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Stmk: Bezirksfeuerwehrverband Feldbach: Rumänienhilfe des BFV mit ÖRK Feldbach

Steiermark (Stmk): Eine siebenköpfige Delegation von Feuerwehr und Rotem Kreuz aus dem Bezirk Feldbach überstellten je ein Lösch- und Rettungsfahrzeug nach Rumänien und schulten die örtlichen Helfer ein.

Die Fahrzeuge sind ein Geschenk des Bezirksfeuerwehrverbandes Feldbach sowie der ÖRK-Bezirksstelle Feldbach.

Feldbachs ÖRK-Bezirksstellenleiter, Landesrettungsrat OSR Dir. Ernst Radaschitz, wurde vom ihm befreundeten Direktor der Angster Jószef Szakképzö Iskola (Berufsschule und Höhere Technische Lehranstalt in Pécs – Ungarn), Herrn Mihály Varnágyi, um dringende Hilfe gebeten.

Herr Direktor Varnágyi hat enge Beziehungen zur Gemeinde LUNCA DE SUS (ungarisch: Gyimesfelsölok, in der Nähe von Seklerburg) im Komitat (=“Bezirk“) Harghita (Rumänien), welche zur Zeit der Österreich-Ungarischen Monarchie als Ost-Grenzstation zählte und heutzutage zum Großteil von ungarischstämmiger Bevölkerung bewohnt ist. In diesem Siedlungsgebiet, welches auf 8.200 Hektar 15 Ortschaften umfasst, leben – im gesamten Tal – rund 15.000 Einwohner.

Für die Gegend um Gyimesfelsölok (Lunca de Sus) steht aus Kostengründen weder ein Krankenwagen noch ein Feuerwehrfahrzeug zur Verfügung. Rettungs- und Feuerwehrkräfte sind Dutzende Kilometer entfernt stationiert und kommen – je nach Anlassfall, entweder mit großer Zeitverzögerung oder wegen Überlastung im schlechtesten Fall gar nicht.

Die Hilfe
Sowohl der Bezirksfeuerwehrverband Feldbach als auch die Bezirksstelle Feldbach des ÖRK fühlten sich zur kameradschaftlichen Hilfe verpflichtet und stellten je ein aus dem Aktivdienst ausgeschiedenes Gebrauchtfahrzeug für den Krankentransport als auch ein Kleinlöschfahrzeug mit Tragkraftspritze und wasserführenden Armaturen (Schläuche, Strahlrohre, Verteiler) kostenlos zur Verfügung.

Das ehemalige Löschfahrzeug der FF Frutten-Gießelsdorf, das sich noch in technisch gutem Zustand befindet, ist für diesen Zweck eigens vom Bezirksfeuerwehrverband Feldbach angekauft worden, eine außer Dienst stehende Tragkraftspritze wurde von der FF Bärnbach erworben.
Dank der Initiative von Bezirksfeuerwehrkommandant Johann Kienreich und Abschnittsfeuerwehrkommandant Andreas Hirschmugl sowie der freundlichen Unterstützung von Sponsoren (Feuerwehrausstatter) wurde das Löschfahrzeug den Anfordernissen entsprechend ausgestattet. Ebenso konnte die ÖRK-Bezirksstelle Feldbach ein außer Dienst stehendes Krankentransportfahrzeug zur Verfügung stellen, dieses entsprechend ausrüsten und – mit der notwendigen Ausstattung für Erste Hilfe und Krankentransporte versehen – der örtlichen Ärztin von Gyimesfelsölok (Lunca de Sus) übergeben.

Die Aufbereitung und das Fahrzeugzubehör wurde von Feuerwehrausstattern gespendet: „Schläuche, Armaturen, Löschgeräte und Bekleidung haben wir kostenlos von Interspiro, Pfeifer-Feuerwehrbekleidung, Iveco Magirus Feuerwehrtechnik, Hostra und Rosenbauer erhalten“, berichtet Feldbachs Bezirksfeuerwehrkommandant Landesfeuerwehrrat Hans Kienreich.

Maßgebliche Unterstützung gab es für das ÖRK auch von (Feuerwehr) Ärzten aus dem Bezirk Feldbach, die entsprechendes Material für die örtliche Erste-Hilfe-Station sowie das Rettungsfahrzeug spendeten.

Der Transport
Tag 1: Zu siebent war die steirische Delegation – Mitglieder von Feuerwehr und Rotem Kreuz – am vergangenen Freitag (29.7.2011) um 01.00 Uhr morgens – unter der Leitung von Feldbachs ÖRK-Bezirksstellenleiter, Landesrettungsrat OSR Dir. Ernst Radaschitz, mit dem Feuerwehrfahr- und Rettungsfahrzeug – sowie einem Begleitfahrzeug für die Rückfahrt – nach Rumänien gestartet.
Es sollte eine anstrengende, über 20 Stunden dauernde Fahrt werden, die von Feldbach über Jennersdorf, Heiligenkreuz, Körmend, Budapest, Debrecen in Ungarn und Oradea, Turda und Targu Mures bis nach Gyimesfelsölok führte.
Empfangen wurde die Delegation um kurz nach 21.00 Uhr Ortszeit von Bürgermeister Zsombor Timar, Vizebürgermeister Imre Pap und Direktor Mihály Varnágyi, welche freundlicherweise den Lotsendienst für die letzten 35 km Anfahrt ins Gyimes-Tal übernahmen. Um 22.30 Uhr Ortszeit traf man nach rund 1.100 Kilometer Wegstrecke in Gyimesfelsölok ein.

Tag 2: Am Samstagvormittag (30.7.2011) erfolgte im Gemeindehaus von Gyimesfelsölok (Lunca de Sus) die offizielle Übergabe der beiden Fahrzeuge, bei denen die künftigen Feuerwehr- und Rettungskräfte sowie Mitglieder des Verwaltungsrates zugegen waren.
Namens der Gemeinde dankte Bürgermeister Zsombor Timar für das „groß- und einzigartige Beispiel der Menschlichkeit, die seiner Gemeinde und den dort lebenden Menschen entgegengebracht wird“ und betonte im Besonderen, dass „die erste ausländische Unterstützung in seiner Gemeinde sehr wert geschätzt wird. Die beiden Fahrzeuge, auf die wir besonders aufpassen werden, tragen nun wesentlich zur Sicherheit in unserer Heimat bei.“
Der Bezirksstellenleiter des ÖRK Feldbach, OSR Dir. Ernst Radaschitz, Abschnittsfeuerwehrkommandant Andreas Hirschmugl sowie der Bürgermeister von Frutten- Gießelsdorf, Josef Urbanitsch und Feuerwehrkommandant Manfred Seidl von der FF Frutten dankten in ihren Grußadressen für die herzliche Aufnahme und wünschten mit den neuen Fahrzeugen viel Glück und Freude – im Dienste der Menschlichkeit und der nunmehr möglichen Hilfeleistung.
Im Anschluss an den kurzen Festakt erfolgte die Einschulung auf Fahrzeuge und Beladung, welche von den angereisten Feuerwehr- und Rettungskräften durchgeführt wurde und von den örtlichen Hilfskräften – durch die Unterstützung des Dolmetschers Zsolt Simon – mit großem Interesse und großer Begeisterung unter der Aufsicht des neuen „Feuerwehrkommandanten von Gyimesfelsölok“ – Ferenc Simon – verfolgt wurde.
Am späten Nachmittag – nach erfolgreicher Beendigung der Erklärungs- und Instruktionstätigkeiten, wurde den Feldbachern die Region präsentiert. Neben der Besichtigung des östlichsten Grenzpunktes der einstigen Österreich-Ungarischen Monarchie – der Rákóczi Burg – stand eine kurze musikalische Folklorevorführung mit „Csangoklängen“ auf dem Programm. Als „Csangos“ wird eine römisch katholische Volksgruppe ungarischen Ursprungs bezeichnet, deren Wurzeln – so die Auskunft – bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen.

Tag 3: Kurz nach fünf Uhr Früh Ortszeit wurde die Heimreise in Angriff genommen. Sowohl Bürgermeister Zsombor Timar als auch Vizebürgermeister Imre Pap ließen es sich nicht nehmen, die steirische Delegation persönlich zu verabschieden. Kurz vor 21.30 Uhr traf die Delegation wieder in Feldbach ein und freute sich über die „erfüllte Mission und unfallfreie Rückkehr“.

Die Delegation:
Die Feldbacher Delegation (von der Feuerwehr Andreas Hirschmugl, Manfred Seidl, Bgm. Josef Urbanistch sowie Thomas Meier und vom ÖRK Dir. Ernst Radaschitz, Johann Thurner und Dominik Tieber) ist nach diesem durchaus anstrengendem „Rumänien-Trip“ überzeugt, dass „Projekte, gerade im humanitären bzw. sozialen Bereich vor allem deswegen so erfolgreich sind, weil sich Einsatzorganisationen und Wirtschaftstreibende freiwillig und voller Enthusiasmus daran beteiligen.
Die Strapazen dieses Wochenendes haben sich allemal gelohnt, besonders weil man die Freude und Gastlichkeit dieser Menschen hautnah erlebt und erfahren hat“.

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