Oö: Übung -> Pkw-Lenker bei Unfall gepfählt
Maria Neustift (Oö): 17. Oktober 2011 – Eine herausfordernde und äußerst realistische Einsatzübung wurde im Rahmen der zweiten Zugsübung im Oktober bei der Feuerwehr Maria Neustift durchgeführt.
Ein Forstarbeiter fällt eine 30m hohe Fichte dirket auf ein vorbeifahrendes Fahrzeug. Mehrere Personen werden verletzt. Der ersteintreffenden Besatzung des Kommandofahrzeuges bietet sich folgende Schadeslage: auf der schmalen Gemeindestraße wurde ein Pkw von einer große Fichte begraben.

Im Fahrzeug ist der Fahrer eingeklemmt, am Rücksitz befindet sich ein Kleinkind noch im Kindersitz angeschnallt. Ca. 20m neben der Straße liegt unterhalb einer steilen Böschung der Forstarbeiter mit einer tiefen Schnittverletzung am rechten Oberschenkel. Das Fahrzeug brennt im Frontbereich. Die Unfallstelle ist von beiden Seiten mit unbeteiligten Pkws blockiert – Passanten befinden sich im Gefahrenbereich.

Von den drei Mann Besatzung des Kommandofahrzeuges beginnt der Feuerwehr-Ersthelfer sofort die stark blutende Wunde des Forstarbeiters zu versorgen. Der Maschinist dämmt nach den entsprechenden Absicherungsmaßnahmen den Entstehungsbrand mit einem Handfeuerlöscher soweit als möglich ein.

Der Einsatzleiter verständigt Dr. Schneeweiß und die Feuerwehr Großraming, verlasst die Entfernung der unbeteiligten Fahrzeuge durch die Besitzer verschafft sich einen Überblick über das gesamte Schadesausmaß. Der Maschinist schafft in weiterer Folge eine Betreuungsöffnung indem er die hintere Seitenscheibe des PKWs entfernt. Dadurch kann er in das Fahrzeug klettern und als innerer Retter eine erste Versorgung der Verletzten durchführen.

Nach zwei Minuten trifft die Besatzung des Tanklöschfahrzeuges ein. Sie löscht den Entstehungsbrand vollständig ab, sichert den Pkw, baut eine entsprechende Beleuchtung auf, besetzt die Zufahrten und unterstützt die beiden Kameraden bei der Betreuung der verletzten Personen.

Beim Kleinkind wird keine Atmung mehr festgestellt. Es wird umgehend durch das hintere Fenster gerettet und von einem Feuerwehrmann wiederbelebt. Der inzwischen eingetroffene Notarzt gibt weitere Anweisungen zur Betreuung des Kleinkindes und untersucht soweit als möglich den Fahrer des Pkws über die mittlerweile, von der TLF-A Besatzung geschaffene, Betreuungsöffnung bei der Fahrertür.

Nach ca. 10 Minuten trifft die Feuerwehr Großraming ein. Um den Fahrzeuglenker vollständig medizinisch versorgen zu können, muss eine entsprechende Versorgungsöffnung geschaffen werden. In Absprache mit Dr. Schneeweiß wird die Fahrertür mit dem hydraulischen Rettungsgerät entfernt.

Einstweilen wird der Forstarbeiter soweit stabilisiert, dass dieser von den Feuerwehrkräften über die steile Böschung gerettet werden kann. Der Pkw-Lenker wurde von einem Ast des umstützenden Baumes gepfählt. Dieser Ast muss ohne ihn zu bewegen von den Einsatzkräften durchtrennt werden.

In mühevoller und exakter Arbeit wird die Aufgabe von der Feuerwehr Großraming erledigt. Nach weiterer Versorgung des Patienten wird dieser in Zusammenarbeit von Notarzt und den Einsatzkräften beider Feuerwehren aus dem Fahrzeug gerettet.

Nach 36 Minuten ist es den 25 Mann der Feuerwehren Maria Neustift und Großraming und Dr. Schneeweiß gelungen, alle drei Verletzten zu retten und soweit zu versorgen, dass diese abtransportiert werden konnten. Somit wären noch 24 Minuten verblieben um innerhalb einer Stunde nach dem Unfallzeitpunkt ein umliegendes Krankenhaus zu erreichen – von Maria Neustift aus eine absolut machbare Zeit.

So realistische und anspruchsvolle Einsatzübungen sind ein ganz wesentlicher Teil der Ausbildung. Sie stellen hohe Anforderungen an alle Beteiligten und vertiefen die schon sehr gute Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Einsatzkräften. Herzlichen Dank an die Feuerwehr Großraming, Dr. Schneeweiß und an die Kameraden für die ausgezeichnete Vorbereitung!
