Tirol: Polizeihubschrauberwrack im Achensee geortet
Achenkirch (Tirol): Nach dem tragischen Absturz eines Polizeihubschraubers am Achensee dürften die Einsatzkräfte das Wrack geortet haben. In 104 Meter Tiefe wurde ein Objekt lokalisiert. Laut Polizei handelt es sich mit höchster Wahrscheinlichkeit um das abgestürzte Fluggerät.
Nach dem tragischen Hubschrauberabsturz am Mittwoch am Achensee hat die Einsatzleitung am Donnerstagvormittag, 31. März 2011, nun die weitere Vorgehensweise im Unglücksfall bekannt gegeben. Die Suchmannschaften gehen davon aus, die im See versunkene Hubschrauberkanzel in 104 Metern tiefe geortet zu haben. „Wir sind uns zu 90 Prozent sicher, dass es sich um das gesuchte Objekt handelt“, erklärte Landespolizeikommandant Helmut Tomac. Die letzten Zweifel sollen heute ausgeräumt werden. „Wir werden heute sicherstellen, dass es sich um den Hubschrauber handelt.“ Demnach habe das Sonar auch versunkene Boote geortet, die sich aber deutlich von jenem, das die Experten für den Hubschrauber halten, unterscheiden.
Die Bergung der Hubschrauberkanzel soll schließlich das Spezialunternehmen Sandy Air aus Pfaffenhofen übernehmen, dass über die entsprechende Ausrüstung verfügt. Schwierigkeiten bereitet den Bergemannschaften vor allem die große Tiefe, Kälte und schlechte Sicht, sowie eine leichte Strömung bzw. Wassersäule, die die Kameras abtreiben kann, wie der Betreiber Sandy Air, Wolfgang Falch, betont.
Im Detail soll die Bergung erst geplant werden, wenn der Hubschrauber zweifelsfrei lokalisiert wurde. Vermutlich sollen aber Luftkissen die zwei Tonnen schwere Kanzel an die Oberfläche befördern. Zusätzliche Maßnahmen sollen eine langsame und sichere Bergung gewährleisten um ein mögliches Zerbrechen der Kanzel zu verhindern. Nicht zuletzt weil der Zerstörungsgrad der Kanzel noch nicht bekannt ist.
Vorerst sind aber heute noch die Taucher und Spezialkameras am Zug. Lediglich drei Taucher aus Tirol besitzen die notwendige Ausbildung um Einsätze in derart großen Tiefen durchzuführen. Zudem können diese nur rund 15 Minuten in über 100 Metern Tiefe verweilen und müssen dann bereits mit dem Aufstieg beginnen, um die notwendigen Dekompressionszeiten einhalten zu können. Anschließend ist für die Taucher eine zwölfstündige Tauchsperre vorgeschrieben, schildert der Einsatzleiter der Taucher, Andreas Guggenbichler. Dazu komme für die Taucher noch „die psychische Belastung durch die absolute Dunkelheit“. Die Stelle werde zwar ausgeleuchtet, dennoch betrage die Sicht nur zwischen zwei und vier Meter, erklärt Guggenbichler.
Von einer Bergung am Donnerstag hat heute in Achenkirch noch niemand gesprochen. Die Experten hoffen, dass damit am Freitag oder Samstag begonnen werden kann. Heute würden Taucher weiter die flacheren Stellen und das Ufergebiet um die Absturzstelle absuchen. Auch mit Suchflügen über dem See soll weiter nach Wrackteilen gesucht werden. Seit Donnerstagnachmittag ist der See wieder auf beiden Seiten der Unglücksstelle weiträumig abgesperrt worden.
Drei Insassen noch vermisst
Bei dem Absturz des Hubschraubers in den Achensee wurde am Mittwochvormittag ein Todesopfer geborgen. Es handelt sich um einen 38 Jahre alten Flugbegleiter aus Tirol, wie es am Mittwochnachmittag, 30.3.2011, bei einer Pressekonferenz in Achenkirch hieß. Die drei anderen Insassen wurden noch nicht gefunden. An Bord befanden sich neben dem 41-jährigen Piloten aus Tirol ein 53-jähriger einheimischer Grenzpolizist und ein 43 Jahre alter Polizist aus der Schweiz. Dieser habe sich auf Hospitation in Tirol befunden und sollte den Überwachungsflug lediglich beobachten.
Der verunglückte Hubschrauber des Typs Eurocopter (EC) 135 war laut Innenministerium an der Flugeinsatzstelle Innsbruck stationiert. Die EC 135 werden vom deutsch-französischen Unternehmen Eurocopter hergestellt und sind zweimotorige, leichte Vielzweckhubschrauber. Die Flugeinsatzstelle Innsbruck hat vor knapp drei Jahren, im Mai 2008, drei Helikopter dieses Typs bekommen. Neben der Flugpolizei hat z.B. auch der ÖAMTC Rettungshubschrauber dieses Typs im Einsatz.
