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Deutschland: Kriminelle Banden rauben Feuerwehr-Gerätehäuser aus

Lübeck/Kiel (Deutschland): Landeskriminalamt geht von organisiertem Verbrechen aus. Täter suchen vor allem in den Spritzenhäusern kleiner Dorfwehren gezielt nach professionellem Rettungsgerät.

Alarm bei der Feuerwehr: Kriminelle im Norden haben es offenkundig gezielt auf Gerätehäuser kleiner Dorfwehren und deren Einsatzwerkzeug abgesehen. Dem Landeskriminalamt (LKA) in Kiel sind allein in diesem Jahr schon mehr als 30 Einbrüche gemeldet worden. „Wir gehen von gut organisierten Täterbanden aus“, sagt Stefan Jung vom LKA. Holger Bauer vom Landesfeuerwehrverband verurteilt die „schäbigen Taten“ und ruft die Wehren auf, in die Sicherheitstechnik der Spritzenhäuser zu investieren.

Die Polizei beobachtet diesen Trend bereits seit Mai vergangenen Jahres mit großer Sorge. „2010 waren es insgesamt 40 Straftaten, in diesem Jahr sind es schon mehr als 30“, sagt Jung. An eine zufällige Häufung von Taten glaubt die Polizei nicht. In allen Fällen schlugen die Einbrecher in kleinen Gemeinden zu. Offenkundig reisen die Kriminellen durchs Land und suchen bevorzugt nach Unterkünften, die sich ein wenig abgelegen am Dorfrand befinden.

Fälle werden aus dem ganzen Land gemeldet – auch Wehren in Stormarn, Segeberg und dem Herzogtum Lauenburg sind bereits Opfer der Banden geworden. In Mecklenburg-Vorpommern registrierte die Polizei ebenfalls vermehrt Einbrüche in Spritzenhäuser. Auffällig ist: „Die Einbrecher haben es stets auf das professionelle Werkzeug der Freiwilligen Feuerwehren abgesehen“, so der Ermittler. Besonders begehrt: Funkgeräte und Notstromaggregate. „Bevorzugt werden aber auch Ketten- und die so genannten Multi-Cut-Rettungssägen gestohlen“, sagt Jung. Obwohl die Rettungsgeräte nummeriert sind, lassen sie sich offenkundig auf dem Schwarzmarkt leicht zu Geld machen.

Zwar hält sich der finanzielle Schaden für die beraubten Wehren in Grenzen, denn die gestohlenen Geräte werden jedes Mal umgehend von den Gemeinden ersetzt. Dennoch sei die Entwicklung schockierend, so Holger Bauer vom Landesfeuerwehrverband in Kiel. „Hier werden Geräte gestohlen, mit denen Menschen aus höchster Not gerettet werden sollen.“ Bauer bittet die Bevölkerung um erhöhte Aufmerksamkeit. Zugleich sollten die Wehren im Norden die Sicherheitstechnik der Gerätehäuser überprüfen. „Bewegungsmelder und spezielle Schlosszylinder an Fenstern, Türen und Rolltoren schützen vor ungebetenen Gästen“, rät auch Stefan Jung vom Landeskriminalamt.

Lübecker Nachrichten

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