Deutschland: Nach Feuerwehrgutachter -> Viele Mitglieder in Krailling sauer
Krailling (Deutschland): Die Stimmung bei der Feuerwehr Krailling ist auf dem Tiefpunkt. Einige Aktive erwägen wegen eines neuen Gutachtens sogar, den Dienst zu quittieren.
„Der Unmut unter den Feuerwehrleuten ist sehr groß, vielen reicht’s“, sagt Kommandant Richard Siebler. Einige Ehrenamtliche denken inzwischen darüber nach, ihren Dienst zu quittieren. Auslöser ist das von der Kraillinger Bürgerinitiative t (BIK) in Auftrag gegebene Gutachten, das zu dem Schluss kommt, die Feuerwehr unterhalte einen zu großen Fuhrpark und könne deshalb auch mit einem wesentlich kleineren Gerätehaus auskommen, um ihren gesetzlichen Auftrag zu erfüllen.
„Den Gutachtern spreche ich schlichtweg die Kompetenz ab“, sagt Siebler, dies lasse sich nicht nur an den in der Strukturanalyse angeführten Quellen belegen. So sei etwa das Löschgruppenfahrzeug LF 8 schon ausgemustert und nicht ersetzt worden. Die dafür angeschafften Fahrzeuge, ein Gerätewagen Logistik und eine Hubarbeitsbühne, habe die Feuerwehr genau auf den Bedarf in Krailling abgestimmt. Siebler: „Die Gutachter haben weder mit uns gesprochen, noch kennen sie unsere Einsatzstatistiken.“
Auch die Behauptung, das Feuerwehrhaus an der Margaretenstraße sei nach seiner Sanierung nicht zukunftsfähig, da es höhere Fahrzeuge nicht mehr aufnehmen könne, hält der Kommandant für aus der Luft gegriffen. „Dafür gibt es keinerlei Beleg. Wenn das zutreffen würde, hätten wir mit Unterführungen im Würmtal viel größerer Probleme.“
Die Ertüchtigung des alten Feuerwehrhauses und die Zweiteilung der Feuerwehr-Standorte hatte die Gemeinde in Angriff genommen, da das bisherige Gebäude den geforderten Sicherheitsstandards seit langem nicht mehr entspricht. Dies sei der momentan einzig gangbare Weg, betont Siebler. „Und niemand hat bislang einen besseren Vorschlag gemacht.“ Probleme bei der Alarmierung sieht der Kommandant durch die Zweiteilung nicht. Dass Feuerwehrleute wegen der geforderten Hilfsfrist zuerst ein Feuerwehrhaus anfahren müssten, wie in der Analyse des Ingenieurbüros für Brandschutztechnik und Gefahrenabwehrplanung (IBG) angeführt, bescheinige nur die Unkenntnis der Gutachter. Im Landkreis Starnberg werde je nach Umfang des Einsatzes ortsübergreifend nach Schleifen alarmiert. Dadurch sei genau geregelt, wer in welchem Fall ausrückt.
Die Sachverständigen hatten ferner darauf verwiesen, dass Wartung und Pflege von Schläuchen und Atemschutzgeräten kostengünstiger bei Nachbarn zu bewerkstelligen seien. Siebler hält dies für nicht praktikabel und nicht auf die bestehenden Strukturen im Landkreis abgestimmt. „Die Geräte müssen rund um die Uhr einsatzbereit sein und sofort gewartet werden. Die können wir nicht einfach irgendwo abladen.“ Im Übrigen sei eine selbständige Wartung mit Arbeit und weniger Freizeit für die Feuerwehrleute verbunden. Eine Alternative sei allenfalls eine doppelte Bevorratung – mit in der Konsequenz doppelten Kosten.
Merkur Online
Vorgeschichte hier auf Fireworld.at (Gutachter behaupten: Feuerwehr Krailling hat zu viele Fahrzeuge)
