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Dieselpest im Treibstofftank -> Was tun?

Für den Fahrmeister der FF G. war seine gerade noch im Schritttempo fahrende Drehleiter ein Schock, der Fehler wurde erst nach langwieriger Suche gefunden – der Werkskundendienst konnte zum Glück helfen!

Immer wieder bleiben Feuerwehrfahrzeuge einfach „liegen“. Fast in jedem Fall musste eine Mangelversorgung des Motors mit Dieselkraftstoff festgestellt werden. Ein mechanischer Defekt ist meist auszuschließen, vielmehr haben sich Mikroorganismen im Kraftstofftank gebildet. Deren Ausscheidungen, die sich als schleimartiger Rückstand zeigen, verstopfen die Filterelemente der Fahrzeugmotoren. Insbesondere die Beimengung von Biodiesel führt zu einem sehr hohen Keimdruck.

Ursachen
Mikroorganismen, wie Bakterien, Pilze, Algen oder auch Hefen, finden immer dort ideale Bedingungen, wo Wasser vorhanden ist. Jeder Treibstoff enthält grundsätzlich Wasser. In den Fahrzeugtanks kann es – bedingt durch Kondensation an der Tankwänden – noch zur vermehrten Wasserbildung kommen. Aufgrund seiner höheren Dichte sammelt sich Wasser dann am Tankboden. An der Grenzfläche von Wasser und Dieselkraftstoff finden Mikroorganismen ideale Lebensbedingungen.
Besonders groß ist die Wachstumsgefahr der Mikroorganismen, wenn Rapsölmethylester (RME), auch Biodiesel genannt, getankt wird. Wärme beschleunigt dabei diesen Prozess. Auch besteht die Möglichkeit, bereits kontaminierten Treibstoff getankt zu haben. Kommen noch lange Stehzeiten dazu, wird der Prozess weiter gefördert.

Filter macht „dicht“
Oft ist die „Dieselpest“ erst dann zu erkennen, wenn die Filter „dicht machen“. Das größte Problem liegt darin, dass sich Schwefelwasserstoffe bilden, die bei langem Nichterkennen nicht nur den Tank, sondern auch den ganzen Motor angreifen können: Es kommt zu Korrosionsschäden.
Das „dicht machen“ erfolgt durch schleimbildende Mikroorganismen.

Maßnahmen
Diese Mikroorganismen lassen sich dann nur noch durch eine umfassende Reinigung der Kraftstoff führenden Systeme entfernen. Meistens müssen dann auch Biozide (im Treibstoff lösliche Stickstoffverbindungen) dem Dieselkraftstoff beigemischt werden, da die Mikroorganismen sich überall festsetzen und mit klassischen Methoden nicht 100%ig eliminiert werden können. Beim Zusatz von Bioziden wird der Treibstoff entkeimt, die Rückstände müssen aber immer durch Reinigung entfernt werden.

Vorbeugung
Um die Bildung von Mikroorganismen in den Kraftstoff führenden Systemen von Einsatzfahrzeugen zu vermeiden, sollten folgende Hinweise beachtet werden:
• Nur Qualitätsdieselkraftstoff tanken!
• Keinen Biodiesel verwenden (bzw. Öl- und Filterwechselintervalle genauestens einhalten)!
• Dieselkraftstoff nicht zu lange lagern!
• Regelmäßige Bewegungsfahrten mit den Feuerwehrfahrzeugen durchführen!
• Regelmäßige Entwässerung bzw. Reinigung der Kraftstoff führenden Systeme einschließlich
• Filterwechsel gemäß den Herstellervorschriften durchführen!
• Verwendung von Multifunktions-Additiven zur Vorbeugung
Es empfiehlt sich auch, gelegentlich einen Blick in die Kraftstofftanks zu werfen: Ist ein dunkler, schleimartiger Rückstand vorhanden? Wenn ja, muss mit Zusatzstoffen eingegriffen werden: Manche Hersteller setzten auf klassische Breitband-Biozide, die möglichst vielen Lebensformen den Garaus machen, andere bevorzugen eine so genannte „ungiftige Enzymtechnologie“, die Wachstum verhindern und vorhandene Mikroben eliminieren soll. Die dritte Methode beruft sich auf die zerstörerische Wirkung von Magnetfeldern.
Eine Prophylaxe durch ständige Beimengung eines Additivs wie z. B. BactoPlus+ von Wagner kann einen Bakterienbefall oder ein Verschlammen verhindern.

Quellenangaben
http://www.wagner-spezialschmierstoffe.de
http://www.kaubek-oil.at/
• Bayrisches Staatsministerium des Inneren
• MAN-Firmeninfo
http://www.segelmagazin.de

Bezug – http://www.kaubek-oil.at/

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