Wien: Müllcontainerbrand -> Fassaden-Vollbrand bis ins 7. OG!

Wien, 4. Bezirk: Kleine Ursache mit großer Wirkung bei einem Brand am 7. Dezember 2011 in Wien. Um 05.16 Uhr wurde die Berufsfeuerwehr zu einem Brand in die Paulanergasse im 4. Bezirk alarmiert.
Aus ungeklärter Ursache waren die auf dem Gehsteig abgestellten Müllcontainer in Brand geraten. Bei Ankunft der Einsatzkräfte stand die Fassade des Hauses Paulanergasse 15 im Bereich des Nachbargebäudes Paulanergasse 13 vom Gehsteig bis zum Dach über dem 7. Obergeschoß in Vollbrand!

Der Brand hatte bereits auf die Dachkonstruktion und die Dehnfuge zwischen den beiden Häusern übergegriffen. Von deuer Feuerwehr wurde mit zwei Rohren im Außenangriff (eines davon über die Drehleiter „Favoriten“) unter Atemschutz der Brand der Fassade bekämpft. Ein weiteres Rohr wurde über das Stiegenhaus Paulanergasse 15 auf das Dach vorgenommen. Es wurde begonnen, unter Atemschutz die Dachkonstruktion zu öffnen und den Brand in der Konstruktion zu bekämpfen. Eine Wohnung im 7.Obergeschoss wurde gewaltsam geöffnet. Ebenso wurden sämtliche Büros geöffnet und untersucht.

Danach wurde vom 1.Hilfeleistungslöschfahrzeug Favoriten damit begonnen, das Objekt Paulanergasse 13 zu begehen und auf eine Brandausbreitung in der Dehnfuge der Feuermauer hin zu überprüfen. Hierfür wurden Büroräumlichkeiten teilweise gewaltsam geöffnet.

Die Räumlichkeiten wurden durch Öffnen der Fenster belüftet. In keinem der kontrollierten Räume war mit der Wärmebildkamera eine Erwärmung der Feuermauer bzw. eine CO-Entwicklung feststellbar. Parallel zu diesen Kontrollen wurde vom Universallöschfahrzeug Favoriten die im Erdgeschoß befindliche Hofer Filiale mitsamt dem Anlieferungsbereich und auch die Gebäuderückseite im Innenhof kontrolliert. Auch dort war keine Erwärmung erkennbar.
Nach Eintreffen der Teleskopmastbühne Döbling wurde damit begonnen, die von den Kräften „Zentrale“ vom Dach aus nicht erreichbaren Dachflächen (besonders zwei Gauben und der Giebelbereich) mittels Motorrettungssäge des Universallöschfahrzeug Döbling zu öffnen und mit einem Rohr die dort brennende Dachschalung zu löschen. Da besonders die Dehnfuge immer wieder aufflammte, wurden über die Drehleiter Favoriten die Reste der Fassadenverkleidung mit einer weiteren Motorrettungssäge entfernt und somit die Dehnfuge für einen Einsatz der Löschnadeln vorbereitet.
Nach der Überprüfung des Objektes 13 wurden vom Hilfeleistungslöschfahrzeug auch alle an die Feuermauer angrenzenden Räumlichkeiten im Bürohaus Paulanergasse 15 kontrolliert. In diesem Objekt wurde mit der Wärmebildkamera eine starke Erwärmung der Feuermauer sowie mit den CO-Messgeräten eine CO-Konzentration von 130 ppm festgestellt. Alle Räumlichkeiten in allen Geschoßen wurden durch Öffnen der Fenster belüftet. Zusätzlich wurde das Stiegenhaus mit 2 Hochleistungslüfter der Drehleiter Favoriten druckbelüftet.
Vom „2.Rüstlöschfahrzeug Zentrale“ und „2.Rüstlöschfahrzeug Favoriten“ wurden gesichert über die „Teleskopmastbühne Döbling“ und vom Dach aus Öffnungsmassnahmen der Gaube und des Daches vorgenommen. Mittels 1. Rohr wurden Löscharbeiten durchgeführt und Messungen mit der Wärmebildkamera vorgenommen. Messungen mit dem CO-Messgerät XAM2000 sowie dem Fernthermometer wurden in sämtlichen Geschossen im betroffenen Bereich vorgenommen und Messpunkte festgelegt. Die wiederkehrenden Messungen ergaben eine Verminderung der Themperatur auf etwa 17 Grad Celsius der Aussenwand im Gebäude Paulanergasse 15 sowie der Brandmauer Richtung Paulanergasse 13. Es konnten keine CO Werte mehr festgestellt werden.
Mittels „Drehleiter Favoriten“ wurden vom „2.Rüstlöschfahrzeug Zentrale“ vom Dach abwärts Löschmaßnahmen mit der Löschlanze in der Dehnfuge vorgenommen. Sämtliche Räumlichkeiten vom 1. Untergeschoß bis in das Dachgeschoß wurden mit dem Verantwortlichen des Objektes begangen, erneut Messungen durchgeführt und übergeben. Für die Dauer des Einsatzes war die Paulanergase gesperrt. Einsatzende: 10.52 Uhr.
