Stmk: Übung: „Kollision zwischen Auto und Zug, mehrere schwer verletzte Personen

Feldbach (Stmk): So lautete kurz nach 18:00 Uhr die Einsatzmeldung zur „Juni-Monatsübung“ der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Feldbach, welche am Freitag, dem 15. Juni 2012, durchgeführt wurde. In mehrwöchiger Vorbereitungsarbeit wurde durch Übungsleiter …
… Brandmeister Philipp Lang das Übungsszenario eines „Zugunfalls“ mit der Gleichenberger-Bahn vorbereitet und realitätsnah simuliert.
Die Einsatzkräfte der FF Feldbach fanden mit mehreren Verletzten (Statisten) in einem Pkw, der mit einem Triebwagen der Steiermärkischen Landesbahnen auf einem unbeschrankten Bahnübergang am Feldbacher Stadtrand kollidiert war, ein komplexes Einsatzszenario vor. Stellen doch Arbeiten im Gleisbereich, vor allem in Zusammenhang mit hochspannungsführenden Oberleitungen, für Feuerwehrkräfte eine besondere Herausforderung im Ernstfall dar. Auch die Verletzten – so schrieb es der Ablaufplan vor – mussten von den Feuerwehrkräften nach der Menschenrettung erstversorgt werden.

Hochspannung – Lebensgefahr für Helfer
Bei Bahnunfällen, bei denen Oberleitungen Schaden nehmen, ist die Lage für die Einsatzkräfte einerseits sehr prekär und andererseits zunächst auch sehr unübersichtlich. Das kann durchaus zur Zerreisprobe für die Einsatzkräfte werden, wenn man dazu verdammt ist, abzuwarten. Vor allem wenn es offensichtlich Schwerverletzte gibt, die aus ihrer Zwangslage befreit und erstversorgt werden müssen.

Bei (möglicherweise) beschädigten hochspannungsführenden Leitungen (mehrere Tausend Volt) kann es sein, das Strom unkontrolliert in die Erde abfließt. Das bedeutet, dass die Verletzten vorerst nicht befreit und versorgt werden können, da die Gefahr für die Helfer einen Stromschlag zu erleiden zu hoch ist. Auch bei der Bergung des Unfallautos könnte es durch den Kraneinsatz zu Berührungen mit der Oberleitung kommen, was fatale Ursachen nach sich ziehen kann.
Daher ist erst nach entsprechender Erkundung des Einsatzleiters, der Rücksprache mit dem z.B. Triebwagenführer und verantwortlichen Stellen des Bahnbetreibers sowie der notwendigen Freigabe der Bahnstrecke, ein gefahrloses Arbeiten für die Einsatzkräfte möglich.

Gefahrenunterweisung
Auf diese Besonderheiten wurde vor Übungsbeginn in einem Lehrfilm aufmerksam gemacht. Ebenso erfolgte eine entsprechende Unterweisung der Feuerwehrmitglieder durch Kommandant HBI Peter Baptist und Philipp Lang als zuständigem Übungsverantwortlichen. Auch Vertreter der Stmk. Landesbahnen, wie der örtliche Betriebsleiter, Josef Plaschg, sowie der örtl. Werkstättenleiter, Hannes Baumgartner, erläuterten im Vorfeld, auf was im Einsatzfall zwingend zu achten ist.

Im konkreten Fall konnte durch den unverletzten Triebwagenführer sehr schnell Entwarnung an die Einsatzleitung gegeben werden, Oberleitungen waren durch den gegenständlichen „Verkehrsunfall“ nicht beschädigt worden. So konnten die Feuerwehrkräfte schon kurz nach ihrem Eintreffen mit der Menschenrettung beginnen und die Übungsziele abarbeiten.

Analyse
Gegen 20:00 Uhr war die Übung beendet. Die Verantwortlichen vor Ort und auch die Übungsbeobachter wie Abschnittsfeuerwehrkommandant Johann Reinprecht und Feuerwehrkommandant Peter Baptist zeigten sich zufrieden, denn die Einsatzkräfte haben die an sie gerichteten Anforderungen professionell erfüllt. Vereinzelte Perfektionsmöglichkeiten wurden in der anschließenden Übungsnachbesprechung analysiert. Insgesamt waren 24 Mitglieder der FF Feldbach mit fünf Fahrzeugen im Übungseinsatz.
