgemacht, der umstrittene Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr.

„Arbeit wird angepatzt“
All dies schmerzt die rund 140 Mann und Frau starke Truppe – und immer mehr von ihnen schreien selbst um Hilfe. Der Tenor: „Durch diese Ereignisse wird unsere tolle Arbeit zum Wohl der Allgemeinheit komplett angepatzt.“
Rückblickend erscheint bereits der schwierige Start des Unterfangens als böses Omen: Lange Zeit streiten ÖVP und SPÖ über Sinn und Unsinn einer solchen Truppe – während die Schwarzen auch bei den Florianis Ehrenamtliche forcieren, warnen die Roten vor dieser „Privatisierung“.
Erst im Herbst 2008 rauft man sich zusammen, die „Freiwillige Feuerwehr Graz“ wird feierlich gegründet. Der Zweck: „Ergänzung der Berufsfeuerwehr im Einsatz- und Katastrophenfall“.
Doch kurz darauf sorgt schon die Bestellung der Chefitäten für Unmut: Dass mit Helmut Nestler und Enrico Radaelli zwei „Vertrauensleute“ von Bürgermeister Siegfried Nagl die Truppe anführen – Nestler kommt aus dem Präsidialamt, Radaelli ist zu diesem Zeitpunkt einer von zwei Öffentlichkeitsarbeitern bei Nagl – lässt die Wogen hochgehen.
Heute sind Nestler und Radaelli längst geschiedene Leut‘ – wie einige andere, die sich vom Kommandanten getrennt haben. Oder umgekehrt: Erst kürzlich wurden im Zuge einer Ausschusssitzung sechs Florianis ausgeschlossen (wir berichteten).

Nestlers Verhalten wird – meist hinter vorgehaltener Hand – scharf kritisiert und als „diktatorisch“ bezeichnet. Der Kommandant selbst verteidigt das Vorgehen, häufig spricht er von „wehrschädigendem Verhalten“, gegen das er sich wehren müsse. Dass die Politik die längste Zeit tatenlos zusieht, macht die Sache nur noch problematischer: Stadträtin und Feuerwehrreferentin Sonja Grabner betont wiederholt, dass sie für die Freiwilligen nicht zuständig sei. Und Personalreferent Gerhard Rüsch hat mit der Berufsfeuerwehr ohnehin genug zu tun, der Streit um Überstunden ist ja gerichtsanhängig.
Allein, Bürgermeister Nagl reicht es jetzt. „Es ist genug! In dieser Angelegenheit werden wir ein ernstes Wort reden müssen“, betont er gegenüber der Kleinen Zeitung. So schnell wie möglich soll eine Generalversammlung stattfinden. „Bei der aber alle Mitglieder teilnehmen. Und dann reden wir Klartext“, so Nagl.

Kleine Zeitung

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