Technisch

Stmk: Langwieriger Einsatz nach Austritt von 1.000 l Schwefelsäure in Trieben

Trieben (Stmk): Am Montag, dem 5. September 2011, ereignete sich kurz vor 11 Uhr im Kellergeschoß einer Firma in Trieben ein Chemieunfall, bei dem ca. 1.000 Liter Salpetersäure aus noch ungeklärter Ursache aus einem Tank austraten.

Update am 06. September 2011; 09.15 Uhr

Um 10:56 Uhr alarmierte die Bezirksfeuerwehrzentrale „Florian Liezen“ die Feuerwehren BtF Trieben Werk, FF Trieben-Stadt und den Gefährliche-Stoffe-Stützpunkt Liezen. Nach Erkunden durch die Einsatzleitung wurden noch weitere Feuerwehren für den Einsatz unter schweren Atemschutz alarmiert. Das Firmengebäude wurde komplett evakuiert, insgesamt 555 Personen, sechs davon wurden zur Beobachtung ins LKH Rottenmann eingeliefert, sie haben möglicherweise giftige Dämfe eingeatmet.

Die Gefährliche-Stoffe-Einheit der Feuerwehr Liezen unternahm Erkundungen in Vollkörperschutzanzügen unter schwerem Atemschutz. Diese ergab, dass eine Fläche von 60.000 m² betroffen ist. Die Einsatzkräfte versuchen nun, den Großteil der Salpetersäure abzusaugen und den Rest mit Spezialbindemittel zu binden. Infolge muss dieses kontaminierte Material in langwieriger Arbeit vom Untergeschoss aus dem Gebäude transportiert und auf einer Spezialdeponie entsorgt werden.

Danach werden die Gase aus dem Kellergeschoß mittels Druckbelüfter entfernt. Zur Unterstützung sind auch die Dekontaminationseinheiten aus Kapfenberg und des Bezirkes Leoben vor Ort. Die Arbeiten sollen bis zur Nachtschicht um 22 Uhr abgeschlossen sein.

Im Einsatz sind die Feuerwehren:
Trieben, Trieben/Stadt, Trieben/Werk, Liezen/Stadt, Liezen/Werk, Rottenmann/Stadt, Rottenmann/Werk, Dietmannsdorf, St.Lorenzen, Au, Gaishorn, Tregelwang, FF Kapfenberg (DEKO), GSF (Leoben Göss), ASF Donawitz, ELF Leoben/Stadt, GSF Knittelfeld, GSF Lebring, ASF Böhler Kapfenberg

seitens Bezirksfeuerwehrverband Liezen:
Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Pötsch
Abschnittskommandant ABI Franz Haberl
BI Christoph Schlüßlmayr (Öffentlichkeitsarbeit)

seitens Bezirksfeuerwehrzentrale FLORIAN LIEZEN:
Dienstellenleiter BI Stefan Schröck, ABI Walter Rieger, Zivildiener Gollmann und Missethon

weiters:
Landeschemiealarmdienst
Bezirkshauptmannschaft, Bezirkshauptmann
Rotes Kreuz
Polizei

Update um 21.48 Uhr
Eine Einsatzbesprechung am 18.00 Uhr ergab: Einsatz wird noch lange dauern. Ab 21.00 Uhr folgende Feuerwehren zusätzlich im Einsatz: FF Admont, FF Bärndorf, FF Selzthal mit je drei ATS-Trägern und Geräten; BF Graz, FF Gleichenberg mit Schutzausrüstung auf Anfahrt nach Trieben, FF Döllach mit Zelt und 10 Garnituren nach Trieben.

Laufende Updates:

********************** UPDATE ***********************
Stand: 21:30 Uhr
FF Treglwang, FF Au, BTF Rottenmann eingerückt. BTF Norske Skog auf Anfahrt.

********************** UPDATE ***********************
Stand: 22:30 Uhr
Zusätzlich ab Mitternacht im Einsatz : FF Stainach, FF Weng, FF Altirdning, FF Lantschern. 12 Schutzanzüge vom LFV OÖ auf anfahrt.

********************** UPDATE ***********************
Stand: 03:00 Uhr
weiters im Einsatz FF Au, FF Lassing, FF Raumberg, FF Treglwang mit ATS. Die Schutzstufe wurde von 3 auf 2 gesenkt, die Aufräumarbeiten beginnen

********************** UPDATE ***********************
Stand: 03:50 Uhr
weiters im Einsatz FF Bärndorf und FF Gaishorn mit ATS

************ UPDATE per 6.9.2011 / 09.15 Uhr *************
Nachdem der Atemschutzeinsatz für die Feuerwehren noch die ganze Nacht andauerte, sind diese nun mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Aktuell sind noch 13 Feuerwehren im Einsatz. Laufend werden seitens Chemiealarmdienst Messungen im Kellergeschoß vorgenommen.

Ab Freigabe der Räume zum Begehen ohne Atemschutz kann der Feuerwehreinsatz beendet werden. Aktuell sind noch einzelne Gebäudeabschnitte des Firmengebäudes teilevakuiert, auch mussten zwei weitere Mitarbeiter ins LKH Rottenmann eingeliefert werden, die noch Symptome von gestern anzeigten. Auch Bezirkskommandant Gerhard Pötsch und Abschnittskommandant Franz Haberl waren die ganze Nacht über vor Ort im Einsatz.

Beim nächtlichen EInsatz spitzte sich die Situation für die Atemschutztrupps weiter zu, als ein großes Regal mit weiteren Chemikalien durch umzustürzen drohte. Die Einsatzkräfte konnten ein Umstürzen jedoch gerade noch verhindern.

Auch die Vollkörper-Schutzausrüstung der eingesetzten Trupps wurde bei dem kräfteraubenden Einsatz stark in Mitleidenschaft gezogen, so Bezirksfeuerwehrkommandant Gerhard Pötsch: „deshalb haben wir in der Nacht noch weitere Schutzausrüstung vom Landesfeuerwehrverband Oberösterreich angefordert, insgesamt mussten wir die Einsatzmannschaft auf 31 Feuerwehren mit 180 Mann ausgedehnen, in regelmäßigen Abständen wurden weitere Feuerwehren zur Ablösung alarmiert“

Bezirks-Feuerwehrverband Liezen

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