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Oö: LBD Kronsteiner: „Klar, auch Feuerwehr muss sparen“

Linz (Oö): Sein Terminkalender hat keinen Platz mehr für freie Einträge, eine Besprechung jagt die andere und dann muss er auch noch ständig raus in die Regionen zu „seinen“ Leuten: Oberösterreichs neuer Feuerwehr-Kommandant Dr. Wolfgang Kronsteiner – er ist seit 1. Juni 2011 im Amt – kennt das Wort Freizeit derzeit nur vom Hörensagen.

Abläufe hinterfragen
„Ist ganz klar. Wir müssen die ganzen Abläufe hinterfragen. Als frischgewählte Führungscrew müssen wir uns erst einarbeiten. Es darf auf jeden Fall nichts liegen bleiben“, sagt der Jurist, der jetzt seit Donnerstagabend mit dem Vöcklabrucker Robert Mayer auch einen Stellvertreter hat. Egal, ob die Feuerwehren vor Ort, der Katastrophenschutz, die 24-Stunden-Landeswarnzentrale, die Verwaltung oder auch die Landesfeuerwehr-Schule in der Petzoldstraße in Linz: Kronsteiner liegen sämtliche Bereiche am Herzen. „Es wäre ein Fehler, nur einen einzigen Punkt zu vernachlässigen.“

Gemeinsame Sache
Ob er ein autoritärer Chef sei? „Nein, wir können in Wahrheit alles nur gemeinsam erarbeiten. Alleine bringt man gar nichts weiter. Allerdings haben wir bei uns ein hierarchisches System, das muss auf jeden Fall strikt eingehalten werden. Sonst funktioniert das Ganze nicht. Wenn ich zum Beispiel an den Ernstfall denke, sind rasche Entscheidungen nötig.“

Keine Tabus
Für Kronsteiner, der heuer seinen 30. Hochzeitstag mit Gattin Andrea, ebenfalls eine Juristin, feiert, gelten absolut keine Tabus. Der Herr über 92.738 Feuerwehr-Mitglieder (davon sind 17.908 über 65 Jahre, 9470 sind Jugendliche) spricht auch ganz offen über eventuelle Sparmaßnahmen, die jetzt im Raum stehen.

Synergien nutzen
„Es gibt immer die Möglichkeit, kostengünstiger zu werden. Wir wollen versuchen, Synergien zu nutzen.“ Vor allem im Beschaffungswesen (Feuerwehrautos) gebe es ein Einsparungspotenzial. Das gelte ebenfalls für den Neubau von Feuerwehrdepots.
Kronsteiner betont aber auch, dass es sich dabei um ein sehr sensibles Thema handle. Genauso, wenn es um die Zusammenlegung gehe. In Peuerbach und Umgebung gebe es zum Beispiel neun (!) Feuerwehren. „Das Ganze muss ausgewogen sein und darf nicht von außen diktiert werden.“
Der Betrieb in Oberösterreich sei bestens gesichert, obwohl es immer schwerer werde, neue Leute für die Feuerwehr zu gewinnen. „Momentan ist die Lage bei uns überhaupt noch nicht bedenklich. Aber es ist klar: Das Interesse am Ehrenamt nimmt deutlich ab.“

Frauenanteil
Kronsteiner wird auch dafür kämpfen, dass der Frauenanteil in der Feuerwehr (derzeit vier Prozent) steigt. „Es bewegt sich schon jetzt etwas, aber das ist mir noch zu wenig.“

Kurier
Interview von der Ausgabe vom 19. Juni 2011

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