Sbg: Sicherheitsübung auf der Festung Hohensalzburg
Salzburg: „Die Sicherheitsübung auf der Festung Hohensalzburg soll vor allem das Zusammenspiel zwischen der Festungsverwaltung, der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr sowie dem Roten Kreuz und der Polizei erproben“, betonte Festungsverwalter Ing. Mag. Bernhard Heil …
… am Mittwoch, 25. April 2012, bei einem Informationsgespräch auf der Festung Hohensalzburg.
Übungsannahme ist, dass zwei jugendliche Besucher im Bereich, in dem die Führungen stattfinden, Brandstiftung begehen. Insgesamt sind drei Besuchergruppen, die gerettet werden müssen, unterwegs, eine Gruppe befindet sich zur Zeit des Brandausbruchs auf dem Reckturm. „Eine der größten Herausforderungen ist die verwinkelte Bauweise der Festung Hohensalzburg“, betonte Heil, das habe sich auch bei den vergangenen Brandschutzübungen gezeigt.
Rund 100 Personen nehmen an der Übung teil
An der Übung beteiligen sich neun Mitarbeiter/innen der Festungsverwaltung, 23 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Salzburg, 52 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Salzburg, davon 40 Mitglieder der Feuerwehrjugend als Statisten und acht Mitarbeiter/innen des Roten Kreuzes sowie vier Polizist/innen.
„Die Festung ist mit rund 900.000 Besuchern pro Jahr eine der Top-Touristenattraktionen Salzburgs“, so Festungsverwalter Heil. „Uns ist die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher ein sehr großes Anliegen, daher proben wir in regelmäßigen Abständen den Ernstfall. Zudem gilt unsere Festung als besonders schützenswertes Bauwerk.“
Einzigartiges Räumungs- und Rettungskonzept
Im Auftrag der Salzburger Burgen und Schlösser Betriebsführung wurde 2004 speziell für die Festung Hohensalzburg ein Räumungs- und Rettungskonzept entwickelt. Das Konzept sieht vor, dass bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte die Mitarbeiter der Festungsverwaltung die Gäste in sichere Bereiche bringen und eventuell notwendige Erste-Hilfe-Maßnahmen veranlassen. „Im Abstand von zwei Monaten werden die Mitarbeiter entsprecht geschult, und es werden praktische Übungen durchgeführt“, so Heil. Schwerpunkt dieser Schulungen seien die interne Kommunikation und das Sammeln von Informationen über das Ereignis bis zum Eintreffen der Einsatzleitung.
Spannungsfeld Sicherheit und Denkmalschutz
„Historische Anlagen wie die Festung Hohensalzburg stellen hohe Anforderungen an die Sicherheit. Da entsteht auch rasch ein Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Denkmalschutz. Orte mit erschwerten Zu- und Weggangsmöglichkeiten, die noch dazu stark besucht sind, stellen bei Zwischenfällen ganz besondere Herausforderungen dar“, so Mag. Maximilian Brunner, Geschäftsführer der Salzburger Burgen und Schlösser Betriebsführung, der sich bei den Einsatzkräften für das Zustandekommen der gemeinsamen Übung bedankte. Übungen wie diese werden in allen Liegenschaften – auch in der Residenz, der Burg Mauterndorf und der Burg Hohenwerfen – abgehalten. Auch dafür wurden spezielle Räumungskonzepte erarbeitet. „Außerdem sind wir mit dem Verkauf einer Eintrittskarte verantwortlich für die höchstmögliche Sicherheit unserer Besucher. Dies beinhaltet natürlich auch solche Eventualitäten“, erklärte Brunner.
„Die Festung Hohensalzburg hat diese Probleme vorbildlich gelöst und gehört in dieser Beziehung zweifellos zu den führenden Einrichtungen Österreichs und über die Grenzen hinaus“, betonte Dipl.-Ing. Bruno Hersche von der Riskmanagement Consulting, der das Räumungs- und Rettungskonzept entwickelt hat. Dabei wurden auch zeitgemäße Fluchtwegkennzeichnungen installiert, und es werden regelmäßig kleinere und größere Übungen durchgeführt. Dies bedeutet einen zeitgemäßen Zugang zur Sicherheit und ist die Garantie für eine optimale Ereignisbewältigung.
Im Ernstfall bestmöglich vorbereitet sein
Brandschutzprävention bedeutet, den Ernstfall zu erproben und zwar hinsichtlich des Ressourcenaufwandes, technischer Möglichkeiten und deren Grenzen, der Koordination der Kräfte beziehungsweise Einsatzleiter, einer klaren Aufgabenverteilung und -abgrenzung sowie der Sammlung unerlässlicher Details zur reibungslosen Umsetzung. „Ziel der konkreten Übung auf der Festung Hohensalzburg ist es, die hausinterne Alarmierungskette zwischen dem Journaldienst und den Lotsen der Festung zu erproben“, so Branddirektor Dipl.-Ing. Eduard Schnöll von der Berufsfeuerwehr Salzburg. „Weiters sollen der bestehende Einsatzplan und die brandschutztechnischen Einrichtungen überprüft werden.“
„Diese gemeinsame Sicherheitsübung dient der Förderung und Perfektionierung des Zusammenwirkens der Einsatzorganisationen“, sind auch Kontrollinspektor Gotthard Gauglhofer von der Polizei und Bernd Petertill, Bezirksrettungskommandant und Stellvertretender Landesrettungskommandant vom Roten Kreuz, Landesverband Salzburg, überzeugt. „Im Mittelpunkt steht der Erfahrungsaustausch und die Erweiterung der Kenntnisse über die Örtlichkeit Festung Hohensalzburg.“
Die Polizei leistet unverzichtbare Unterstützungsarbeit, zumeist in Form von Absicherungsmaßnahmen, um den Feuerwehr- und Rettungskräften freie Handlungsfähigkeit gewährleisten zu können, aber auch kriminalpolizeiliche Arbeit bei Vorliegen einer Straftat. Das Rote Kreuz ist primär als Unterstützung für etwaige Notfälle, sei es bei den Betroffenen oder den Einsatzkräften, angefordert.
